Top-GBrief-2

Der Einfluss des Engels auf den Menschen

Der zweite Beitrag aus den Schriften von Mutter Bitterlich zeigt die Bedeutung der einzelnen Engelchöre auf das Leben der Menschen. Konkret wird aufgezeigt, wie der Mensch „an der Hand“ der einzelnen Engel lernt, Gottes Willen zu erfüllen.

Wir dürfen nicht glauben, wenn wir anfangen, die hl. Engel zu verehren und wenn wir uns bemühen, sie näher kennenzulernen, dass wir auch sehr bald engelgleich werden. Wir müssen immer denken, dass gerade jene Engel, welche uns zunächst stehen, unser Schutzengel, die Engel und Erzengel, in einem erbitterten Kampf stehen gegen die Mächte der Finsternis, welche offen und versteckt, mit List und Bosheit und Gewalt die Seele des Menschen zu ihrer Beute machen wollen. Wer sich daher an die Hand der hl. Engel begibt, muss sich zuallererst auf Kampf gefasst machen. Darum heißt es ja auch, dass jeder im „Bau der Engel“, im „Werk der hl. Engel“ siebenmal härter geprüft werden wird. Er hat aber auch die siebenfache Kraft durch die hl. Engel, wenn er sich an diese 3 Bedingungen hält: Der unerschütterlichen Treue, des unbedingten Gehorsams und des absoluten Schweigenkönnens.

Der Schutzengel des Menschen steht immer im 9. Chor, um der göttlich liebenden Gerechtigkeit willen, damit kein Mensch vor dem anderen vielleicht eine stärkere Kraft durch seinen Schutzengel erhalte. Es ist wohl jeder Schutzengel ganz verschieden vom andern. Bei dem einen ist der Grundzug seines Wesens eine Statik der Glaubenstreue, bei dem anderen vielleicht die Dynamik der Verkündigung des Wortes. Aber in dem Maß ihrer Kraft, ihrer Stärke sind sie sich alle gleich. Es wird jeder Schutzengel seinen Schützling ganz individuell führen und beeinflussen, sobald der Mensch sich ihm überlässt. Aber die Kraft der Führung bleibt doch immer im Rahmen der Kraft und der Prägung des 9. Chores. Der 9. Chor aber ist vor allem dem menschlichen Leben zugeordnet und dem Leben der Schöpfung zum Zweck der Behütung und der Abwehr der höllischen Kräfte.

Darum wird der Mensch, der die Hand seines Schutzengels ergreift, sofort von den Versuchern, den „guten Freunden“ aus der Hölle umringt. „Ich weiß es nicht, was das ist.“, sagt dann der Mensch erstaunt, „Ich habe gedacht, jetzt ginge es leichter durch die hl. Engel. Stattdessen werde ich noch mehr bedrängt“.

Wisse, Mensch, der 9. Chor ist der abwehrende Chor, und inmitten der Engel dieses Chores wirst du das Abwehren lernen. Das Unterscheiden zwischen Gut und Böse, das Feststehen im Kampf. Es ist ganz wichtig, dass der Mensch die erste und allgemeine Taktik des Bösen endlich erkennt und abwehrt, das Versuchen über charakterliche Einbruchstellen. Jeder Mensch hat solche Einbruchstellen, die er zu wenig geschützt hat; bei dem einen ist es eine „fürchterliche Zerstreutheit“, bei dem anderen ein „angeborenes Misstrauen“, bei einem dritten ist es, „zu viel Phantasie im Reden“, ... oder eine „Empfindlichkeit“, die Stelle, wo man sterblich ist. Hier setzt die Arbeit des Engels an der Charakterschulung des Menschen ein, wenn sich dieser der Hand seines Beschützers überlässt. Es ist eine jahrelange Arbeit und erfordert viel Geduld und Zähigkeit, diese Einbruchstellen, wo immer wieder der Versucher als „Hausverstand“, als „Vernunft“, als „innere Stimme“ einzubrechen versucht, zu verstärken, abzuriegeln, durch Selbstzucht, durch Gebet, Wachsamkeit außer Kampf zu setzen. Wenn der Mensch nur dies an der Hand seines Schutzengels erreicht, dann hat er schon Gottes Barmherzigkeit im Gericht erreicht.

