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Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen.

Was gibt es Abstoßenderes als einen Lügner? Kann man nicht sagen, dass er Grausamkeit mit Unreinheit verbindet? Ja, so ist es. Der Lügner, ich spreche vom Lügner in schwerwiegenden Dingen, ist grausam. Er tötet das Ansehen einer Person mit seiner Zunge. Also ist er vom Mörder nicht verschieden. Ich sage, dass er sogar schlimmer als ein Mörder ist. Dieser tötet nur den Leib. Der Lügner tötet auch den guten Ruf, das Andenken an einen Menschen. Daher ist er in zweifacher Weise ein Mörder. Er ist ein unbestrafter Mörder, da er kein Blut vergießt, sondern die Ehre des Verleumdeten und seiner ganzen Familie verletzt. Ich denke dabei nicht einmal an den Fall, dass jemand durch Meineid den anderen dem Tod ausliefert. Über diesem haben sich schon die Kohlen der Hölle angehäuft. Ich spreche nur von jenen, die durch lügenhafte Äußerungen einem Unschuldigen gewisse Dinge zu dessen Nachteil unterstellen und andere davon zu überzeugen versuchen. Warum tut er das? Entweder aus grundlosem Hass oder aus Habsucht, weil er des anderen Gut für sich haben möchte, oder aus Angst.

Aus Hass: Nur wer ein Freund Satans ist, empfindet Hass. Der Gute hasst nicht, nie und aus keinem Grund. Selbst wenn er verachtet wird, auch wenn er geschädigt wird, verzeiht er. Er hasst nie. Der Hass ist das Zeugnis, das eine verirrte Seele sich selbst ausstellt, und das klarste Zeugnis, das einem Unschuldigen gegeben wird, denn der Hass ist die Auflehnung der Bosheit gegen das Gute. Einem, der gut ist, wird nicht verziehen von den Bösen.

Aus Habgier: Einer hat, was ich nicht habe. Ich will das, was er hat. Aber nur, wenn ich geringschätzige Worte über ihn verbreite, kann ich seinen Platz erobern. Ich werde es tun, ich lüge? Was macht das schon? Ich bestehle ihn? Was ist dabei? Eine ganze Familie zugrunde richten? Was bedeutet das? Unter den vielen Fragen, die sich der arglistige Lügner stellt, vergisst er, weil er sie vergessen will, eine Frage, nämlich diese: „Und wenn ich entlarvt würde?“ Diese stellt er sich nicht. Denn, erfüllt von Hochmut und Habgier, gleicht er dem, dessen Augen verbunden sind. Er sieht die Gefahr nicht. Er ist wie betrunken vom Weine Satans und überlegt nicht, dass Gott stärker ist als Satan und es auf sich nimmt, den Verleumdeten zu rächen. Der Lügner hat sich der Lüge ausgeliefert und vertraut törichterweise auf ihren Schutz.

Aus Angst: Oft verleumdet jemand, um sich selbst zu rechtfertigen. Das ist die verbreitetste Art von Lüge. Das Böse ist getan. Man fürchtet, dass es entdeckt und als unser Werk erkannt werde. Also wird, gestützt auf die Wertschätzung, die man noch bei anderen genießt, der Fall verdreht, und das, was wir getan haben, legen wir einem anderen zur Last, bei dem man nur die Ehrlichkeit fürchtet. Man verleumdet, weil vielleicht der andere einmal Zeuge einer unserer bösen Taten war und man sich auf diese Weise gegen seine Zeugenaussage absichern will. Man klagt ihn also an, um ihn unbeliebt zu machen, damit ihm niemand glaubt, wenn er etwas sagt. - Handelt recht, damit ihr niemals zu lügen nötig habt. Überlegt ihr denn beim Lügen nicht, dass ihr euch ein schweres Joch aufbürdet? Dieses ergibt sich aus der Unterwerfung unter Satan, aus der ständigen Angst davor, dass eure Aussagen widerlegt werden könnten, und ihr euch gezwungen seht, euch der ausgesprochenen Lüge mit all ihren Umständen und Einzelheiten selbst nach Jahren zu erinnern, ohne euch in Widersprüche zu verwickeln. Die Last eines Galeerensträflings! Wenn sie wenigstens dem Himmel dienen würde! Aber sie dient nur der Vorbereitung eines Platzes in der Hölle!

