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Die acht Seligkeiten des Engels

Eine kostbare Offenbarung entnehmen wir den Schriften von Gabriele Bitterlich. Sie zeigt uns das Verhältnis von Engel und Mensch in völlig neuem Licht. - Die Heiligen des Himmels, Menschen wie Engel, schauen in ewiger, vollkommener Glückseligkeit Gott. Der Mensch auf Erden steigt über die Stufen der acht Seligkeiten hinauf zu seinem Ziel. Der Engel kommt von diesem Ziel die Stufen seiner acht Seligkeiten herab, um den Menschen zu holen und ihn mit in die ewige Herrlichkeit des Himmels zu nehmen. - So wie Engel und Mensch als Träger der Gottesebenbildlichkeit zusammengehören, so spannt sich auch zwischen jeder Seligpreisung des Menschen und der Seligkeit des Engels eine klar erkennbare Brücke.

Die erste Seligpreisung des Menschen hat unser Herr Jesus Christus in den Worten ausgesprochen: „Selig die Armen im Geiste ...“ und Er weist hin auf das Erste und Wichtigste für den Menschen: Sich leer (arm) zu machen für Gott, damit Gott dem Menschen ein und alles werde. „Suchet zuerst das Reich Gottes ...“, - „verkaufe alles, was du hast ..., und dann komme.“ Wie kannst du, o Mensch, Gott in dein ganzes Sein aufnehmen, wenn du es schon vollgeräumt hast mit Wünschen und Anhänglichkeiten und Sorgen? Alles musst du lassen und für gering achten, wenn du Gott besitzen und schauen willst. Vor allem aber musst du dich selbst lassen!

Der heilige Engel hat sich schon in der großen Prüfung aller Engel gelassen um der Treue willen, die er zugleich mit seinem Dien-Willen Gott anbot. Gott hat diese Treue auch sofort mit der ewigen Seligkeit belohnt, und darum ist die erste Seligkeit des Engels: Das Schauendürfen auf Gott. - Dieses Schauen bleibt dem Engel für immer, auch wenn er von Gott zur Verwaltung der Schöpfung bestellt ist. Es bleibt ihm sogar in seinem einfachen, niederen Schutzengeldienst. Unser Herr bestätigte dies, als Er die Kinder an sich zog: „Ihre Engel schauen immerdar das Angesicht Meines Vaters, der im Himmel ist.“ In diesem Schauen liegt die ganze Seligkeit des Soli Deo, das Losgelöstsein von sich, die heiligste Armut im Geist. - So komm du, o Mensch, über den Herrenweg der heiligen Armut im Geist zur Seligkeit des Gott-Schauens.

Die zweite Seligpreisung des Menschen hat der Erlöser in das Wort gefasst: „Selig sind die Sanftmütigen ...“ Diese zweite Seligpreisung ist ebenso wie die erste für viele ein Geheimnis. Die Welt sagt zum Träger der Armut im Geist: „Du Narr!“ Und zum Träger der Sanftmut: „Du Schaf!“ - weil ihr der Hochmut mehr als die Armut gilt und weil sie Zornmut mehr achtet als Sanftmut. Aber unser Herr hat nicht an das Schaf gedacht, sondern an die den Widersacher am stärksten abwehrende Waffe im Kampfe um die Rettung der Welt, als Er sagte: „Lernt von Mir“ (merke auf, o Mensch: Lerne, sagt der Herr), ... denn Ich bin sanftmütig und demütig von Herzen.“

Dieser gleiche Herr Jesus Christus sagte ebenso von sich: „Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und was will Ich anders, als dass es brenne.“ Also ist diese Sanftmut etwas Willensstarkes, Hohes; sie ist die Liebeswaffe, die Kreuzwaffe, die Waffe des Herrn und Seiner Mutter. - Siehe, Mensch, die zweite Seligkeit des Engels ist das Schauen-Dürfen auf Christus - und durch Ihn auf Maria. Noch bevor der Dreieinige Gott die Engel schuf, trug Er bereits in Seiner unendlichen Liebe den Gedanken an Maria. Sie sollte das schönste, reinste Geschöpf sein als die Mutter Gottes des Sohnes, des Herrn der Schöpfung. Was Christus, der Sohn Gottes, wesenhaft für sich als Menschensohn beansprucht, das gibt Er ihr zuerst, damit sie es Ihm in demütiger, magdlicher Liebe wieder darbiete. Seine Heiligkeit und Liebe gibt ihr die Sanftmut als Pfund, von dem Er schöpft bis zum Ende der Zeiten.

