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Schreiben über die heiligen Engel

Gabriele Bitterlich

Das Werk ist die Arbeit langer Jahre. Die Seele (G. Bitterlich) hätte ohne den als strikt erkannten Auftrag des Herrn nichts davon dem führenden Priester zu sagen gewagt. Und dieser entschloss sich erst nach langer Zeit des Gebetes und der Zögerung zum entscheidenden Befehl, die Erkenntnisse im Gehorsam aufzuschreiben. Ohne diesen Gehorsamsbefehl hätte die Seele es weit lieber vorgezogen, alles in weltabgeschiedener Verborgenheit und lebenslänglicher Verschwiegenheit zu begraben. Allein - am Tag des hl. Evangelisten Markus, 1949, den Tag nach dem Weißen Sonntag, musste mit der Niederschrift begonnen werden.

Einem im Gehorsam aufgeschriebenen Bericht über den Werdegang dieses Werkes entnehmen wir: „Die Gnade, die Herablassung und die Barmherzigkeit des Herrn lassen sich nie in eine Form pressen, sich nie würdig ihrer Größe gemäß erfassen und darstellen. Es ist nur zu sagen, dass sie in diesem Fall einfach da sind, nach menschlichem Ermessen völlig unmotiviert. Sie überschütten eine Seele trotz deren Mängel und Fehler und Schlechtigkeit. Die Seele hat gar nichts anderes zu tun, als auch nur da zu sein für Ihren Herrn, sie hat Werkzeug zu sein, sonst nichts.

Das ist der Anfang des sogenannten Werdeganges. An diesem Anfang steht, viele, viele Jahre zurückliegend, der schon dem Kind visuell sichtbare, gütige Engelbegleiter. Immer ging das Wissen um diese heiligen Engel mit der Seele, immer standen sie wie große Brüder und kaum fassbare Herrlichkeiten hier, rissen Sichten auf in die Welt Gottes, lehrten Gebete und beteten mit, sagten ‚schreibe‘ - und dann musste etwas geschrieben werden.

Dann aber sprach der Herr selbst: ‚Ich will, dass Meine Engel mehr von euch erkannt und mehr geliebt und mehr um ihre Hilfe gebeten werden. Begebt euch nicht dieser Hilfe‘! Das war schon vor einigen Jahren. Nach mehreren solchen Mahnungen des Herrn befahl der führende Priester, vom 30. August 1947 an, dass eine Art Tagebuch geschrieben werde. In diesen Aufzeichnungen kann man das häufige Hereintreten der Engel deutlich verfolgen. Im Dezember 1948 sollte auf Wunsch des Herrn das bisher gegebene Wissen über die heiligen Engel in einem schriftlichen Zusammenhang niedergelegt werden. Das ist geschehen. In der Karwoche 1949 sollte etwas über die Engel der Kirche geschrieben werden. Das ist geschehen.

Am 25. April 1949 steht in diesem Tagebuch verzeichnet: In den Nachtstunden vom Weißen Sonntag auf den Markustag völlig leere Hülle ohne Gefühl des Körperlichen geworden. Ein schwingendes Erschüttern der Luft wie klar zutage tretende Wellen ringsum. Den Herrn zu den Engeln reden gehört. Von diesem Klang und dieser Sprache stirbt der Mensch. Dann sagte jemand: ‚Schreibe‘! In der Dunkelheit den großen neuen Begleiter erkannt, man konnte mit den Augen durch ihn hindurchsehen. Geschrieben. Am Morgen bei der hl. Kommunion dem liebsten Herrn so sehr die eigene Unwürdigkeit vor Augen gestellt und die Unfähigkeit, richtig zu erfassen und wahrhaft zu schreiben. Der Herr sagte streng: ‚Wenn Ich dir den Himmel aufreiße und heiße zu schreiben, so hast du dies zu tun‘. Dann setzte Er sehr gütig hinzu: ‚Sorge dich nicht, die Engel werden dir helfen. Ich stehe hinter dir. Es soll das, was du jetzt schreibst, erst nach deinem Tod offenbar werden. Ich will Meine Engel bei den Menschen verherrlicht sehen. Es kommt die Zeit der Engel, die große Macht der guten wie der bösen‘. Und dann sagte Er ganz liebevoll: ‚Willst du Mich auch vor Meiner Mutter und den ganzen Engeln verherrlichen? Dann sprich von jetzt an nur das Notwendigste, denn deine Worte werden gewogen werden. Schau nur mehr auf Mich und folge blind‘.

