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Offenbarungen über die armen Seelen

Man nennt sie Prophetin Gottes und Helferin der Armen Seelen. So lautet auch der Titel des Buches über Maria Anna Josefa Lindmayr, verfaßt von P. Bonifatius Günther OCD, erschienen im Miriam-Verlag 1976. Durch einige unglückliche Umstände - in Rom verschwanden die Akten - wurde die Münchnerin nicht seliggesprochen, obwohl alle Voraussetzungen gegeben waren. Noch vor ihrem Tod am 6. Dezember 1726, auf den sie mystisch vorbereitet wurde, opferte sie ein Leiden für die Armen Seelen auf.

Maria Anna wurde gezeigt, dass die Art des Leidens der Armen Seelen von der Art der Sünden abhängen: Wie man sündigt, so muss man büßen. Doch zunächst eine wichtige Erkenntnis über die Protestanten:

„Gott hat mir auch großes Licht über jene Seelen gegeben, welche im Luthertum gelebt haben und auch so gestorben sind. Gar viele derselben sind nicht ewig verloren, sondern zur Seligkeit gelangt, weil sie nicht genügend Verständnis gehabt haben oder gar unschuldig gewesen sind, weshalb ihnen Gott am Ende des Lebens Gnade zu einem Reue-Akt gegeben hat, der zur Seligkeit genügte, und sie so in der Gnade Gottes gestorben sind. Es wurde mir dabei geoffenbart, dass dies Seelen seien, die im Leben an die Lehre, das nichts Unreines in den Himmel eingehen könne, glaubten. Sie sind mir in einem ganz anderen Gefängnis gezeigt worden und haben den Mund wie Verhungernde gegen mich aufgetan und sich beklagt, dass ich sie vergessen habe. Ich wusste anfangs nicht, was dies für Seelen seien; nachdem ich gebetet habe, ist mir aber geoffenbart worden, diese Seelen wären ganz ohne Hilfe. Sie sagten zu mir: Ich solle und könne ihnen helfen; denn weil sie nicht in der wahren Kirche gelebt haben, seien sie auch von allen Hilfsmitteln abgeschnitten und nehmen nun ihre Zuflucht zu mir: Diese Seelen verlangten ganz besonders das hl. Messopfer und die hl. Kommunion, was durch ihren Hunger angezeigt wurde. Christus sagte mir bei der heiligen Kommunion: Gar recht tust du, dass du für diese Seelen betest!“

Die Peinen der Eheleute, die im Leben nicht die standesmäßige Reinheit bewahren, schildert die Selige folgendermaßen: „Im Jahre 1709 bin ich vom heiligen Schutzengel an einen mir unbekannten Ort geführt worden. An diesem Ort sah ich einen großen See, der mit Schwefel und Pech angefüllt war. In diesem See sah ich nichts, weil er an der ganzen Oberfläche wie vom starken Sieden heftig aufwallte. Als ich wieder zu mir kam, begab ich mich ins Gebet vor meinem Ecce-Homo und bat den Heiligen Geist und die seligste Jungfrau um Erleuchtung, was dieses Gesicht bedeute. Es wurde mir geoffenbart, dass dieses eine Stelle des Fegfeuers sei und eine ganz eigene, unaussprechliche, unbegreifliche Pein für eine gewisse Gattung von Menschen, und dass in diesem See die Seelen jener Menschen ganz versenkt seien, die im Ehestande den fleischlichen Lüsten sich ganz ergeben und ein mehr tierisches als menschliches Leben geführt haben.

Auch wurde ich ermahnt, diesen Seelen, weil man so wenig ihrer gedenkt, besondere Barmherzigkeit zuzuwenden und für sie dem himmlischen Vater die schmerzhafte Geißelung seines eingeborenen Sohnes aufzuopfern. Es wurde mir bei dieser Gelegenheit auch geoffenbart, dass der liebe Gott solche Eheleute bald abruft von diesem Leben, oder auch deren Kinder frühzeitig hinweg nimmt. Es wurde mir (10. März 1714) geoffenbart, dass im heiligen Ehestand meist nicht so gelebt wird, wie man leben sollte, und große Sünden geschehen. Gott straft darum schon streng in diesem Leben (in der angegebenen Weise), aber noch strenger im Jenseits, wo viele Eheleute verdammt werden, weil sie nicht gelebt haben, wie sie sollten.“

In späteren Jahren erschienen Maria Anna die Armen Seelen in einer ihren Seelenzustand genau charakterisierenden Weise. Sie schreibt: „Stets ist mir zu erkennen gegeben worden, wie man sündigt - so muss man büßen.“ - „Ich bin von Gott unterwiesen worden, was den Armen Seelen fehle und wie ihnen geholfen werden könne. Es sind Arme Seelen gekommen mit ganz verweinten Augen. Diese haben mich gebeten, für die Buße zu tun in Beherrschung der Augen und Vermeiden jeglichen Vorwitzes. Andere sind mir erschienen ganz hungrig ausgezehrt, von unbeschreiblicher Gestalt. Diese baten mich, ihnen zu helfen durch strenges Fasten bei Wasser und Brot, um dadurch zu verbessern, was sie durch zu gutes und überflüssiges Essen und Trinken im Leben gefehlt haben.