Um die Hilfe des Engels an sich auch wirksam werden zu lassen, muss der Mensch die 3 Wesensmerkmale der Engel des 9. Chores nun sich zu eigen machen; das sind: Die wache Bereitschaft, die ruhige Entscheidung, die unerschütterliche Treue.

Die Engel des 9. Chores sind Statiker; steht also der Mensch fest in Gott und in den Gesetzen Gottes verankert, wird ihn kaum ein Versucher dauernd umlegen können.

Aus dieser Vieltausendschar von Menschen, welche sich mühen, die Versuchung tapfer zu überwinden, ragt ein Großteil langsam in den nächsten Engelchor hinein: Den der Erzengel. Dieser Chor ist der abwehrende und angreifende Chor.

An der Hand der Erzengel lernt der Mensch nicht nur das Taubwerden gegen die freundlichen Verlockungen, sondern das Zurückschlagen, das Ausfindigmachen von Bruchstellen im dämonischen Lager und das Sprengen von Lügennetzen, von Umgarnungen, von feindlichen Schachzügen. Alle Schutzengel sind in 7 Machtbereiche, verwaltet von den 7 Erzengeln, der Himmelskönigin unterstellt. Alle Schutzengel leiten daher ihre Bitten um Hilfe über diese 7 Erzengel nach oben. (Wir dürfen nicht glauben, dass dieses Weiterleiten so langsam geht, ähnlich dem Aktenweg in unseren Büros. Das ist ein Werk in Sekundenschnelle.) Kämpfernaturen unter den Menschen, mögen sie auch im Leide einer Klosterfrau, eines Arbeiters, einer Kranken, einer einfachen Mutter stecken, werden dann ganz besonders an die Hand der Erzengel genommen. Freilich müssen sie sich bereits die wache Bereitschaft, das innere Ruhig-Sein-Können, die unerschütterliche Treue zu Eigen gemacht haben. Auf diesen bauen die Wesensmerkmale der Erzengel auf: Die Klarheit (intuitive Zeitschicht), der doppelte Mut (Starkmut und Dienmut), der unbedingte Gehorsam.

Hier geht der Kampf nicht mehr zwischen Menschen (an Engelshand) und Teufel hin und her; hier steht der Mensch bereits beschützend vor anderen Menschen, den eigenen Kindern und Schutzbefohlenen, einer Gemeinschaft, Pfarrei, Krankenabteilung, usw., um für sie die Angriffe des Bösen nicht nur abzuwehren, sondern die höllischen Drahtzieher auch mattzusetzen.

Man kann deutlich auch die Eigenart der Erzengel in ihrer Auswirkung auf den Menschen erkennen:

Den Menschen an der Hand St. Sadiels wird das Leben, die Sicherheit, der Sieg der hl. Kirche ganz besonders am Herzen liegen; die Priester, Klöster.

Den Menschen an der Hand St. Ariels wird die Sicherung der Familie, des Ehelebens, die Behütung der Jugend und Jugendorganisationen ganz besonders am Herzen liegen.

Den Menschen an der Hand St. Gabriels wird das geistige Leben in den Klöstern und Erziehungsanstalten, das Innen- und Opferleben verborgener Seelen, die Lebens- und Opferkraft von Müttern und Priestern ganz besonders am Herzen liegen.

Den Menschen an der Hand St. Jophiels wird die Rettung und Erneuerung der Welt, der Kirche, der Klöster durch den Sühnegedanken, den Sühnekreuzzug, durch Weihen an das Herz Jesu, Herz Mariä, u. a. besonders am Herzen liegen.