Er erschafft sie, damit sie Ihm Mutter werde, Er tritt ihr den Weg vor. Er ist der Erlöser. „Wie ein Lamm ward Er zur Schlachtbank geführt und tat seinen Mund nicht auf.“ Auch ihrer Sanftmut wurde unter dem Kreuze die Krone gegeben; von dort weg ist sie die Mutter der Barmherzigkeit, die Mittlerin der Gnaden. Dies alles sieht der Engel, versunken in das Schauen, und lernt daraus die Sanftmut, die ihn - viele Stufen tiefer - befähigen wird zum Schutzengeldienst.

Die dritte Seligpreisung des Menschen durch den Erlöser kennen wir im Wort: „Selig die Trauernden ...“ Wir Menschen denken da zuerst an die Trennung von unseren Lieben durch den Tod. Wir denken an die Tränen Jesu, als Er vom Tod des Lazarus erfuhr. Was noch tiefer und in größeren Zusammenhängen in dieser Seligpreisung liegt, das erfährt der Mensch am klarsten durch das Licht seines Engels: Die Trauer um die Zerstörung der Schöpfung durch die Sündenfolgen. Und selig, wer sich in der Nachfolge Christi am Heilmachungswerk beteiligt.

So ist die dritte Seligpreisung des Engels diese: Das Schauen-Dürfen auf die ungebrochene, unzerstörte Schöpfung. Der Engel kennt keinen Tod. Auch der Tod des Menschen als Folge der Sünde ist für den Engel nur ein Wandlungsprozess, bei dem der Engel hauptsächlich auf die Seele des Menschen schaut; diese ist ihm am nächsten verwandt. Noch gehört der Mensch zu den Trauernden. Noch müht er sich, die Folgen der Sünde zu erleichtern und mit dem Blick auf Gott zu tragen. Der Engel ist der Trostbringende. Er zeigt dem Menschen die Allmacht und Weisheit Gottes in der Schöpfung. Er weitet den Blick des Menschen auf Gottes liebende Pläne der Schöpfung. Er hilft ihm, andere zu trösten und Trauer in Segen zu verwandeln. Damit lehrt er ihn die Gottesfurcht, die Dankbarkeit und das getreue Dienen.

Die vierte Seligpreisung des Menschen ist im Wort des Herrn enthalten: „Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit ...“ Das sind Menschen, die den Hunger und Durst des Herrn nach Rettung der Seelen in sich tragen. Sie bieten sich der Gerechtigkeit Gottes als Sühneopfer an, um die Liebe und Barmherzigkeit Gottes auf die Sünder herabzuflehen.

Und das ist die vierte Seligkeit des Engels: Das Schauen-Dürfen auf die Erlösung. Wie nahe sind hier Seligpreisung des Menschen und die Seligkeit des Engels. In der Prüfung des Engels wussten diese, dass Gott sie in den ganzen Schöpfungsablauf einbauen wollte als Diener und Helfer und Wegbegleiter des Sohnes, unseres Herrn Jesus. Die Engel sind nicht allwissend. Sündenfall des Menschen und ihre Erlösung durch Jesus Christus sind ihnen erst im Zeitablauf begreiflich geworden. In unerhörter Spannung verfolgen die Engel den Zeitablauf; sehen sie doch in hervorragender Weise die Zusammenhänge zwischen den Plänen Gottes, den Engeln, den Menschen und der ganzen Schöpfung. Diese Schau auf die sich immer neu anbietende und mitarbeitende Liebe Gottes ist Seligkeit für jeden Engel. Was allein bedeutet schon das hl. Messopfer für jeden Engel. Schaudernd müssen wir vor unserer Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit erzittern, wie wir dieses unerhörte Angebot Gottes nur möglichst rasch wie ein Geschäft erledigen.

„Selig die Barmherzigen“, lautet die 5. Seligpreisung des Menschen. Nicht bloß einmal preist unser Herr Jesus Christus die Barmherzigen, wie die Heilige Schrift berichtet. Alle Wege des Herrn sind Erbarmen. Die Barmherzigkeit, mit der Gott die Menschen umgibt, kennt keine Grenzen. Und das ist die fünfte Seligkeit des Engels: Das Schauen-Dürfen auf den Menschen.

