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Du sollst Vater und Mutter ehren!

Wir sind alle Brüder und die Liebe wird nicht durch Worte, sondern durch Taten bewiesen. Derjenige, welcher seinem Nächsten gegenüber sein Herz verschließt, hat ein Herz wie Kain. Der Lieblose ist ein Rebell gegen Gottes Gebot. Wir sind alle Brüder, und trotzdem sehe ich, und ihr seht es ebenfalls, dass auch in einer Familie Hass und Feindschaft herrschen kann, dort, wo doch das gleiche Fleisch und Blut, das wir von Adam übernommen haben, uns zu einer brüderlichen Gemeinschaft in der Abstammung verbindet. Brüder sind gegen Brüder, Kinder gegen Eltern, Eheleute sind einander feindlich gesinnt.

Doch, um sich als Brüder nicht allezeit feindlich gesinnt zu sein, und um nicht eines Tages ehebrecherische Gatten zu werden, muss man von frühester Kindheit an die Achtung vor der Familie lernen, dem kleinsten und zugleich bedeutendsten Gebilde der Welt. Es ist das kleinste im Vergleich zum Gebilde einer Stadt, eines Gebietes, einer Nation, eines Erdteils; das bedeutsamste hingegen, weil es das älteste ist und von Gott zu einer Zeit geschaffen wurde, da der Begriff der Heimat und des Landes noch nicht bestand. Da war dieser Kern der Familie als Ursprung der Rasse, als kleines Reich, in dem der Mann der König, die Frau die Königin ist und die Kinder die Untertanen sind, bereits lebendig und tätig. Doch kann jemals ein Reich andauern, wenn Gehorsam, Achtung, Sparsamkeit, guter Wille, Fleiß und Liebe fehlen?

„Du sollst Vater und Mutter ehren“, heißt es in den Zehn Geboten. - Wie ehrt man sie? Warum muss man sie ehren? Man ehrt sie mit echtem Gehorsam, wahrer Liebe, vertrauensvoller Achtung, mit einer Ehrfurcht, die die Vertrautheit nicht ausschließt, und die es gleichzeitig den Eltern nicht gestattet, uns wie Diener und Unterlegene zu behandeln. Man muss sie ehren, denn nach Gott sind die Eltern es, die das Leben vermitteln und für die materiellen Bedürfnisse sorgen. Sie sind die ersten Lehrer und die ersten Freunde des Kindes. Man sagt: „Gott möge dich segnen“ und man sagt: „Danke“ jenen, die uns einen auf den Boden gefallenen Gegenstand aufheben oder ein Stück Brot schenken. Jenen, die sich in der Arbeit aufreiben, um unseren Hunger zu stillen, um uns die Kleider zu weben und sie sauber zu halten, jenen, die sich erheben, um unseren Schlaf zu überwachen, die sich selbst die Ruhe versagen, um uns zu pflegen, die uns an ihrer Brust wieder Trost und Kraft schöpfen lassen, wenn wir im schmerzlichsten Überdruss verzagen, sollten wir ihnen nicht mit Liebe zurufen: „Gott segne euch“ und „ich danke euch?“

Sie sind unsere Lehrer. Der Lehrer wird gefürchtet und geachtet. Doch übernimmt er uns erst, wenn wir bereits über die nötigste Kenntnis verfügen, um uns zurechtzufinden, selbständig essen und die wichtigsten Dinge benennen können, und er entlässt uns, wenn uns die wichtigste Lehre des Lebens, nämlich die „Kunst“ zu leben, noch beigebracht werden muss. Der Vater und die Mutter sind es, die uns zuerst auf die Schule und dann auf das Leben vorbereiten. - Sie sind unsere Freunde. Gibt es denn einen besseren Freund als einen Vater? Und eine bessere Freundin als es die Mutter ist? Müsst ihr vor ihnen zittern? Könnt ihr sagen: „Ich bin von ihm oder von ihr verraten worden?“ Doch, wie töricht ist der Junge und noch törichter das Mädchen, die sich Fremde zu Freunden machen und Vater und Mutter ihr Herz verschließen, sich Geist und Herz durch Verbindungen verderben, die unklug sind, wenn nicht gar schuldhaft und so zur Ursache von Tränen der Eltern werden und wie Tropfen flüssigen Bleis ihre Herzen durchfurchen. Diese Tränen aber fallen nicht in den Staub und geraten nicht in Vergessenheit. Gott sammelt sie und zählt sie. Das Martyrium eines zurückgestoßenen Vaters oder einer zurückgestoßenen Mutter wird vom Herrn belohnt werden. Aber die Tat eines Sohnes, der seine Eltern quält, wird nicht vergessen werden, auch dann nicht, wenn Vater und Mutter in ihrer schmerzvollen Liebe von Gott Erbarmen für den schuldigen Sohn erbitten.