Den Menschen an der Hand St. Gratiels wird die Erfassung aller Not durch die Caritas, die barmherzige Liebe und Hilfsbereitschaft, das Lastträgertum besonders am Herzen liegen mit dem Zentrum: Eucharistie und Hinführung des Menschen zum Tabernakel.

Den Menschen an der Hand St. Raphaels wird die Heilung von durch den Bösen geschlagenen Wunden, auch die körperliche Heilung der Menschen, die Durchsetzung der Welt mit der Liebe Gottes, die Abdrängung der Einflüsse der satanischen Hierarchie auf Erden besonders am Herzen liegen.

Den Menschen an der Hand St. Michaels wird die Durchsetzung der Welt mit dem Gottesgedanken, die Missionierung aller Völker, die Rettung jeder einzelnen Seele noch vor dem körperlichen Tode, die Vermeidung von Weltkriegen, aber der klare, offene Kampf gegen die Hölle besonders am Herzen liegen.

Auch der Einfluss des Chores der Mächte ist unmittelbar wie jener der Erzengel und Engel. Dieser Chor ist zweigeteilt: In die dreimal 7 Mächte des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe - dieser Teil ist der erweckende Chor (teil) und in die 12 Mächte der Kirche. Dieser Teil ist der bestimmende (manifestierende) Chor (teil).

An der Hand der Mächte des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe betet der Mensch: „Ihr heiligen Engel, helft uns immer mehr zu glauben, zu hoffen und zu lieben; helft uns immer starkmütiger zu glauben, immer tapferer den Glauben zu bekennen, immer zäher zu vertrauen, immer tiefer zu lieben, immer bereitwilliger zu opfern!“

Diese Gnaden vermitteln die Mächte direkt an die Menschen. Sie tragen also das Göttliche „Werde!“ in den Menschen hinein und weiten von innen her nach außen, stählen und spannen eine Glaubenskraft, sein Vertrauen, seine Liebe. Sie sind diejenigen, welche verschütteten Kinderglauben wieder aufbauen, sie sind die geistigen Hausbauer, Dombauer, Tabernakelbauer der Seele; sie pflanzen den Weinberg, sie roden den verwüsteten Acker der Seele in der Kraft des Gnadenstromes der Göttlichen Liebe, der sie speist!

So trägt dieser eine Chorteil das Göttliche „Werde!“ der Liebe zu den Menschen, so trägt der andere Chorteil der 12 Mächte der Kirche das Göttliche „Sei!“ in der Ordnung des Willens Gottes. In ihr spricht Gott: „Sei Mein Priester! So sei eure Ordnung; dies sei Euer äußeres und inneres Leben in der Kirche, dies sei euer Festtag!“ Man sieht sofort, dass dieser Chorteil durch seine manifestierende Eigenart von einer statischen Struktur ist und auch dies den Menschen in der Kirche weitergibt. Darum wird die heilige Kirche immer Fels sein in den Wogen des bewegten Schöpfungsablaufes. Diese 12 Engel haben auf die hl. Kirche daher einen erhaltenden, befestigenden, fundamentierenden Einfluss.

Was die dreimal 7 Mächte erwecken, das erhalten, beleben und festigen die 12 anderen Mächte sowohl im Großen wie in jeder einzelnen Seele.

Die Wesensmerkmale für diesen Chor der Mächte sind im Bezug auf den Menschen:

Für die dreimal 7 Mächte: das Schweigen, das Weiten, das Aufbauen.

Für die 12 Mächte: Das Künden, das Festigen, das Erhalten.

Drei Chöre tragen immer in gewandelter Form dieses Göttliche „Werde!“, immer je einer in jedem der drei großen Ringe (Ternare); das sind der 3., der 5. und der 7. Chor.

Der dritte Chor der Throne trägt das „Ich bin“ des Vaters. Von diesem „Ich bin“ geht das „Werde!“ als Lebensruf in die Schöpfung. Dieses „Werde!“ ist also lebenserweckend durch den Glauben.