„In dieser Nacht den ersten Text über den Ring der Anbetung geschrieben. In der nächsten Nacht die fürchterliche Sicht auf die aus dem Abgrund steigenden Tiere; dabei körperlich und geistig bis aufs Äußerste bedrängt worden, so dass ein klares Aufschreiben fast unmöglich war. In der dritten Nacht wieder ein Stück Text über den Ring der Anbetung schreiben müssen und dabei sagte der gütigste Herr: ‚Durch die Kraft des Brotes gehe hinein durch vierzig Nächte und vierzig Tage, was dir Wüste sei auf Erden und in deiner Seele und in deinem Geiste Wüste hervorrufen wird‘. (Also vom Weißen Sonntag, 24./25. April bis 3. Juni, Herz-Jesu-Freitag, 1949)

„Durch zwanzig Nächte war immer abwechselnd in einer Nacht das Schreiben über die heiligen Engel (ohne visuelle Sicht, sondern durch ein Erkennen mittels des ganzen eigenen Seins), in der nächsten Nacht der Aufriss über die gefallenen Engel, - durch die gewaltigen Anstrengungen von einer großen Schwäche abgelöst. Die Anstrengung steigerte sich bis zur Mitte der Aufgabe; ohne den ständigen Segen und die Kraft dreier das zu schreibende Werk behütenden Priester wäre ein Durchstoßen durch den dämonischen Teil überhaupt nicht möglich gewesen. In der Mitte der dämonischen ‚Sichten‘ waren die 10 Geheimsiegel Luzifers, begleitet von einem Aufbäumen und Anrennen aller feindlichen Mächte. Aber auch in dieser Mitte die Hilfe der gütigsten Mutter erhalten, ihre Worte sind im Tagebuch vermerkt. Von da an kamen die Sichten doppelt, jede Nacht die Sicht auf die Wirksamkeit des Bösen und jeden Morgen und Abend das Schreiben über die Wirksamkeit der hl. Engel. Die Schrift wurde in der Nacht zum Herz-Jesu-Freitag im Juni 1949 beendet.”

Wenn nun dieses Werk aus der Verborgenheit gehoben und der hl. Kirche übergeben wird, so leitet uns dabei:

1. Ein Wort des hl. Paulus, Eph. 6,11: „Leget die ganze Waffenrüstung Gottes an, dass ihr standhalten könnt gegen die Ränke des Teufels. Denn unser Kampf geht nicht gegen Blut und Fleisch, sondern gegen Herrschaften, gegen Gewalten, gegen die Welt-Beherrscher dieser Finsternis, gegen die Geisterwesen der Bosheit in der Himmelswelt. Darum greift zur ganzen Waffenrüstung Gottes.“

2. Der Gehorsam gegen die Weisung des großen weitschauenden Papstes Leo XIII., der, wie providentiell! - das Gebet anordnete: „Hl. Erzengel Michael, steh uns bei im Kampfe, sei uns Schutz gegen die Bosheit des Teufels ... Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stürze den Satan und die anderen bösen Geister ... in die Hölle hinab.

3. Die Überlegung, dass in diesem Werk das Wort des hl. Paulus praktische Gestalt annehmen könnte und dass das Gebet Leo XIII. in seiner ganzen Bedeutung erst verständlich wird.

4. Die Liebe zu den großen heiligen Engeln, die uns Gott selbst als Helfer und Schützer gegeben hat. Und wer wollte auch beim Durchlesen dieser Aufschreibungen noch bezweifeln, dass sie es wirklich sind?

Alles, was wir von den Engeln denken, sagen oder schreiben, ist schon in das Menschliche hinein bezogen. Wir also stellen uns so die Engel vor, nicht durch die rein menschliche Vernunft, sondern durch das menschliche Erfassen des übernatürlichen Lichtes, das sich voll Erbarmen zu uns neigt. Das ist Licht: Gott und Seine Gnade, Gott und Sein Reich, Seine Schöpfung, Seine Engel und Heiligen.

Denn wie die Engel wirklich sind, das kann kein menschlicher Geist denken, sonst wäre er nicht mehr menschlich, genauso wie wir Gott irgendwie „vermenschlichen“ müssen, um Ihn fassen und nach unserem Höchstmaß prägen zu können. Den wirklichen Gott kann nur Gott fassen.

Wenn sich also die Engel herab neigen, dass wir sie ahnen oder fassen können, so ist das ein viel größerer Akt der Demut für sie als wie ihn Gott auch von uns fordert, indem Er sagt: „Was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr Mir getan!“ Und damit schließt sich wieder der Ring von Gott über Engel zum Menschen, zu jenem Geringsten, der Gottes Liebe trägt.

Der Engel ist Mittler. Jesus Christus als Gottmensch ist Mittler. So hat der Vater die Engel schon im Hinblick auf Seinen Sohn geschaffen. Er hat sie sogar bis zu Ihrem Fall Söhne Gottes geheißen. Dann freilich wurden sie Knechte. Und selbst die seligen Engel nennen sich bis heute in der Erkenntnis ihrer geschöpflichen Wesenheit „Knechte Gottes“.

Wir dürfen nie in den Gedanken verfallen, die Existenz der Engel anzuzweifeln, ihr Wesen und Wirken zu bekritteln oder sie zu verniedlichen. Wir werden einmal sehen, wie sehr Gott gerade auf die Engel als Mittler gehört hat, wie wenig Er die ihnen zugefügten Kränkungen von Seiten der Menschen übersieht.

An der Tatsache der Einwirkungen der gefallenen Engel auf uns, die der einfachste Christ in der Form der Versuchungen und seelischen Bedrängnisse kennt, können wir die Größe derjenigen seligen Engel erkennen, die Gottes Kraft- und Lichtträger sind, die Vollstrecker Seines Willens. – (cpc) †

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