Vor der Erlösungstat Christi hat der Engel vor allem in der Gerechtigkeit und eifernden Liebe für Gott auf den Menschen gesehen. Aber unser Herr hat ihn die Barmherzigkeit gelehrt und gezeigt, „selbst wenn eine Mutter ihres eigenen Kindes vergäße, Ich werde seiner nicht vergessen“. Welch ungeheures Gottes-Versprechen geht da am Engel vorbei hinab zum Menschen! Sein Herr steigt hinab in den Schoß der reinsten Jungfrau. Er wird Mensch unter Menschen, ein Armer unter lauter Armen. Er übt Erbarmen über Erbarmen. Er lässt die Sünden nach. Er setzt sich mit Sündern und Bettlern zu Tisch. Er gibt sich selbst hin in göttlichem Erbarmen. Was hat der Engel zu schauen und zu preisen. Die göttliche Liebe strömt durch ihn hindurch und nimmt seine Liebe zum Menschen mit. Nun liebt der Engel den Menschen.

Die sechste Seligpreisung des Menschen: „Selig, die reinen Herzens sind ...“ wird in ihrer Unterschiedlichkeit zur ersten Seligpreisung klarer, wenn man die 6. Seligkeit des Engels, Dienen zu dürfen, mit der ersten Seligkeit des Schauen-Dürfens auf Gott vergleicht. - Der nach Armut im Geist strebende Mensch wird leer, um vor Gott zu gewinnen und zu schauen. Wer ein reines Herz hat, wird immer klarer: So kann sich Gott in ihm spiegeln und ihm seinen Willen kundtun. Der Arme im Geiste ist ein Kämpfer. Der das reine Herz hat, ist kein Kämpfer; er ist lauter wie klares Wasser, man kann durch ihn hindurchschauen - und er dient, er dient mit Freuden. Das hat der mit dem reinen Herzen gleich mit dem Engel: Diese Klarheit, Lauterkeit, Durchsichtigkeit seines Seins vor Gott und die Freude am Dienen. Und je mehr er das heilige Kindsein vor Gott in sich trägt, desto besser wird er sich mit den Engeln verständigen und sie verstehen und sich von ihnen leiten lassen. Es ist eine Seligkeit für die Engel, dienen zu dürfen. Die Liebe trägt sie, der Gehorsam beflügelt sie, der Eifer macht sie dem Blitz, der Feuerflamme, dem Sturmwind gleich. So reißen sie jene Menschen am ehesten mit, die reinen Herzens sind.

Die siebente Seligpreisung gilt nach dem Wort des Herrn: „Selig die Friedfertigen ...“, jenen die ihren Willen völlig dem Willen Gottes angeglichen haben und sich mühen, diesen Frieden durch das Einssein mit dem Willen Gottes der Welt nahezubringen. „Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind“, war die Botschaft der Engel bei der Geburt unseres Herrn. Aber die Engel über diesen Friedfertigen sind Kämpfer für diesen Frieden; denn das ist die 7. Seligkeit für den Engel. - Nicht bloß dienen, sondern auch für Gott zu kämpfen, den Frieden um der Christkönigsherrschaft willen verteidigen und sichern zu dürfen. Der den Frieden stört, ist der Teufel, der Durcheinanderwerfer. Der Mensch kann den Dämon nicht fassen ohne höhere, übernatürliche Hilfe. Der für den Menschen kämpft, ihn für den Frieden in Gott rettet, das ist der Engel.

Die letzte Seligpreisung des Menschen lautet: „Selig, wenn euch die Menschen schmähen und verfolgen ...“ Und jetzt ruht hier auf dieser Seligpreisung des Menschen auch die letzte Seligkeit des Engels: Schutzengel sein zu dürfen.

In keiner Seligpreisung wird so sehr zum Menschen auch der Engel gestellt wie bei der letzten: „Selig bist du, Engel, Mein Knecht, Mein Diener, wenn dich die Menschen schmähen und verachten, verleumden und verfolgen. Dein bin Ich! Du sollst in Meiner Nachfolge über die Erde gehen, schweigend, horchend und gehorchend, arm, lauter und getreu. Du darfst den Menschen, an den Ich dachte, als Ich dich schuf, von seinem ersten bis zu seinem letzten Atemzug auf Erden betreuen - und Mich mit ihm. Du darfst Mir Mein Kreuz der Erlösung nachtragen als Ersterschaffener - und mit dem Kreuz auch den Letzterschaffenen, den Menschen, zu Meinem Thron bringen. Ich gebe dir zum Licht der Erleuchtung auch noch das Wort der Mahnung und Belehrung für deinen Schützling mit. Ich binde dich an deine Königin, Maria, Meine Mutter. Ich lasse dich arm und gering neben deinem Schützling einhergehen in der Nachfolge Meiner Passio. Aber ich gebe dir die Macht der Fürbitte und den Schutzmantel Meiner Mutter. So vollendest du deine Mithilfe an der Erlösung der Welt als Mein Knecht.  –  (cpc)†

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