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Sonderblatt Nr. 41/98

Die hl. Messe und Menschen „guten Willens“

Von Pater Hansjörg Bitterlich †, Sohn der großen Mystikern Bitterlich

Das Erlösungswerk Christi beginnt mit einer von Engeln verkündeten Botschaft: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind.“ Dieses Gotteswort enthält die erste Voraussetzung zur Errettung der Menschheit. Die Grundlage der Erlösung ist der gute Wille. Daß gerade diese Engelsbotschaft in der neuen Einheitsübersetzung verändert und verfälscht wurde, muß uns zu denken geben. Die Übersetzer, welche offensichtlich Werkzeuge der Zerstörung des katholischen Glaubens sind, haben das Wort vom guten Willen gelöscht und durch einen anderen Inhalt ersetzt. Die Manipulation des Gotteswortes Übersetzung zu nennen, ist geradezu ein Hohn auf diese Tätigkeit, welche der Wahrhaftigkeit und Treue verpflichtet ist. Die gewaltsamen Veränderungen haben wir im Vertrauen auf den guten Willen der Fachleute angenommen. Heute wissen wir, daß kein guter Wille sie leitete.

Die neue Übersetzung lautet: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.“ Aus dem Postulat wurde eine unverbindliche Information gemacht und der „gute Wille“ wurde gestrichen. Die ganze Christenheit müßte sich eigentlich angesichts eines solchen Betrugs erheben und lautstark protestieren: Wir lassen uns den guten Willen nicht rauben! Im Hintergrund blitzt der Geist Satans auf, der schon Luther zu den schrecklichen Lästerungen gegen Papst und Kirche, gegen Meßopfer und Priester verführte. Warum ist der gute Wille dem Teufel so ein Dorn im Auge? Im freien Willen erscheint die Gottähnlichkeit des Geschöpfes. Der freie Wille des Menschen wird von Gott und den heiligen Engeln anerkannt. Gott unterwirft sich sogar dem freien Willen des Menschen und läßt die schlimmsten Sakrilegien geschehen. Der Teufel hingegen respektiert den freien Willen nicht; er versucht, dem Menschen die Freiheit zu rauben und dessen freien Willen in seine Abhängigkeit zu zwingen.

Das Wollen des Menschen liegt im unsichtbaren Bereich, es verbirgt sich in der Absicht, welche der Tätigkeit des Menschen zu Grunde liegt. Sehr oft geschieht es, daß hinter dem äußeren Schein einer Handlung eine ganz andere Absicht steckt. Dies führt nicht selten zur Sünde der Heuchelei, des Betrugs oder der Verstellung. Der sittliche Wert liegt in der Absicht und nicht im äußeren Schein. Mit anderen Worten: Unser Tun erhält seinen Wert vom guten Willen. Vor Gottes Thron werden wir einmal nicht nach dem äußeren Schein beurteilt werden, sondern nach unserem Wollen, d.h. nach unseren Absichten. Leider müssen wir es im Leben oft hinnehmen, daß wir nicht erreichen, was wir anstreben. Der Gute Wille ist zwar vorhanden, doch die Verwirklichung bleibt uns versagt. Wir haben den besten Willen und dennoch können wir das Ziel nicht erreichen oder es wird das schon Erreichte wieder zerschlagen. Dann bleibt uns nur noch der Trost: Ich habe es gut gemeint!

Das kann zu einem schweren Dilemma führen, über das auch der Apostel Paulus klagt (Röm 8,18): „Das Wollen liegt an mir, das Vollbringen des Guten aber nicht. Ich tue nämlich nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich hasse. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde. Ich unglückseliger Mensch.“ Der Teufel will uns zu Sklaven der Sünde machen, unseren guten Willen knebeln, bis wir resignieren, wie Martin Luther, der sich in den „allein seligmachenden Glauben“ flüchtete. Die moderne „neue Kirche“ geht heute in vielen Bereichen den Weg Luthers, der den Glauben an die Stelle des guten Willens setzte. „Glaube fest und sündige tapfer“, das gefällt auch den Menschen unserer Tage. Sie überlassen sich den Verlockungen und Freuden dieser Welt und folgen dem Rat Satans: „Tu was du willst!“ Der gute Wille erlahmt und schließlich geht auch der Glaube verloren. Denn ohne guten Willen ist auch der Glaube wertlos.

Ein anderer Problemkreis hängt damit zusammen. Schon oft bin ich gefragt worden, ob die neue heilige Messe gültig sei. Immer habe ich geantwortet: „Ja, sie ist in ihrem Wesen gültig, wenn die Intention stimmt.“ Mit anderen Worten: Sie ist dann gültig, wenn der gute Wille vorhanden ist. Der Zelebrant muß mit dem Willen Gottes übereinstimmen, er muß nicht nur das tun, was Jesus Christus getan hat. Er muß auch die Absicht haben, die Jesus Christus gehabt hat, denn der Priester handelt „in persona Christi“. Durch den Priester feiert Jesus Christus das Opfer der heiligen Messe, die ja Sein Opfer ist. Wenn der Priester diesen Willen Christi nicht hat, dann ist das Opfer ungültig, und es geschieht auch nicht das Wunder der heiligen Wandlung.