„Ehre Vater und Mutter, wenn du lange auf Erden leben willst“, ist gesagt worden, „und ewig im Himmel“, füge ich hinzu. Zu gering wäre die Strafe hienieden für eine Verfehlung gegen die Eltern, wenn sie nur darin bestünde, nur kurze Zeit leben zu können. Das Jenseits ist kein Märchen, und im Jenseits gibt es Belohnung oder Bestrafung, je nachdem wie wir gelebt haben. Wer gegen die Eltern fehlt, fehlt gegen Gott, denn Gott hat uns das Gebot gegeben, unsere Eltern zu lieben und wer sie nicht liebt, sündigt. Er verliert somit außer dem leiblichen Leben auch das wahre Leben, von dem ich zu euch gesprochen habe, und geht dem Tod der Seele entgegen. Er trägt den Tod bereits in sich, denn die Seele ist in Ungnade bei ihrem Herrn und hat schon das Verbrechen in sich, weil er die heiligste Liebe nach der Liebe zu Gott verletzt hat. Sie hat bereits den Keim für einen späteren Ehebruch in sich, denn aus einem bösen Sohn wird ein schlechter Ehegatte werden. Sie hat schon den Trieb zu einem abartigen sozialen Leben, denn aus einem schlechten Sohn entwickelt sich der zukünftige Dieb, der Betrüger, der in sich gewalttätige Mörder, der kaltblütige Wucherer, der freche Verführer, der zynische Lebemensch, der abstoßende Verräter seines Vaterlandes, der Verräter der Freunde, der Kinder, der Gattin, der Verräter aller Menschen. Könnt ihr dem noch Achtung und Vertrauen entgegenbringen, der die Liebe einer Mutter verraten und die weißen Haare eines alten Vaters verspottet hat?

Aber hört weiter zu, denn der Pflicht der Kinder steht eine gleiche Pflicht der Eltern gegenüber. Fluch dem schuldigen Kinde! Aber auch Fluch den schuldigen Eltern! Macht, dass euch die Kinder nicht tadeln müssen und im Bösen nachahmen können. Bewirkt durch eine gerechte und barmherzige Liebe, dass ihr wiedergeliebt werdet. Gott ist Barmherzigkeit. Die Eltern, die gleich nach Gott den zweiten Platz einnehmen, sollen auch barmherzig sein. Seid euren Kindern Beispiel und Trost. Seid ihr Friede und ihre Führung. Seid die erste Liebe eurer Kinder. Eine Mutter ist immer das erste Vorbild einer Braut, wie wir sie wünschen. Ein Vater hat für die heranwachsende Tochter das Wesen, das sie für ihren Bräutigam erträumt. Macht, dass eure Söhne und Töchter mit weiser Hand ihre Gefährten wählen und dabei an die Mutter und an den Vater denken und wünschen, im Gefährten wiederzufinden, was im Vater und in der Mutter ist: nämlich die wahre Tugend.

Wenn ich das Thema erschöpfend behandeln wollte, dann würden der Tag und die Nacht nicht ausreichen. Daher fasse ich mich euretwegen kürzer. Das Übrige möge euch der Heilige Geist mitteilen. Ich streue den Samen und schreite weiter. Doch der Same wird im guten Menschen gute Wurzeln schlagen und Ähren bringen. – Jesus –

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