Top-GBrief-2

Du sollst nicht ehebrechen!

Ich habe gesagt, dass man dem Gesetz treu sein, demütig und barmherzig sein soll. Ich habe euch gesagt, dass Vergebung besser ist als Groll, dass Nachsicht besser ist als Unerbittlichkeit. Nun aber sage ich euch, dass man nicht verurteilen darf, wenn man nicht selbst frei von der Sünde ist, die man verurteilen will. Macht es nicht wie die Schriftgelehrten und Pharisäer, die streng mit allen, aber nicht mit sich selbst sind, die unrein nennen, was äußerlich ist und nur das Äußere verunreinigen kann, und dann in tiefster Brust, im Herzen, der Unreinheit Raum gewähren. - Gott ist nicht mit den Unreinen, denn die Unreinheit zerstört, was Gottes Eigentum ist, die Seele, und besonders die Seelen der Kinder, der auf der Erde verstreuten Engel. Wehe allen, die ihnen mit der Rohheit dämonischer Bestien die Flügel ausreißen, diese Himmelsblumen in den Schmutz ziehen und in ihnen den Lebensgenuss wecken! Wehe! Es wäre besser, sie würden vom Blitz getroffen verbrennen, als einer solchen Sünde zu verfallen!

Wehe euch Reichen und Genießern! Gerade unter euch gärt die größte Unreinheit, der Müßiggang und Geld als Bett und Polster dienen. Ihr seid jetzt überfüttert. Bis an die Kehle reicht euch die Speise der Begehrlichkeit und würgt euch. Aber einst werdet ihr einen Hunger kennenlernen, einen schrecklichen, unersättlichen Hunger, der nicht gelindert werden kann und ewig dauert! Jetzt seid ihr reich. Wieviel Gutes könntet ihr mit eurem Reichtum tun! Aber ihr benützt ihn zum Bösen, sowohl für euch als auch für die anderen. Eines Tages werdet ihr eine entsetzliche Armut kennenlernen, und sie wird kein Ende nehmen. Nun lacht ihr. Ihr wähnt zu triumphieren, doch eure Tränen werden die Pfuhle der Hölle füllen, und sie werden endlos fließen.

Wo nistet sich der Ehebruch ein? Wo ist das Verderben der Mädchen? Wer hat außer seinem Ehebett noch zwei oder drei Betten der Zügellosigkeit, auf denen er sein Geld verschwendet und die Kraft seines Körpers vergeudet, den er von Gott gesund erhalten hat, damit er für seine Familie arbeite und nicht, damit er sich in sündhaften Verbindungen aufreibe, die ihn unter ein unreines Tier erniedrigen?

Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: „Du sollst nicht ehebrechen!“ Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau lüstern ansieht, und jede, die sich mit Begierde dem Manne nähert - und selbst, wenn es bei bloßer Begierde bleibt - im Herzen bereits Ehebruch begangen hat. Kein Grund rechtfertigt den Ehebruch. Keiner! Nicht das Verlassen- und Verstoßensein durch einen Ehemann. Nicht das Mitleid mit einer Verstoßenen. Ihr habt nur ein Herz. Ist es durch ein Treuegelöbnis mit einem anderen verbunden, so dürft ihr nicht verleugnen, sonst wird euer schöner Körper, mit dem ihr sündigt, zusammen mit eurer unreinen Seele in das nie erlöschende Feuer geworfen. Verstümmelt ihn eher, aber tötet ihn nicht, indem ihr ihn auf ewig verdammt. Werdet wieder zu Menschen, ihr Reichen, ihr lasterhaften wurmstichigen Gestalten, werdet wieder zu Menschen, um nicht den Himmel mit Abscheu vor euch zu erfüllen.

Ihr habt gehört, dass euren Vätern gesagt wurde: „Ihr sollt nicht ehebrechen.“ Wer unter euch mich schon anderswo reden gehört hat, weiß, dass ich öfters über diese Sünde gesprochen habe. Denn seht, für mich ist dies nicht eine Sünde, die von einer Person begangen wird, sondern von zwei oder drei Personen. Ich erkläre es euch. Der Ehebrecher sündigt selbst und er sündigt in den Mitschuldigen seiner Tat. Ferner sündigt er, da er die betrogene Gattin oder den betrogenen Gatten zur Sünde treibt, sogar vielleicht bis zur Verzweiflung oder zum Verbrechen. Das gilt für den begangenen Ehebruch. Ich sage aber noch mehr. Ich sage: „Nicht nur die begangene Sünde ist Sünde, sondern schon das Verlangen, sie zu begehen.“