Drei Geschehen bestimmen wesentlich das heilige Meßopfer:

1. Die Opferung

2. Die heilige Wandlung

3. Die heilige Kommunion.

Diese drei Hauptteile der heiligen Messe sind bestimmt vom guten Willen. Deshalb wurde in der alten Messe zu Beginn jedes Hauptteiles ein Glockenzeichen gegeben, um die Aufmerksamkeit der Gläubigen darauf hinzuführen und ihren guten Willen zu aktivieren. Aber:

1. Die Opferung ist ungültig, wenn der Mensch nicht mehr die Absicht hat, zu opfern. Unter den Gestalten von Brot und Wein opfert sich Christus dem himmlischen Vater. Mit Christus schenken auch wir uns dem Vater. Ohne Opferung also kein Meßopfer. In der neuen Liturgie fehlt der Opfercharakter weitgehend. So entsteht die Gefahr, daß beim Priester wie bei den Mitfeiernden die rechte Absicht - der gute Wille - verlorengeht. Statt Opferung heißt es heute Gabenbereitung, und statt „wir opfern Dir“ heißt es „wir bringen die Gaben zum Altar“. Auch die äußere Haltung der Mitfeiernden entspricht nicht mehr der eines Opfernden; sie sitzen und schauen sich die Gabenbereitung an. Somit fehlt ihnen die Absicht Jesu Christi. Auch die tiefsinnigsten schönen Gedanken können die Opferung nicht ersetzen.

2. Die heilige Wandlung ist ungültig, wenn der Priester nicht mehr die Absicht hat, das zu tun, was Christus beim letzten Abendmahl getan hat. Wenn der Priester nicht mehr wandeln will, wenn er nicht mehr „in persona Christi“ spricht: „Das ist mein Leib“, dann haben seine Worte auch nicht mehr die Wirkung der Worte Jesu Christi. In der neuen Liturgie hat man aus dem Wunder der heiligen Wandlung eine Information über das damalige Geschehen gemacht. Weil der Glaube an das Wunder der heiligen Wandlung fehlt, bezeichnete man konsequenterweise diesen zweiten Hauptteil der hl. Messe als „Einsetzungsbericht“.

Die äußere Haltung der Gläubigen entspricht nun auch der inneren Einstellung. Man sitzt und hört sich den „Bericht“ an. Auch hier beeinflußt die äußere Haltung die verborgene Absicht. Das Wunder der heiligen Wandlung ereignet sich nicht mehr, weil der gute Wille fehlt. Eine erfreuliche Kehrseite: Wenn die Hostien nicht mehr verwandelt sind, geschehen auch die heute so verbreiteten Sakrilegien nicht mehr. Dazu kommt noch ein weiterer Gedanke: Wenn die Opferung ungültig ist, fehlt auch die Voraussetzung für eine gültige Wandlung. Das Wunder der heiligen Wandlung ereignet sich nicht mehr, weil Gott nur das wandelt, was wir ihm in die Hand gegeben haben, was wir gewandelt wissen wollen. Ohne Opferung keine Wandlung. Darum hat auch die heilige Kirche bestimmt: Wenn aus einem schwerwiegenden Grunde die Wandlung wiederholt werden muß, dann muß auch die Opferung wiederholt werden.

3. Die heilige Kommunion ist dann ungültig, wenn sie unwürdig empfangen wird. Gott vereinigt sich nur dann mit dem Menschen, wenn dieser Ihn mit reinem und gläubigem Herzen empfängt. Wenn zum Beispiel ein Hund die hl. Hostie frißt, geschieht die Vereinigung (Communio) nicht. Mit anderen Worten: Wenn der Empfänger nicht im Stande der heiligmachenden Gnade ist, unterbleibt die Gnadenwirkung. Einen unwürdigen Kommunionempfang bezeichnet die Kirche als besonders schwere Sünde des Sakrileges. Der schreckliche Einbruch Satans in den heiligsten Raum der Kirche wurde durch diese Sünde, welche den heiligsten Leib Christi dem Teufel ausliefert, möglich.

Die neue Liturgie berücksichtigt die Gefahr einer unwürdigen Kommunion nicht mehr. So ist der gute Wille, die heilige Kommunion würdig zu empfangen, kaum mehr vorhanden, zumal der Empfang der heiligen Beichte weitgehend verschwunden ist. Auch die Hand- und Stehkommunion fördert nicht diesen guten Willen, sondern zerstört langsam auch noch den Glauben an die Gegenwart Christi im heiligsten Sakrament. Das gleiche gilt von der Feier des Gottesdienstes im allgemeinen. Christus sagt ausdrücklich, „tut dies zu meinem Gedächtnis“. Dieser Wille Christi wird oft nicht beachtet. Den „Mahlfeiern“ werden ganz andere Intentionen untergeschoben. So kommt es, daß die hl. Messe von den Teilnehmern schließlich nur noch am Unterhaltungswert gemessen wird und in der Folge viele Priester bemüht sind, den Gottesdienst unterhaltsam und abwechslungsreich zu gestalten.

Welch schweres Gericht haben die Verwalter der Sakramente, die Bischöfe und die Priester, zu erwarten, die für das Nachlassen des guten Willens der Gläubigen verantwortlich sind. In diesem Falle haben sie keine Barmherzigkeit zu erwarten, denn vor Gott ist das heilige Meßopfer kein Theater zur Belustigung der Menschen, sondern das „mysterium tremendum“, ein erschütterndes Geheimnis. – (cpc)† -

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