Wieder andere haben durch ihr Benehmen zu verstehen gegeben, dass sie ihren jähen Zorn und ihre Ungeduld zu büßen hatten und baten mich, ich möchte ihnen helfen durch Akte der Geduld und Sanftmut. Seelen, die im Leben unabgetötet gelebt haben, hielten mir ein Cilicium (Bußinstrument) vor. Wenn ich für sie fasten sollte, wurde mir eine wohlzubereitete Tafel gezeigt. Seelen, die mit der Zunge fehlten, wurden mir gezeigt den Mund mit einem Nagel verschlossen, und es wurde mir zu verstehen gegeben, dass ich für sie besonders das Silentium (Stillschweigen) beobachten solle. Seelen, welche auf Erden hartherzig waren und unbarmherzig, konnte nur geholfen werden durch Werke der Barmherzigkeit und Gutmütigkeit. Was am Baume gefehlt war, musste am Baume (des Kreuzes) gesühnt werden; darum muss auch alles andere so gesühnt werden, wie gefehlt wurde.“

Verführer, welche noch rechtzeitig sich bekehrt hatten, aber das angestiftete Unheil nicht mehr gutmachen konnten, schaute sie in einer dem bösen Geist ähnlichen Gestalt, weil es dem Teufel eigen ist, die Menschen zum Bösen zu verführen. Arme Seelen, die im Leben ihre Augen zu wenig bewachten, mussten sich ihr mit fürchterlich großen Augen zeigen. Seelen, die zu viel von ihrem Wissen eingenommen und eingebildet waren, erschienen ihr mit verunstaltetem Kopf. Eitelkeit im Leben erkannte Maria Anna am krebsartigen Gesicht. Zeigte eine Seele mit dem Finger nach der Stirn, so bedeutete dieses Eigensinnigkeit im Leben. Empfindlichkeit erkannte sie im abgewandten Gesicht, sowie Arbeitsscheu an erbärmlich aussehenden Händen.

Wenn Maria Anna eine Seele in einem Winkel sah, war ihr gewiss, dass sie im Leben den Gehorsam versäumte und die rechte Ordnung verkehrte. Menschen, die im Leben zu viel und zu große Liebe zu Tieren hatten, mussten sich ihr zeigen mit einem solchen Tier um den Hals. Seelen, die im Leben zu sehr für das Irdische besorgt waren und das Ewige dem Vergänglichen nachsetzten, erkannte sie an ihrer kleinen, kindisch aussehenden Gestalt.“

„Am 15. Dezember 1690 um Mitternacht kam eine Arme Seele zu mir, welche ich sehr gut im Leben gekannt habe. Es war ein Musikant bei Hof, ein guter Geiger. Johann Georg Löderer war sein Name. Er war der Musiklehrer meines Bruders Franz Philipp und gab auch mir Unterricht. Er hat gerne getrunken. Da er mir nichts verargte, so mahnte ich ihn oft und sagte ihm, dass er dadurch sein Leben abkürze. Er starb am 7. Januar 1688. Als ich mitten im Schlaf war, erschien mir diese Seele in Gestalt einer abscheulichen, groß aufgeschwollenen Kröte an dem Vorhang meines Bettes. Die Seele bekannte mir, es sei für sie eine ganz besondere Pein, dass sie in Gestalt eines Tieres sich zeigen müsse. Dies geschehe darum, weil sie im Leben sich diesem Tier ähnlich gemacht habe. Wie diese Tiere gerne an feuchten, morastigen Orten sich aufhalten und immer nass haben wollen, so habe auch sie gerne nass gehabt.

Eine andere Arme Seele, ein Maurer, der oft im Haus der Eltern in Arbeit war, hatte die üble Gewohnheit des Fluchens und Trinkens. Dieser wurde mir in einem Kerker gezeigt hinter einem starken Gitter, wie man wilde Tiere zu verwahren pflegt. Er erhob flehend seine Hände zu mir und bat mich unter vielem Seufzen um Hilfe und offenbarte mir, dass er furchtbar wegen seines Scheltens an der Zunge leiden müsse.“

„Am 20. Januar 1723 ist mir eine Seele mit ausgeronnenen Augen erschienen und war schrecklich anzusehen. Ich erkannte, dass sie im Leben sehr zornig und neidisch gegen den Nächsten und besonders gegen die Armen gewesen ist. Diese Seele hatte noch große Gnade, dass sie für die Todesstunde sich bereiten konnte.“ – (cpc) †

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