Was ist der Ehebruch? Er besteht in der fieberhaften Begierde nach einem Mann oder einer Frau, die uns nicht gehören. Die Sünde beginnt mit der Begierde. Verführung und Überredung setzen sie fort und vervollständigen sie, bis sie zuletzt durch die Tat ihren Abschluss findet. Wie beginnt die Sünde? Meistens mit einem unreinen Blick, und hier komme ich auf das zurück, was ich schon gesagt habe. Das unreine Auge sieht, was dem reinen Auge verborgen bleibt, und durch das unreine Auge dringt das heftige Verlangen in den Kopf, die Begierde in den Körper und die Leidenschaft ins Blut. Verlangen, Begierde und Leidenschaft des Fleisches - und so beginnt der Sinnenrausch. Ist die ins Auge gefasste Person ehrbar, so bleibt der Berauschte allein und verzehrt sich in der Glut seiner Leidenschaft; und vielleicht geht er gar so weit, den anderen aus Rache zu verleumden. Ist die betroffene Person aber ebenfalls unehrbar und erwidert den Blick, dann beginnt der Abstieg zur Sünde. Daher sage ich euch: „Wer eine Frau lüstern anblickt, hat mit ihr schon die Ehe gebrochen, denn in Gedanken hat er seine Begierde bereits in die Tat umgesetzt.“ - Wenn dir also dein rechtes Auge zum Ärgernis wird, so reiß es aus und wirf es von dir, denn es ist besser für dich, dass dir ein Auge fehlt, als dass du auf ewig in die höllische Finsternis stürzest. Gibt dir deine rechte Hand Anlass zur Sünde, so haue sie ab und wirf sie von dir, denn es ist besser für dich, ein Glied weniger zu haben, als dass dein ganzer Leib in der Hölle schmachtet.

Gott sagte zu Adam: „Das ist die Gefährtin, die ich für dich erschaffen habe. Seid fruchtbar und mehret euch, erfüllet die Erde und machet sie euch untertan.“ Adam, der in Vollkommenheit erschaffen wurde und dessen Intelligenz noch nicht durch die Sünde getrübt war, rief aus: „Das ist nun endlich Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Sie wird Mannweib heißen, denn vom Manne entnommen, ist sie mein anderes Ich. So wird der Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, und die beiden werden ein Fleisch sein.“ - Mit zunehmendem Strahlen stimmte das Ewige Licht lächelnd dem Ausspruch Adams zu, der zum ersten unauslöschlichen Gesetz wurde. Wenn nun der irdische Gesetzgeber wegen der immer größeren Härte des Menschen ein neues Gesetz schaffen musste; wenn er der stets wachsenden Unbeständigkeit Einhalt gebieten und sagen musste: „Wenn du sie schon verstoßen hast dann kannst du sie nicht mehr zurücknehmen“, so setzt dies das erste, authentische im irdischen Paradies entstandene und von Gott gebilligte Gesetz, nicht außer Kraft. Ich sage euch: Jeder, der seine Frau entlässt - ausgenommen im Fall nachgewiesener Unzucht - setzt sie dem Ehebruch aus. Denn in der Tat, was macht in neunzig Prozent der Fälle die verstoßene Frau? Sie wird eine neue Ehe eingehen.

Seid ehrlich! Alles kann überwunden werden, wenn der Mensch rechtschaffen ist. Ist er jedoch unzüchtig, dient ihm alles zum Anlass, um seiner Fleischeslust zu frönen. Weibliche Gefühlskälte und Schwerfälligkeit, Unfähigkeit bei der Verrichtung von Hausarbeiten, ein Hang zum Nörgeln, Liebe zum Luxus: all dies kann überwunden werden, ja selbst Krankheit und Reizbarkeit, wenn man sich in heiliger Weise liebt. Da man sich jedoch nach einer gewissen Zeit nicht mehr so sehr liebt wie am ersten Tag, betrachtet man gleich das durchaus Mögliche als unmöglich und wirft eine Frau einfach hinaus auf die Straße und ins Verderben. Wer sie verstößt, begeht Ehebruch, und wer sie nach der Verstoßung heiratet, begeht Ehebruch. Nur der Tod scheidet die Ehegatten. Merkt euch dies. - Habt ihr eine unglückliche Wahl getroffen, so tragt die Folgen wie ein Kreuz, lebt als zwei Unglückliche, aber Gerechte, und lasst es nicht eure Kinder büßen, denn sie sind an allem unschuldig und leiden am meisten unter diesen unseligen Verhältnissen. Die Liebe zu den Kindern sollte euch hundert und aberhundert Mal über alles nachdenken lassen.  – Jesus –

- 15441001.0427 -

Seite noch oben

Index:Gebote

Mystik

AKE-Visionen

       Bitterlich   

Exorzismus

GB-Visionen

 

Zeitung

Mystik

SB