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Das Gebot der Sabbatruhe

Es steht geschrieben: „Deine Arbeit sei ehrlich und den siebten Tag widme dem Herrn und deiner Seele.“ Dies ist mit dem Gebot der Sabbatruhe gesagt worden. - Der Mensch ist nicht mehr als Gott. Aber Gott vollendete seine Schöpfung in sechs Tagen und ruhte am siebenten Tag. Weshalb erlaubt sich der Mensch, dem Beispiel des Vaters nicht zu folgen und seinem Gebot nicht zu gehorchen? Ist es ein törichter Befehl? Nein! Wahrlich, es ist ein heilsamer Befehl, sowohl in körperlicher, als auch in moralischer und geistiger Hinsicht.

Der ermüdete Körper des Menschen braucht Ruhe, wie derjenige jedes erschaffenen Wesens. Der Ochse, der auf dem Felde gebraucht wird, der Esel, der als Lasttier nützlich ist, das Schaf, das uns das Lamm gebärt und die Milch gibt, sie alle ruhen sich auch aus, und wir lassen sie ruhen, um sie nicht zu verlieren. Auch die Erde des Feldes ruht, damit sie sich in den Monaten, in denen sie ohne Saat bleibt, mit den Salzen, die mit dem Regenwasser fallen oder aus dem Boden stammen, nähren und sättigen kann. Sie alle ruhen, auch ohne unsere Einwilligung zu erbitten, die Tiere und Pflanzen, die den ewigen Gesetzen einer weisen Erneuerung gehorchen. Warum will denn der Mensch weder den Schöpfer nachahmen, der am siebten Tage ruhte, noch die ihm unterlegene Schöpfung, sei es die Pflanzen- oder die Tierwelt, die sich nach diesen Gesetzen zu richten weiß und ihnen gehorcht, ohne ein anderes Gebot erhalten zu haben, als dasjenige, welches in ihrem Instinkt verankert ist?

Es gibt auch eine sittliche Ordnung außer der physischen. Sechs Tage lang dient der Mensch allem und allen. Wie ein Faden im Triebwerk des Webstuhls geht er auf und ab, ohne je sagen zu können: „Jetzt beschäftige ich mich mit mir selbst und mit meinen Lieben. Ich bin Vater, und heute gehöre ich meinen Kindern. Ich bin Bräutigam, und heute widme ich mich meiner Braut. Ich bin Bruder und freue mich an meinen Brüdern. Ich bin Sohn und kümmere mich heute um meine alten Eltern.“ - Es ist ein Befehl für unsere Seele. Die Arbeit ist heilig, noch heiliger ist die Liebe, am heiligsten ist Gott. Dessen eingedenk soll wenigstens ein Tag der Woche unserem guten und heiligen Vater geschenkt werden, der uns das Leben gegeben hat und es uns erhält. Warum ihn weniger gut behandeln als den irdischen Vater, die Kinder, die Brüder, die Braut, unseren eigenen Körper? Der Tag des Herrn gehöre ihm! Wie angenehm ist es, sich am Abend nach der Tagesarbeit in einem Haus voller Liebe auszuruhen, wie angenehm, es nach langer Reise wieder zu erreichen. Warum sollte man nach sechs Tagen der Arbeit nicht das Haus des Vaters aufsuchen? Warum nicht wie der Sohn sein, der von einer sechstägigen Reise zurückkehrt und sagt: „Siehe, da bin ich, um meinen Ruhetag mit dir zu verbringen.“

Aber nun hört gut zu. Ich habe gesagt: „Deine Arbeit sei ehrlich!“ Ihr wisst, dass unser Gesetz die Nächstenliebe vorschreibt. Die Redlichkeit der Arbeit gehört zu dieser Nächstenliebe. Der redliche Mensch tätigt keine betrügerischen Geschäfte, unterschlägt dem Arbeiter nicht den gerechten Lohn und nützt ihn nicht auf sündhafte Weise aus. Im Bewusstsein, dass der Diener und der Arbeiter Leib und Seele haben wie er, behandelt er ihn nicht wie einen leblosen Stein, den man mit dem Eisen schlagen oder mit dem Fuß stoßen darf. Wer nicht so handelt, der liebt den Nächsten nicht und sündigt daher in den Augen Gottes. Verflucht ist sein Gewinn, selbst wenn er davon die Abgabe für den Tempel zahlt.

