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„Tröste dich, Ich bleibe schneeweiß“

Der folgende Beitrag ist eine Perle aus der Engelmystik. Erkennbar wird, wie Gott und Seine Engel in das Leben eines Menschen eingreifen, der die Gnade erhält, uns das Wirken der Engel näherzubringen, zu unserem Nutzen.

Die Nacht über, in großer Dunkelheit, sind Verrat und Untreue zur linken Seite des Kreuzes, ist das rinnende Blut des Herrn zur rechten Seite. Und die Seele wird ausgespannt von Sühne zu Sühne, wie von einem Ende der Kirche zum anderen. Seele, vergiss nicht dein „ecce“, dein „Sanctus“, vergiss nicht den blinden Glauben, die blinde Hoffnung, die blinde Liebe, das unerschütterliche Vertrauen! Vergiss nicht, Seele, doppelt zu lieben, doppelt treu zu sein, doppelt in Bekennermut einzutreten, wenn Gott dich reden heißt, zu Seiner Ehre und zur Ehre der Seinen. Vergiss auch nicht, dich zu beugen und dich wahrhaft für schlechter zu halten als die, welche dir Kummer machen. Musst du nicht in den Boden hineingetreten werden, damit du tragender Boden werdest für die, die du liebst? Bist du nicht wirklich schlechter, wenn du die vielen verschütteten Gnaden und Liebeserweise Gottes bedenkst, die du nicht benützt hast? Unterscheide immer zwischen der Tat, für die du da zu stehen hast, bei dir und bei denen, für die dich Gott dastehen heißt, und zwischen dem Menschen, der mitten in der unendlichen Barmherzigkeit Gottes steht, den Gott nicht fallen lässt, weil Er ihn liebt.

Siehst du nun deine Arme?: Hier Sühne, hier Liebe.

„Wichtig ist das Maß“, sagt der Engel, und die Prüfung des Maßes kann nur geschehen, wenn das Gleichgewicht der Seele ins Schwanken gerät. Je mehr du dem Herzen und seinen Regungen nachgibst, desto weicher und weiter und lebendiger wird dein Maß, aber auch desto größer ist die Gefahr einer Unordnung im Maß, einer Maßlosigkeit, einer Ausschüttung. Je mehr du dem Verstand und dem Willen das Maß anvertraust, desto geordneter wird dein Maß, aber auch desto kühler, abwägender, berechnender, enger und starrer. So musst du das Maß lernen am Maß Gottes, Dessen Liebe gleich groß ist wie Seine Gerechtigkeit, Dessen Allmacht gleich groß ist wie Seine Selbstentäußerung, Dessen unfassbares Licht gleich groß ist wie Sein ebenso unfassbares Dunkel des Geheimnisses. Dein Maß muss am Maß Gottes unbeirrbar hängen wie das Angesicht des Engels unbeirrbar am Angesicht Gottes hängt, es muss ganz ruhig und klar sein und doch voll Liebe und aufmerksamer Bereitschaft, es muss in seiner Tiefe im Schweigen verankert sein.

Lerne auch im Maß die kleinen Schritte der Sühne: Geh behutsam auf dem Weg des Schmerzes und sei wachsam gegen bittere, harte Gedanken. Trage aber auf deiner Schulter so viel als du nur tragen kannst an Last der Sühne, Last des Kreuzes. Trage es schweigend, trage es tapfer und froh, trage es im blinden Glauben an die Hilfe Gottes und die Hellhörigkeit Seiner Engel, vergiss nie dein „Ecce“, dein „Adsum“, dein „Sanctus“, bleibe im Maß, denn so spricht der Herr:

„Tröste dich, Ich bleibe schneeweiß und auch Meine Engel bleiben schneeweiß. Was aus der Hölle ist, wird zur Hölle zurückkehren. Du aber stell dich im Maß in alle Maßlosigkeit, leidend in den Angriff, schweigend in den Kampf. Auch Gnadenstätten müssen erkämpft und erlitten werden. Ich kann sie vergeben und auch zurückziehen, lass dich nicht verwirren, bleibe auch du schneeweiß.“

Es ist eine solche Dunkelheit und Verwirrung immer wieder heran rollend wie große Wogen, dass die Seele das Böse förmlich in der Luft greifen kann. Es geht hart auf hart, wird sie stürzen, wird sie knien bleiben? Wird sie die Seelen, für die sie da zu stehen hat, verlieren? Der Engel sagt: „Bete! Bete die Liebe zum Gebet in die Seelen hinein! Denn mit der Liebe zum Gebet fängt das Leben Gottes in den Seelen an!“

Ein Himmelsfürst kniet da während der Hl. Kommunion, er nennt sich „Fließendes Licht Gottes“ und das ist er auch. In der einen Hand hält er eine gebändigte Schlange, mit der anderen Hand zieht er - o mein Gott, Herr, erbarme Dich! - wieder einen Nagel aus seinen weiten Mantelfalten. Der Nagel ist wie ein spitzer Dorn, so spitz wie eine Nadel.