Seid ehrlich! So schön ist der Mund eines Menschen, der die Lüge nicht kennt. Ist er arm, ungebildet und verkannt? Auch wenn er es ist, ist er doch immer ein König, denn er ist aufrichtig. Die Aufrichtigkeit ist königlicher als das Gold und ein Diadem, denn sie steht über die Maßen höher als ein Thron und hat ein größeres Geleit von Guten, als ein Monarch sein eigen nennt. Ein aufrichtiger Mensch strömt Trost und Geborgenheit aus, während die Freundschaft eines Unaufrichtigen oder auch nur dessen Gegenwart Unbehagen verursacht. Denkt denn der Lügner nicht daran, dass die Lüge über kurz oder lang aufgedeckt wird und dass man ihm alsdann stets mit Argwohn begegnen wird? Wie kann man noch gelten lassen, was er sagt? Auch wenn er die Wahrheit sagt, wird der, der ihn hört und ihm glauben möchte, im Grunde doch immer einen Zweifel hegen: „Ob er wohl auch jetzt wieder lügt?“ Ihr werdet fragen: „Aber wo ist denn in all dem das falsche Zeugnis?“ Jede Lüge ist ein falsches Zeugnis. Nicht nur die Lüge vor dem Richter.

Seid einfach, wie Gott und das Kind einfach sind! Seid wahrheitsliebend in allen Augenblicken eures Lebens. Wollt ihr den Ruf eines achtbaren Menschen haben? Seid es in Wahrheit! Auch wenn ein Verleumder euch schlecht machen will, werden hundert Rechtschaffene sagen: „Nein, das ist nicht wahr! Er ist ein aufrichtiger Mensch. Seine Werke sprechen für ihn.“ - Im Buch der Weisheit steht geschrieben: „Der abtrünnige Mensch ergeht sich in der Frevelhaftigkeit seines Mundes... In seinem verderbten Herzen bereitet er das Böse vor und zu jeder Zeit sät er Zwietracht!“

Sechs Dinge hasst der Herr und das siebte verabscheut er: hochmütige Augen, lügnerische Zungen, Hände, die unschuldiges Blut vergießen, ein Herz, das Frevelhaftes sinnt, Füße, die eiligst zum Bösen rennen, den falschen Zeugen, der Lügen vorträgt, und jenen, der Zwietracht unter die Brüder sät... Wegen der Zungensünden geht der Hinterhältige dem Verderben entgegen. Wer lügt, ist ein betrügerischer Zeuge. Wahrheitsliebende Lippen ändern sich ewig nicht, aber betrügerische Worte bauen auf den Augenblick. Die Worte des Ohrenbläsers scheinen arglos, aber sie dringen ein ins Herz. Der Feind wird an seinem Reden erkannt, wenn er Verrat schmiedet. Wenn er jemandem etwas zuflüstert, traue ihm nicht, denn er trägt sieben böse Absichten in seinem Herzen. Er verbirgt seinen Hass, aber seine Bosheit wird offenbar werden... “ Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein, und der Stein wird den treffen, der ihn ins Rollen bringt.“ - Alt wie die Welt ist die Sünde der Lüge, und unwandelbar ist der Spruch des Weisen darüber, ebenso wie das Urteil Gottes über den Lügner unverändert bleibt. Ich sage: habt immer nur eine Sprache! Das Ja sei immer ein Ja, und das Nein immer ein Nein, auch vor Mächtigen und Tyrannen, und ihr werdet dafür einen großen Lohn im Himmel haben.  – Jesus –

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