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Der Gnadenkreuzweg

Worte von Mutter Gabriele Bitterlich

Am Fest Mariae Opferung, 21.11.1973, steht in ihrem Tagesblatt: Das größte Opfer hat unser Herr Jesus Christus gebracht. Aber das größte rein menschliche Opfer hat Maria mit ihrem Leben, mit ihrer Liebe Gott dargebracht. „Das euch Maria geschenkt wurde“, sagt der Vater im Himmel, „sei euch ein Zeichen, wie sehr Gott einen Menschen lieben und ein Mensch Gott lieben kann!“ …

Der Gnadenkreuzweg „Mariae Opferung“ vom 21. November 1975:

1. Das Opferleben Mariae hat eigentlich mit der Opferung des Kindes Maria vor dem Hohenpriester im Tempel von Jerusalem begonnen. Sie hat sich selbst als Opfer dem Herrn dargebracht. Ein hl. Engel war ihr zugeordnet und führte das Kind jahrelang ganz still und es beratend. Es lernte Text und Sinn der Psalmen und aller heiligen Worte.

2. Nach ihrem 14. Lebensjahr ins Elternhaus heimgekehrt, überfiel Maria eine große Verlassenheit und Ratlosigkeit. Denn laut Beschluss des Hohenpriesters und der Eltern musste sie heiraten und sie hatte sich doch Gott geopfert. Sie hatte wohl diesen Entschluss mitgeteilt, aber das Gesetz war über ihr.

3. Plötzlich stand der Engel Gabriel vor ihr. Sie erschrak, aber der Engel sprach beruhigende Worte und überbrachte den Befehl Gottes. Sie verstand, dass sie trotz des jungfräulichen Opfers zu gehorchen habe und sprach das vom Engel gewünschte „Mir geschehe nach Deinem Wort!“

4. Der Opferweg Mariae ging weiter. Sie schwieg über ihr Geheimnis und überließ sich ganz Gott. Sie wurde St. Joseph aus dem Geschlechte Davids angetraut, und in großer Rücksicht rührte er sie nicht an. Er spürte, dass hier ein heiliges Opfer von ihm zu bringen war.

5. Das Geheimnis Mariens wurde dem hI. Joseph durch den hl. Engel in einer schlaflosen Nacht des Ringens mit Gott kundgetan. Gott stellte ihn als Beschützer auf den gleichen Opferweg.

6. Wiederum griff Gott ein und veranlasste die Volkszählung der Israeliten, wonach auch Joseph und Maria zum Ort ihres Stammes wandern mussten, nach Bethlehem. Ein Opfergang war dieser Weg für beide, aber getreulich als Lobgesang Gottes durchgeführt. Der Lohn war groß: Der Messias erblickte im armen Stall bei Bethlehem das Licht der Welt.

7. Wenige Monate war der kleine Erlöser in Verborgenheit auf der Welt, da brachte der Befehl des Herodes Ihn in Lebensgefahr. Durch den hl. Engel aufgerüttelt, flüchteten Joseph und Maria mit dem Kind noch in derselben Nacht, ehe die Häscher kamen, um das Kind zu töten.

8. Der Opferweg ging weiter. Durch 40 Nächte wanderte Joseph, der Zimmermann, vorsichtig am Rand der Wüste gegen Süden, um Maria mit dem Kind in Sicherheit zu bringen. Hunger und Durst, Regen und Kälte, musste die Heilige Familie erdulden bis das Land der Pharaonen in Sicht war und die armen Flüchtlinge aufnahm.

9. Sieben Jahre hindurch lebte die Heilige Familie zwischen Heiden im Ägypterland und es war oft ein bitterer Weg des Opfers. Ihr Lebensunterhalt hing vom Verdienst des hI. Nährvaters Joseph ab.

10. Als aber die Nachricht vom Tod des Herodes kam, macht sich die Heilige Familie wieder auf dem Heimweg. Sie blieben trotzdem im Verborgenen. Sie waren ja schutzlos und ganz auf die Barmherzigkeit Gottes und die Hilfe der hl. Engel angewiesen. Sie begegneten auf diesem Weg oft tagelang keiner menschlichen Wohnung. Wurzeln, Kräuter und Beeren waren das einzige Nahrung. Der Rückweg dauerte über ein Jahr, bis sie wieder das Heimatland betreten konnten und in Sicherheit waren.

11. Nun konnten sie wieder ihr eigenes Heim aufbauen. Als Dank pilgerten sie nach Jerusalem, denn der Göttliche Knabe war schon so groß, dass ihn die Eltern im Tempel darstellen konnten. Aber auch hier beschloss ein großes Opfer den Kindheitsweg Jesu und Seiner Mutter: Am ersten Abend nach der Rückkehr von Jerusalem war ihnen der Knabe abhanden gekommen, und sie suchten Ihn drei Tage vergebens. Endlich in den Tempel zurückgekehrt sahen sie Jesus inmitten der Schriftgelehrten sitzen. Nun wussten sie, dass der Weg Jesu in eine Richtung geht, wie ihn der Vater im Himmel weisen wird. Schon bei den ersten Worten Jesu wussten sie: Sie haben nur noch die Pflicht des Behütens. Der Weg des Messias ist von Gott Selbst vorgezeichnet.

12. Wie sehr das Opfer im Leben Mariae den Weg bestimmte, ist betend zu verfolgen bis unter das Kreuz. Und wenn dort der Psalmist, da er den Leichnam Jesu im Schoß Mariens sieht, in die Klage ausbricht: „Ihr alle, die ihr vorübergeht, merkt auf und seht, ob je ein Schmerz wohl meinem Schmerze gleichet!“, dann wissen wir auch um den Gnadenkreuzweg Mariens! Amen.

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