Der Blick des Engels ist gütig und ruhig und klar. Er sagt: „Fürchte dich nicht, Schwester, es sind doch die Engel um dich. Sprich: Fiat mihi zum Willen des Herrn, Der dich hier gehen heißt auf dem kleinen Weg der Sühne. Der Dorn tut weh, er sticht das Herz durch, dafür können andere Herzen, wenn sie nur erst einmal aufgebrochen und vor Gott zerbrochen sind, heilen. Siehe, die Dornenkrone um das Herz ist weit weniger sichtbar als die Dornenkrone um das Haupt, und doch tut sie noch mehr weh. Nimm sie ruhig an, diese Krone, und sage dir, „das ist die Brautkrone der Verborgenen und Geringen. Man kann sie leicht mit beiden Händen umspannen. Wie gut ist Gott, dass Er mir nur so ein kleines Maß vorgibt. Ich habe nun nichts mehr zu tun, als ‚fiat mihi‘ zu antworten, um mich dorthin führen zu lassen, wohin Er will. Ich werde das Höchstmaß Seiner Liebe beantworten mit dem Höchstmaß meiner Ohnmacht, das Höchstmaß Seiner Weisheit mit dem Höchstmaß meiner Torheit, Seine Fülle mit meiner Armut. Ich bitte dich, Engel, führe mich.“ Und wir werden dich führen.

In einem großen Schmerz ist es natürlich, wenn er in einem wohnt, auch auf sich zu schauen, ja, sich förmlich zu betrachten, und das muss auf dem kleinen Weg der Sühne ganz schnell geändert werden. Der Schmerz kommt vom Herrn und geht samt unserem guten Willen und unserer Liebe zum Herrn, er ist nur der Knecht, der zum Hochzeitsmahl ladet. Dorthin, wohin uns der Knecht führen will, zu Gott müssen wir schauen, auf das Ende des Schmerzes in Ihm, auf die Heiligung des Schmerzes durch Ihn, auf das Einswerden Seines Kreuzes mit unserem Kreuz, das Liebe bedeutet. Unser „fiat mihi“ soll noch viel mehr Liebe sein als unser „Ecce“, weil es noch mehr Willensentäußerung ist als dieses, weil es schon ein Hineinsinken ist in den göttlichen Willen, kein Schwachwerden, sondern eine bewusste Hochzeitsgabe.

Herr, lass Dich in allen kleinen Dingen des Alltags loben; lass Dir durch alle kleinen Dinge des Alltags danken; lass Dich in allen kleinen Dingen des Alltags lieben!

Lerne, sagt der Engel, auf deinem kleinen Weg der Sühne wie Öl zu sein auf den Wogen, das ist das Öl der Ruhe und Beruhigung. Lerne auch Öl zu sein der Heilung und Heiligung. Es soll niemand merken nach außen, wenn Gott den kleinen Weg der Sühne dir schwer macht. Nach außen sollst du Öl der Ruhe und Beruhigung sein, magst du auch nach innen brennen vor Weh. Und magst du auch meinen, nach innen verbluten zu müssen, nach außen sollst du heilen, wo du nur kannst, und schlichten und zu Gott hinlenken. Und du sollst dich immer wieder anbieten von neuem als Schuldopfer für die, welche dir Gott nahe stellt und die ihre Schuld nicht einsehen, und niemand soll davon wissen als der dich leitet. Dazu musst du die Schritte immer kleiner machen, die Last immer höher aufladen, du musst auf dem Kreuzweg der Liebe bleiben mitten im Alltag. Denn Gott will durch euch alle den Alltag mitten in der Welt geheiligt und heilgemacht wissen, diesen Boden des Massenelendes und der Massenschuld. Dort sollt ihr das Kreuz Christi aufpflanzen, mitten in jeden Tag.

