- April 2000 -

Das Geheimnis des Leidens Christi im Kerker

Aus dem Tagebuch der Sühneseele Maria Magdalena Meyer

Himmelfahrt 1938

„Durch ein besonders schweres Ereignis am hiesigen Ort wurde ich angeregt, eine hl. Messe lesen zu lassen. Als ich nun am Montag, dem 15. August (Mariä Himmelfahrt), unter dem Hochamt erwog, zu welchem Heiligen die hl. Messe gelesen werden sollte, erschien mir ganz plötzlich der göttliche Heiland in seinem leidenden Geheimnis ‘Jesus im Kerker' und sprach: ,Warum schweifst du ab zu den Heiligen und kommst nicht gleich zu Mir? Sie sind doch nur Fürbitter an Meinem göttlichen Thron. Die Gewalt zu helfen liegt doch allein in Meiner göttlichen Macht. Siehe, wie Ich so schmachvoll verborgen im Kerker litt, unschuldig für Mich, unschuldig für euch. Mein ganzes Inneres wurde herausgerissen, in teilnehmendem, verzehrendem Schmerz.'

Der Anblick des schmachvoll leidenden Heilandes war so ergreifend schmerzlich, ja furchtbar anzusehen - ganz voll Blut, mit ganz zerzausten Haaren und von Speichel besudeltem Antlitz stand er da, in rasenden Schmerzen wie gebadet.

Er sprach weiter: ‚Lasse die hl. Messe lesen zu dem Leidensgeheimnis zu Mir im Kerker! Es wird die erste hl. Messe sein, die bis heute auf der ganzen Welt zum ersten Male in Meiner ganzen Kirche gelesen wird, denn bisher wurde dieses Mein schmachvoll verborgenes Leidensgeheimnis in Meiner Kirche kaum beachtet, besonders verehrt überhaupt nicht.‘ Kaum hatte ich mich vor dem Tabernakel niedergekniet, da wurde ich von der Schmerzensmutter angerufen, so daß ich vor dem Tabernakel kaum das Kreuzeszeichen machen konnte. Ich stand auf und ging zur Schmerzensmutter.

Sie sagte folgendes: „Weil du alle diese Jahre so verkannt, verborgen, geduldig und aus reiner hingebender Liebe deine großen schmachvollen Leiden für meinen göttlichen Sohn getragen hast, so hat Er dich auserwählt, dieses Sein so hohes, wertvolles, ganz besonderes Leidensgeheimnis der Kirche zur Veröffentlichung anzubieten als ganz besonders hohen Gnadenschatz. Denn welche große, unaussprechliche Gnadenschätze liegen in diesen noch so verborgenen, schmerzvollen Leidensgeheimnissen meines göttlichen Sohnes unbeachtet und unversehrt da, gerade jetzt, wo die ganze Kirche in einem geistigen Kerkerbann liegt. In ganz schweren Anliegen soll man den Blutrosenkranz beten, zu den Tränen, die ich aus Mitleid und Sehnsucht blutdurchtränkt weinte, als mein göttlicher Sohn die nächtlichen Stunden im Kerker zubrachte und ich nicht zu Ihm hinkonnte.‘

Daraufhin sah ich alles in einem geistigen Bild, das heißt klar und deutlich mit Seelenaugen, wie die Gottesmutter mit ausgespannten Armen sehnlich nach ihrem Sohn verlangte, andererseits, wie es dem lieben Heiland so schmerzlich war, daß Er seine heilige Mutter nicht trösten und ihr sichtbar beistehen konnte. In diesem Augenblick stand der göttliche Heiland in seiner von Schmach gekrönten Leidensgestalt vor mir, wie Er im Kerker gelitten hat.

Er spricht: ‚Mein Kind, Meine Kreuzesbraut, endlich habe Ich die Seele gefunden, der Ich dieses, Mein schmerzliches, schmachgekröntes Leidensgeheimnis anvertrauen kann. Ich verlange von dir, daß du es Meiner Kirche mitteilst, daß man es in den Meßritus aufnimmt. Im Ölgarten schwitzte Ich Blut, im Kerker aber weinte Ich blutige Tränen. Ich kann es nicht begreifen, daß Meine Kirche all die vielen Jahrhunderte an diesem so hohen und schmachvollen Leidensgeheimnis achtlos vorüberging, einerseits, andererseits ließ Ich es zu, Meiner Kirche jene unschätzbare, verborgene Gnadenquelle zu offenbaren.

Ist nicht jetzt Meine Kirche, Meine Braut, in - einem geistigen Kerker eingepfercht? Und liegt nicht Dreiviertel der Menschheit in einem Sündenbann?'

Die Muttergottes tat mir gleich ihre Freude kund, daß nun endlich der Schleier von diesem so schmerz- und schmachvollen Geheimnis des bitteren Leidens ihres Sohnes genommen werde, heute, an ihrem hohen Gnadentage.

In der Nacht vom 15. zum 16. August erschienen zwei Evangelisten, Johannes und Markus, und bedauerten, daß sie nicht mehr über dieses so verborgene Leidensgeheimnis niedergeschrieben hätten. Was mit Jesus im Kerker geschah, war ihnen ja auch zum größten Teil auch verborgen geblieben, da Johannes meistens bei der Muttergottes weilte und die übrigen Apostel fern waren.“  - (cpc)† 

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