Der 5. Chor der Gewalten trägt das „Ich will“ des Sohnes, und aus diesem „Ich will“ des Sohnes geht das „Werde!“ als Willensruf in die Schöpfung. (Man braucht nur die sieben Brüder der Seele anzuschauen oder St. Sederim!) Dieses „Werde!“, das die Gewalten tragen, ist also willenerweckend durch die Kraft des Wortes, durch das Vertrauen des Menschen auf die Kraft des Wortes.

Der 7. Chor der Mächte trägt das „Ich komme!“ des hl. Geistes. Und aus diesem Liebesruf des Geistes strömt die Macht des „Werde!“ und des „Sei“.

Nur die Engel im Ring der Menschwerdung und Erlösung wirken unmittelbar auf den Menschen ein.

Die Engel im zweiten Ring der Ordnung, der Allmacht Gottes, wirken nur im Gnadenfall (also bei Wirksamkeit nach der Engelweihe, Priesterweihe, Profess, u. ä.) unmittelbar, sonst mittelbar auf den Menschen ein. Ihr Einfluss ist infolge der größeren Kraft ihrer Wirksamkeit und ihrer Gotteserkenntnis und darum Gottnähe bedeutend größer als jener der Engel des Ringes der Erlösung, aber er ist auch viel weiter ausladend; er bezieht große geistige und seelische Strecken, Bezirke mit ein. So wie es in der Hl. Schrift heißt: „Und der Engel (der Gewalt) schlug in einer Nacht 185.000 Mann“, so speist auch heute noch ein solcher Engel ein ganzes Volk unter dieser Tyrannei mit Bekennermut und Zähigkeit des Durchhaltens. Eine Ausnahme bilden die 7 Erzengelfürsten, die ihre durch den Chor der Fürsten erhöhte Kraft in den Ring der Erlösung tragen dürfen als Chor der Erzengel und dadurch wahre Führer der himmlischen Heerscharen werden, mit größerer Kraft als die Mächte.

Der 6. Chor der Fürsten könnte auch der Chor der Verwaltung oder der Verwalter heißen, wenn er nicht im besonderen Maß das Reich Mariens bilden würde. Stehen doch die hohen Fürsten in einer doppelten Zwölfzahl um Maria, ihrer Königin; und ihnen verdankt die Menschheit im besonderen Maße die Intensität der Marien-Verehrung. Langsam, aber sicher ziehen sie ihre Schachzüge, und mag die Hölle noch so wüten, und mag die alte Erde noch so vermorschen! Diese 2 mal 12 werden das Banner Mariens noch auf der Erde aufpflanzen, ehe der Menschensohn kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Denn Maria muss ja mit ihrem Mantel die Menschheit und besonders die Kirche decken, wenn das Zorngericht Gottes hereinbricht, das wissen die hohen Fürsten nur zu gut!

Wenn wir nun den Chor der Fürsten den verwaltenden Chor nennen wollen, so verwalten diese Engel geistige und irdische Bezirke. Der charakterliche Einfluss auf den Menschen ist normalerweise nur mittelbar. Diese Engel sorgen für die „geistig vegetative“, also nicht erflehte, sondern von Gott in seiner Liebe allen Menschen zugedachte geistige Nahrungszufuhr durch Strahlung, Hauchung, Belebung; durch günstige geistige Lebensbedingungen, durch den heilenden, zu Gott führenden Einfluss der Natur auf den Menschen. Das Wesensmerkmal der Hohen Fürsten ist, dass wir Gnaden schöpfen können: das Wesensmerkmal der Versiegelten Fürsten ist, dass wir Wissen schöpfen können; das Wesensmerkmal der stillen Fürsten ist, dass wir Hilfe schöpfen können, vor allem über unsere Schutzengel.

Die Menschen mit besonderer Gottgebundenheit können aber auf ihrem Weg zu Gott förmlich durch diesen Chor emporsteigen (vom 9. zum 8., 7., 6., und so fort) und dies erklärt dann, dass solche Menschen nach den Begriffen ihrer Mitmenschen mehr können, mehr wissen, Gott näher scheinen. (Gegengleich kann man dann von den satanshörigen Menschen sagen: Je tiefer sie ins dämonische Reich einsteigen, desto mehr höllische Kräfte erhalten sie, desto mehr Kenntnisse über Verwünschungen, Vernichtungen, etc.)

