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Von der Hölle - Beschaffenheit ihrer Qualen

Marie - Die Visionärin

Eines Tages betete ich vor dem heiligsten Sakrament und bat Gott, er möchte mich immer durch die Liebe mit ihm vereinigt sein lassen. Da ließ mich Jesus, der Erlöser, in meinem Herzen seine Stimme vernehmen, und er sagte: „Meine Tochter! Du hast wohl Ursache, um diese Tugend zu bitten. Denn sie ist das kostbarste Gut der Seele auf Erden und in der Ewigkeit. Im Himmel wird die Seele sonst nichts haben als die Liebe. Diese aber genügt ihr, um sie für alle Ewigkeit glücklich zu machen. Wer die Liebe nicht hat, ist der unglücklichste Mensch auf Erden. Wer stirbt und die Liebe nicht hat, der ist unglücklich in Ewigkeit. Gott wird ihn von sich stoßen und für immer in den Abgrund der Hölle stürzen. Die Hölle ist ein Ort der Strafe, den Gott in seiner Gerechtigkeit geschaffen hat für die Engel, die sich wider ihn aufgelehnt haben. Er bestraft aber auch die Sünder, die sterben, ohne mit ihm ausgesöhnt zu sein. Vom Fegfeuer unterscheidet sich die Hölle dadurch, dass ihre Strafe ewig, ohne Trost und Hoffnung ist. Die Peinen der Hölle bestehen wie die des Fegfeuers in der Beraubung der Anschauung Gottes und in den Qualen des Feuers. Die Seelen in der Hölle sind vor allem der Anschauung Gottes beraubt - für ewig! Die Beraubung lastet also ewig auf ihnen und drückt sie ewig zu Boden. Für sie gibt es keine Hoffnung, Gott jemals zu schauen, sondern nur die Gewissheit des Gegenteils. Ewig von Gott getrennt zu sein, von Gott ewig verstoßen zu sein, sich ewig inmitten des Abgrundes als ewigen Gegenstand des Hasses und Fluches von Seiten Gottes zu erblicken, dies, meine Tochter, ist die größte Qual der Verdammten.

Hienieden begreift die Seele noch nicht, was der Besitz Gottes ist. Ihre sinnliche Natur verdeckt ihr den Blick und fesselt sie an die Erde. In der Hölle dagegen gibt es für diese Seele keinen Schleier mehr. Trotz der undurchdringlichen Finsternis dieses Ortes sieht und begreift sie recht wohl, dass es das größte Unglück sei, für immer von Gott getrennt und auf ewig seiner Anschauung beraubt zu sein.

Die Verdammten sind aber auch den Qualen des Feuers unterworfen. Dieses Feuer, meine Tochter, wurde im Zorneshauch meines Vaters angezündet und kein anderes Feuer kann mit demselben verglichen werden. Dieses Feuer brennt nicht bloß durch seine Substanz, sondern es wirkt auch noch wie ein lebendiges und vernünftiges Werkzeug des göttlichen Zornes, um die Seelen, die es umgibt und in die es von allen Seiten eindringt, zu foltern.

Wenn schon das irdische Feuer dir so furchtbar erscheint, dass du seine Wirkung auf einen Teil deines Fleisches nicht eine Stunde auszuhalten vermagst, was muss es erst um dieses Feuer sein, das viel wirksamer ist und zugleich auf alle Teile der Verdammten einwirkt? Zu diesem Feuer gesellen sich auch noch alle Qualen, Schmerzen und Trübsale, die von den Verdammten nun immer an Leib und Seele empfunden werden. Das Gesicht, das Gehör, der Geruch, der Geschmack, das Gefühl werden von den grausamsten und fürchterlichsten Schmerzen ergriffen und durchdrungen sein. Der Verstand, der Wille und das Gedächtnis werden eine elende Beute der Furcht, der Traurigkeit, des Hasses und der Verzweiflung sein. Der Verstand wird von dichter Finsternis umgeben, der Wille durch ewige Widersprüche gemartert und das Gedächtnis durch die ständige Erinnerung an die zeitlichen Vergnügungen, die die Ursache des ewigen Unglücks gewesen sind, gefoltert werden. Auch wird er den Verdammten die Handlungen ihres Lebens, die Verachtung seiner Gnaden und ihre Empörung gegen seine Gesetze vorwerfen.

Welche Verzweiflung also, für eine Ewigkeit verdammt zu sein, für eine Ewigkeit von Gott getrennt zu sein, für eine Ewigkeit von den Flammen der Hölle gefoltert zu werden!

Wie viele Sünder denken nur wenig an die Ewigkeit, die ihrer wartet! Sie werden in ihren Sünden und Übeltaten überrascht und erwachen in der Gerechtigkeit und in den Flammen der Hölle. - Welch ein Erwachen und welch eine Verzweiflung!

O meine Tochter! Denke doch immer an die Ewigkeit! Vereinige dich immer mehr mit Gott! Vermehre in dir die übernatürliche Liebe! Fliehe die Hölle und erdulde auf Erden lieber alle Leiden, Trübsale, Schmerz und Kreuz! Der Weg des Kreuzes führt ja zum Himmel.”

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