Oh, welch verlogene Gabe! Wie kann er es wagen, sie zu den Füßen des Altares niederzulegen, wenn sie trieft vom Blut und den Tränen des ausgebeuteten Untergebenen oder wenn sie Diebstahl genannt werden muss, oder: Verrat am Nächsten; denn der Dieb ist ein Verräter an seinem Mitmenschen. Wahrlich, der Feiertag ist nicht geheiligt, wenn er nicht dazu dient, dass der Mensch sich erforscht, und wenn er nicht damit verbracht wird, sich zu bessern und die während den sechs Tagen begangenen Sünden wieder gutzumachen. - Ja, das ist die Heiligung des Feiertages! Das, und nicht eine andere, rein äußerliche Handlung, die eure Denkweise nicht um ein Jota ändert. Gott will lebendige Werke, nicht Trugbilder von Werken.

Vorgespielter Gehorsam gegenüber dem Gesetz ist Scheinhandlung. Scheinhandlung ist die vorgetäuschte Heiligung des Sabbats, die Ruhe, die gehalten wird, nur um damit den Gehorsam gegenüber dem Gesetz öffentlich kundzutun, während man die Mußestunden dazu benützt, um dem Laster in der Ausschweifung und Schlemmerei zu frönen, sowie im Überlegen, wie man in der kommenden Woche den Nächsten ausbeuten und ihm schaden könnte. - Die Heiligung des Sabbats, also die körperliche Ruhe, ist eine Scheinhandlung, wenn sie nicht gepaart ist mit einer inneren, seelischen, heiligen Arbeit ehrlicher Selbsterforschung, einer demütigen Selbsterkenntnis seiner eigenen Erbärmlichkeit, einem ernsthaften Vorsatz, sich während der kommenden Woche besser zu verhalten.

Ihr werdet sagen: „Doch wenn man dann von neuem in die Sünde fällt?“ Was würdet ihr von einem Kinde halten, das, weil es gefallen ist, keinen Schritt mehr machen wollte, um nicht wieder zu fallen? Dass es ein Dummkopf ist, dass es sich nicht zu schämen braucht wegen seiner Unsicherheit beim Gehen, denn alle sind wir unsicher gewesen, als wir noch klein waren, und dass unser Vater uns deswegen doch geliebt hat. Wer erinnert sich nicht, wie uns das Umfallen eine Flut mütterlicher Küsse und väterlicher Liebkosungen eintrug? - Dasselbe tut unser allergütigster Vater, der im Himmel ist. Er neigt sich über seinen Kleinen, der am Boden weint, und sagt: „Weine nicht! Ich werde dich aufheben. Das nächste Mal wirst du vorsichtiger sein. Komm in meine Arme. Da wird alles Weh vergehen, und du wirst gestärkt, geheilt und glücklich daraus hervorgehen.“ Das sagt unser Vater, der im Himmel ist. Das sage ich euch. Wenn es euch gelingen würde, den Glauben an den Vater zu haben, würde euch alles gelingen. Einen Glauben, gebt acht, wie jener eines Kindes! Das Kind hält alles für möglich. Es fragt nicht, ob und wie etwas geschehen kann. Es ermisst die Tragweite eines Geschehens nicht. Es glaubt dem, der in ihm Vertrauen erweckt, und tut, was er ihm sagt. Seid wie die Kinder vor dem Allerhöchsten. Wie liebt er diese verirrten Engelchen, welche die Schönheit der Erde sind! Genauso liebt er die Seelen, die einfach, gut und rein sind wie ein Kind. – Jesus –

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