Menschen also, die an der Hand ihres Engels immer mehr von der Liebe Gottes emporgezogen werden (denn von selber können sie nicht hinaufsteigen) und förmlich von den Fürsten eingeschlossen sind, tragen in dieser Phase auch charakterlich die Merkmale dieses Chores; die innige, unauslöschliche Liebe zu Maria, die aus ihrem Chor einen ganzen Kreis ausstrahlt, die große Ruhe der Seele im Beten, Wissen und Helfen, das unumstößliche, tiefdemütige Knechtsbewusstsein, in dem niemals eine Empfindlichkeit, ein Argwohn, ein Trotz, ein Nachtragen Platz hat; das Planen auf weite Sicht (Schachzüge Gottes) und das Wartenkönnen.

Anders ist der 5. Chor, der Chor der Gewalten, der dynamische Chor. Keiner ist so dynamisch wie dieser, keiner trägt den Willen Gottes in so ausgeprägter Form in die Schöpfung hinein und aus der Schöpfung hinauf zum Throne Gottes wie dieser. Diese Engel sind Zwinger und Bezwinger im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn die alten Völker von einem Sonnengeflecht reden, um das ein Geschöpf oder ein System aufgebaut ist, so könnte man dies auch von dem Chor der Gewalten sagen, der in der Mitte zwischen dem Himmelreich und dem Erdenreich, zwischen dem Thron Gottes über allen Wolken und dem Kreuz auf Golgatha steht und den Willen Gottes mit ungeheurer Intensität in die Schöpfung hineinträgt, schleudert und durchsetzt. Diese Engel sind in den Hohen Gewalten die Träger des Bundes Gottes mit den Menschen (Welche wahrhaft göttliche Gewalt muss sich Gott antun, um mit seinen eigenen Geschöpfen einen „Bund“ zu schließen!), in den Niederen Gewalten die Träger der Gesetze Gottes, in den Mittleren Gewalten die Träger des Willens des Sohnes, die Menschheit an sich zu ziehen und zu binden.

In den Reihen der Gewalten stehen die Priester nach dem Herzen Gottes. Nicht aus sich haben sie diesen Rang, diese Gewalt, sondern durch die Kraft ihrer Gewalt über Gott, durch die Kraft ihrer Weihe.

Nicht was sie sind, macht sie so gewaltig, als das was sie tun. Auf ihrem Wort, dem Gott göttliche Kraft verliehen hat, liegt die Gewalt. Darum ist ihre Strafe auch göttlich hart, wenn sie dieses göttliche Wort, über das sie Gewalt besitzen, schänden. Darum ist es so not, so bittere Not, rasch, rasch den Priestern zu helfen, ehe einer von ihnen dem Strafgericht anheimfällt. Auch die Ordensstifter stehen hier in dieser Höhe, und alle Heiligen sind durch diesen Chor hindurchgegangen, da sie Gewalt an sich geübt haben, mit übermenschlicher Kraft.

Die Merkmale dieses Chores sind das Bezwingen, das Durchsetzen, das Besiegen durch den Willen Gottes. Die Menschen in diesem Rang an der Hand ihres Engels haben auch alle etwas Bezwingendes an sich (nicht etwa das „Bezwingende“ eines stechenden Blickes, das „Bezwingende“ eines Propagandaredners, über dessen Ursprung einem bald kein Zweifel mehr gelassen wird), und die Menschen haben das Gefühl bei einem solchen Gottgebundenen Menschen der Gottnähe der Kraft, die von Gott ausgeht.

