Top-GBrief-2

Vor der Sündflut

Anna Katharina Emmerick

Ich sah die Nachkommen Kains immer gottloser und sinnlicher werden. Sie zogen an jenem Bergrücken immer mehr hinan; und die gefallenen Engel nahmen viele dieser Frauen in Besitz und regierten sie ganz und lehrten sie alle Künste der Verführung.

Ihre Kinder waren sehr groß, hatten allerlei Fertigkeiten und Gaben und machten sich ganz zu Werkzeugen der bösen Geister. So entstand auf diesem Gebirge und weit umher ein arges Geschlecht, das durch Gewalt und Verführung auch die Nachkommen Seths in seine Lasterwelt hineinzuziehen suchte.

Da kündigte Gott dem Noe die Sündflut an, der während seines Bauens von diesem Volke entsetzlich zu leiden hatte.

Ich habe viel von dem Riesenvolke gesehen, wie sie ungeheure Steine ganz leicht den Berg hinaufschleppten, immer höher und höher drangen und ganz erstaunliche Dinge vermochten. Sie liefen gerade an Wänden und Bäumen hinauf, wie ich es auch sonst an andern Besessenen gesehen habe. Sie konnten alles und die wunderbarsten Sachen, aber lauter Gaukeleien und Künstlichkeiten, die mit Hilfe des Teufels geschehen.

Mir sind darum alle Taschenspielereien und Wahrsager-Künste so zuwider. Sie konnten allerlei Bilder von Stein und Metall machen; aber von Gottes Wissenschaft hatten sie keine Spur mehr und suchten doch allerlei, das sie anbeteten. Ich habe gesehen, dass sie plötzlich aus dem ersten besten Stein ein wunderliches Bild machten und es anbeteten, auch irgendein gräuliches Tier, oder sonst eine nichtswürdige Sache. Sie wussten alles, sahen alles, bereiteten Gift, trieben Zaubereien und alle Laster.

Die Weiber erfanden die Musik; ich sah sie herumziehen, um die bessern Stämme zu verführen und mit in ihre Gräuel zu ziehen. Ich sah, dass sie keine Wohnhäuser oder Städte hatten, sondern sie bauten sich dicke, runde Türme von glimmerigen Steinen, an denen unten kleinere Anbauten waren, die in große Höhlen führten, worin sie ihre Gräuel trieben.

Auf den Dächern dieser Anbauten konnte man rings herumgehen, und in den Türmen stiegen sie hinauf und sahen durch Rohre weit in die Ferne; aber nicht wie durch Fernrohre, sondern es war mit satanischer Kunst. Sie sahen, wo andere Ortschaften lagen und zogen hin, überwanden alles und machten alles frei und gesetzlos; überall führten sie diese Freiheit ein. Ich sah, dass sie Kinder opferten und lebendig in die Erde begruben. Gott hat diesen Berg in der Sündflut vertilgt.

Henoch, der Vorfahre Noes, hat wider sie gelehrt. Er hat auch viel geschrieben und war ein sehr guter Mann und Gott sehr dankbar. Er hat an vielen Orten im freien Felde Altäre von Stein aufgerichtet, wo die Früchte gerieten, und hat Gott gedankt und geopfert, und er besonders hat die Religion auf die Familie Noe herab erhalten. Er ist in das Paradies versetzt und ruht am Tore des Ausgangs und noch ein anderer (Elias), woher er vor dem jüngsten Tage wiederkommen wird.

Auch Chams Nachkommen hatten nach der Sündflut ähnliche Verbindungen mit feindlichen Geistern, und darum so viele Besessene, Zauberer und weltlich mächtige und wieder große, wilde, freche Menschen. Auch Semiramis ist aus der Ehe von Besessenen gekommen; sie konnte alles, nur nicht selig werden.

Es entstanden so noch andere Leute, die später von den Heiden für Götter gehalten wurden. Die ersten Frauen, welche von den bösen Geistern sich regieren ließen, waren sich dessen bewusst; die anderen aber wussten es nicht; sie hatten es in sich wie Fleisch und Blut, wie die Erbsünde. -  Geheimnisse des Alten Bundes

- 16120145. 0513 -

Seite noch oben

Index: AKE-Visionen 

Mystik

AKE-Visionen

       Bitterlich   

Exorzismus

GB-Visionen

 

Zeitung

Mystik

SB