Ganz schwer schleppt sich der Mensch am Morgen zu seiner Arbeit und die Gefahr liegt nahe, auch untertags an diese Träume zu denken und ihnen nachzuhängen. Doch da steht ein Engel hier, ein ganz scharf gezeichneter mit einem Antlitz wie ein Adler; er sagt: Schenke solchen Träumen keinen Gedanken, denn Gott spricht nicht so. Solche Träume sind nicht zu Gott hinführend und darum nicht von Gott.

Gott spricht selten in Träumen, da du Sein Wort in der Kirche findest und den Weg. Wenn Gott einmal in einem Traum zu dir spricht, so spricht Er dreimal: Durch das Blut; denn du bist nach einem Traum aus Gott wie neugeboren und ganz frisch. Er spricht durch das Wasser der Gnade, das du schöpfst in der hl. Kirche und das dir gleichzeitig den Sinn des Traumes bestätigen wird. Und Er spricht durch den Geist, das ist dein Engel, der dich führen wird, so wie es Gott vorgegeben hat. So brauchst du niemals zu grübeln, sondern nur zu beten und dich von deinem Engel führen zu lassen.

Weg mit den Träumen! Es ist wie ein Infekt unserer Tage, die Empfänglichkeit für alles geistig Außergewöhnliche, die sich natürlich der Böse zunutze macht durch Träume und Traumdeutungen, durch Zukunftserforschung und Wahrsagerei, durch eine vorangetriebene menschliche Schwäche für Okkultes und Spiritistisches. Darum setzt auch mehr denn je unser Herr die Engel ein (auf die der Mensch eben durch seine Empfänglichkeit bedeutend besser reagiert), um durch sie den Menschen zu einem geraden, festen Wachstum der Seele zu bringen, um durch sie den Sühnegedanken noch viel tiefer nicht nur in die Herzen, sondern noch mehr in den Willen der Menschen einzusenken, um den Menschen daran zu gewöhnen, dass der Engel wirklich und wahrhaftig sein bester Helfer und Schützer und Freund ist und ein Todfeind von allem Okkulten, Spiritistischen, Sensationellen, Propagandistischen, Unwahren, Unechten, Komplizierten und ...

 

Der Engel ist die Widerspiegelung der einfachen Wesenheit Gottes und daher selbst einfacher Wesenheit.

Und das Wichtigste: Der Engel ist der beste Unterscheider von Echtem und Falschem, sei es in Einflüsterungen, in Worten oder Taten. Den Engel kann man nicht betrügen und es ist ein strenges Wort Gottes: „Glaube nicht ihn missachten zu dürfen.“ Gott verlässt Sich also ganz fest auf Seine Engel, und ihre Anklage oder Verteidigung hat großes Gewicht.

Wir sollen daher mehr auf unsern Engel hören als auf Träume oder sonstige übersinnliche Wahrnehmungen, so prickelnd sie manchmal die Sinne des Menschen gefangen nehmen können. Unsere Engel aber hören wir täglich und stündlich in uns, in der Stimme unseres Gewissens, in seinen Mahnungen zur Nächstenliebe, zur Selbstzucht, zur Demut, zum Schweigen, zum größeren Opfer, zum schwereren Weg. So mahnt der Böse nicht! Was der Böse vorgaukelt, hat nicht das Heil der Seele im Vordergrund, sondern meist nur die Ablenkung von der getreuen Pflichterfüllung, das Abdrehen von der Blickrichtung auf Gott. Wir aber brauchen den großen, den mächtigen Engel, weil das Böse schon so überhand genommen hat, dass wir es nicht mehr unterscheiden können.

„Bete“, sagt der Engel: „Heiliger Engel Gottes, du mein Beschützer nach dem Willen Gottes, gib mir deine Augen, damit ich Gott und alles Gute sehen lerne und unterscheiden; gib mir deine Ohren, dass ich Gott und alles Gute hören lerne und unterscheiden; gib mir deine Hände mit den rechten Waffen gegen mich selbst und gegen alles, was gegen Gott ist. Amen.“