Sobald aber ein Mensch gnadenhaft an der Hand seines Engels aufsteigen darf in die Einflussspähre der Herrschaften, spürt er sofort den weitenden Chor. Liebe macht weit! Und kein anderer Chor wie dieser trägt die Liebe Gottes in einer dem Menschen noch fassbaren Form. Denn wenn wir, besonders in den Gebeten, oft die Seraphim erwähnen, so können wir doch weder deren Wesenheit noch deren Wirksamkeit in Wahrheit fassen oder aushalten. So Gottnahe ist dieser Chor auch gar nicht mehr dem Menschen, sondern Gott zugewendet.

Die Herrschaften, der oberste der 6 in der Schöpfung wirkenden Chöre, tragen den Gnadenthron der Liebe, der vom Herzen Gottes über den Engel der Liebe und über die Seraphim in die Schöpfung einfließt.

Mittelbar verspürt der Mensch besonders in seiner Reifezeit, im Alter den Einfluss dieses Chores, der weitet in der Liebe, weitet in der Weisheit, aber auch leitet im Erkennen. Unmittelbar ist der Einfluss dieses Chores nur auf dem Gnadenweg erreichbar und bei uns festzustellen bei Heiligen und heiligmäßigen Menschen. Solche Menschen haben eine große innere Ruhe, eine Weite in ihren Gedanken und Plänen, eine intuitive Sicherheit und Ruhe in ihren Entscheidungen. Die Gaben des hl. Geistes sind in ihnen spürbar, sowie ein ganz inniges, nicht nur Gottverbundenes, Gottgeeintes Sein, das besonders Hilfsbedürftige, Suchende, sich nach Gott Sehnende und Gott Liebende anzieht. Dem Chor der Herrschaften ist als Erkennungsmerkmal neben der sonnigen Weite der Duft eigen. So steigt auch der Duft des Gebetes der Heiligen empor von der Erde zum Thron Gottes, und wir hören manchmal von solchen noch auf Erden lebenden Menschen, dass ein Duft ihre (oft nur geistige) Anwesenheit kennzeichnet. (P. Pio)

Es scheint, dass die Wesensmerkmale des Chores (der Engel) der Herrschaften mit jenen der Fürsten übereinstimmen, doch ist den Herrschaften noch der viel intensivere Glanz, der Duft, dieses „nur mehr auf Gott schauen“ eigen. Sie machen keine Schachzüge Gottes wie die Fürsten, aber sie erhellen weithin und durchströmen die Menschen (gnadenhaft unmittelbar und aufgabenmäßig mittelbar) mit dem Nardenduft der Schönheit der Liebe, mit dem Myrrhenduft der Gerechtigkeit der Liebe, mit dem Weihrauchduft der Weisheit der Liebe.

Wir dürfen nicht vergessen, dass außerdem jeder Engel seine eigene Aufgabe ausstrahlt und Menschen und Schöpfung in dieser Weise beeinflusst. Je höher hinauf es in den Chören geht, desto größer ist die Einflusssphäre eines einzelnen Engels, aber auch desto schwerer von uns erfassbar-, desto mehr sehen wir Menschen in ihm schon den göttlichen Einfluss, weil der Engel durch die Gottnähe für uns gar nicht mehr erkennbar oder fassbar ist.

Der Einfluss der 3 obersten Chöre, der 3 x 7 Seraphim, der 3 x 7 Cherubim, der 3 und 7 und nochmals 3 und 7 und 1 Throne geht über Maria, über den Engel der Kirche, über den Engel der Erde und über die Sieben Engel vom Dienst vor Gottes Thron, also nie direkt. Der Einfluss der Throne sieht graphisch so aus: Breit ausladend, wenn es ganzen Völkern oder Ideenbereichen gilt; spitz zulaufend, wenn es in der Auswirkung über die Fürsten, Mächte und Engel dem einzelnen Menschen gilt. Dieser Chor ist seiner Prägung nach der Lebensspeicher unter den Chören. – November 2009 – (cpc)†

- 15350936.0821 -

Seite noch oben

Index: GB-Visionen

Mystik

AKE-Visionen

       Bitterlich   

Exorzismus

GB-Visionen

 

Zeitung

Mystik

SB