Der kleine Weg der Sühne geht zwischen Kochen und Essen und Waschen und Bügeln und all den kleinen Dingen des Alltags von Tag zu Tag und Nacht zu Nacht und immer wird er schwerer und vielleicht dadurch langsamer. Ein weiter Blick, ein weites Betenkönnen, ein tiefes Aufatmen der Seele, das gibt es schon lange nicht mehr, aber dafür ein immer intensiveres Mitnehmen aller, auch der kleinsten Dinge, zur Anbetung Gottes: Das Licht der Schreiblampe muss mit loben helfen, die summende Fliege und der wunde, wehe Zahn, die Sorge um die Fernen wird in das Benediktus hinein gebetet und der Verrat immer wieder mit Reuetränen abzuwaschen versucht, scheinbar ohne allen Erfolg. Und doch! Und doch! Wenn auch mit Entsetzen zu erkennen war, dass bei der Erschaffung der Engel der Eine, der Erste der verhüllten Engel herausfiel, o wir sind Menschen, wir können und müssen und werden erlöst werden!

 

Jäh steht an diesem Tag die Diskrepanz, die Gegensätzlichkeit vor der Seele: Engel - Engel. Was hat der Mensch aus dem Engel gemacht? Erträgt der Mensch jenen Engel nicht mehr, der Gott Selbst über die Wolken zu tragen imstande ist, der die Sünde schlägt mit dem Tod? Nein. Wir sind ein seichtes, weichliches Geschlecht geworden. Der Engel ist Zierrat geworden ohne Inhalt, er weckt kein mahnendes Gewissen mehr auf. Der Engel ist Kindermärchen geworden. Man weiß nicht mehr viel über den Engel, er geht uns praktischen modernen Menschen gar nicht mehr ab, was hat er schon auch mit Kino, Toto und Valuten zu schaffen? Er hat sich als Putto eingebürgert und damit ausgelebt.

So ist der kleine Weg der Sühne an diesem Tag nass von Tränen über diesen Handstreich des Bösen, den heiligen Engel, den Boten Gottes, den Kraftgewaltigen, so in den Staub gebeugt, in die Lächerlichkeit gezogen zu sehen. Und dafür Seele, sollst du Sühne leisten, dass es so etwas gibt, dass dies geschehen konnte?

Der ganze Mensch bäumt sich wild auf gegen solche Schuld. Aber da steht das Kreuz. Ganz klar steht es hier. Es steht nicht nur in der Mitte der Menschheit. Es steht auch in der Mitte der Engel, genauso, wie es symbolhaft und unverrückbar in der Mitte der Hölle steht als größte Qual aller Verdammten. Und dieses Kreuz sagt dir, Seele:

„Gib dich mir. Denn das ist Sühne. Mit dem Kreuz stehst du in der Mitte der Engel.“

Ist es dem Herrn am Kreuz besser ergangen als Seinen Engeln? Knie nieder, Seele, am Kreuz vor Deinem Herrn und Gott, und bitte um die Gnade, sühnen zu dürfen. Wer die Sühnelast wie ein Kreuz auf seinen Schultern lädt, der übernimmt ein menschliches Schutzengelamt. Er wird sehen und hören und empfinden lernen, was ein Schutzengel schweigend bei seinem Schützling mitmachen muss, ohne dreinschlagen, rütteln oder rufen zu dürfen. Er wird lernen, die Forderung Gottes an sich selber viel klarer zu erkennen, er wird schweigend lieben und dienen dürfen und wie sein Schutzengel niemals mehr das Angesicht vom Angesicht Gottes abwenden. Die Sühne-Übernahme soll künftig nicht mehr sein ein „du sollst nicht ohne deinen Bruder kommen“, sondern schon die Antwort: „Herr, ich will nicht ohne meinen Bruder kommen, vor Dein Angesicht.“

In dieser Nacht die große Gnade, aber auch große Last des geistigen Schutzengeltums erkennen dürfen. Jetzt erst lernt der Mensch begreifen, was ein Schutzengel leistet: Es ist wie eine Widerspiegelung der Passion, aber von Maria erlebt. Auch Maria sah und sieht zu, wie der Herr in den Schmutz getreten und von uns verhöhnt und gekreuzigt wird - und sie schweigt und sühnt und liebt und geht trotzdem mit uns als die Fürsprecherin, die Getreue. Und ebenso ist der Engel der getreue Fürsprecher und Helfer, der Schweigende, Liebende, Wartende. So soll unsre Sühne-Aufgabe sein, zu schweigen, zu helfen, zu bitten, zu lieben, getreu zu sein und nie zu verlassen.  - Juli 2007 – (cpc)†

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