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  Einer, da er an dieser Sache beteiligt ist. …

Lazarus: „Von welchem Verbrechen sprichst du? Welches Verbrechen muss geschehen? Sprich, im Namen Gottes!“

Jesus: „Lazarus, mein Freund, weißt du, was jetzt gerade geschieht? Ein Mensch handelt soeben mit anderen Menschen den Preis für das Lamm aus. Kennst du den Namen des Lammes? Sein Name ist: Jesus von Nazareth.“

Lazarus: „Wer? Wer ist es?“

Jesus: „Einer der Meinen. Es konnte nur einer von denen sein, die ich am meisten enttäuscht habe, und der sich nun, des Wartens müde, von dem befreien will, der nur noch eine persönliche Gefahr für ihn darstellt. Er glaubt, sich neues Ansehen zu verschaffen bei den Großen der Welt. So denkt er. Stattdessen wird er jedoch von den Guten wie von den Bösen verachtet werden. Er ist meiner müde geworden, er ist des Wartens auf das müde geworden, was er mit allen Mitteln zu erreichen versuchte: irdische Größe. Zuerst hat er es im Tempel versucht, dann hat er seine Hoffnungen auf den König von Israel gesetzt, und nun versucht er es wieder im Tempel und bei den Römern. ... Er hofft ... Aber wenn auch Rom seine treuen Diener zu belohnen versteht ... so straft es doch die feigen Verräter mit tödlicher Verachtung. Er ist meiner müde, müde des Wartens und der Last, gut sein zu müssen. Für einen, der schlecht ist, ist Gutsein oder Gutsein vortäuschen zu müssen eine erdrückende Last. Man kann sie eine Zeitlang ertragen ... aber dann ... geht es nicht mehr, und man befreit sich von ihr, um wieder frei zu sein. Frei? So meinen die Bösen. So meint auch er. Aber es ist keine Freiheit. Gott zu gehören ist Freiheit. Gegen Gott sein bedeutet eine Gefangenschaft mit Fesseln und Ketten, mit Gewichten und Peitschenhieben, wie kein Galeerensträfling am Ruder und kein Sklave an den Bauwerken unter der Peitsche des Aufsehers sie zu ertragen hat.“ …

Lazarus: „Es kann niemand anderes sein als er: der Mensch, der immer ein Schandfleck in deiner Schar gewesen ist. Der Mensch, der erst vor kurzem meine Schwester beleidigt hat. Es ist Judas von Kerioth!“

Jesus: „Nein. Es ist Satan. Gott hat in mir, Jesus, Fleisch angenommen. Satan hat in ihm, Judas von Kerioth, Fleisch angenommen. Eines Tages ... es ist lange her ... habe ich hier in deinem Garten einen Weinenden getröstet und einen in den Schmutz gefallenen Geist entschuldigt. Ich habe gesagt, dass die Besessenheit eine Ansteckung durch Satan ist, der dem Menschen seine Säfte einflößt und ihn damit völlig durchdringt. Ich habe gesagt, dass sie das Bündnis einer Seele mit Satan und dem Tierischen ist. Aber die Besessenheit ist noch etwas Geringfügiges im Vergleich zur Inkarnation. Meine Heiligen werden von mir Besitz ergreifen, und ich werde von ihnen Besitz ergreifen. Aber nur in Jesus Christus ist Gott, so wie er im Himmel ist, denn ich bin der fleischgewordene Gott. Es gibt nur eine göttliche Inkarnation. Ebenso wird nun Satan, Luzifer, nur in einem einzigen sein, so wie er in seinem Reich ist; denn nur im Mörder des Sohnes Gottes ist Satan Fleisch geworden. Während ich hier mit dir rede, steht er vor dem Synedrium, verhandelt und verpflichtet sich, mich auszuliefern. Aber es ist nicht er: es ist Satan! …

Lazarus: „Oh, rette dich, Meister! Rette dich! Ich kann dir zur Flucht verhelfen. Noch heute Nacht. Du bist schon einmal nach Ägypten geflohen. Flieh auch jetzt. Komm, lass uns gehen. Nehmen wir Maria und die Schwestern mit uns, und gehen wir. Meine Reichtümer bedeuten mir nichts, du weißt es. Für mich, Maria und Martha bist du der einzige Reichtum. Gehen wir.“

Jesus: „Lazarus, damals bin ich geflohen, weil meine Stunde noch nicht gekommen war. Nun ist die Stunde gekommen, und ich bleibe.“ - 1990 -    150401203.0921 -

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Gottes Bote in der Finsternis

Eine bewegende Passionsstunde bereitete S. A. mit seinem Spiel von der Verteidigung des Apostels Judas gegen seine Verdammung nach dem Christus-Verrat in der St.-Johannes-Kirche. Mit dem beeindruckenden Mittel zurückhaltender Gesten und sprechtechnischer Kultur setzte der Schauspieler das 1975 von dem Sprachwissenschaftler und Philosophen Walter Jens geschaffene sprachliche und gedankliche Meisterwerk um.

Bald leidenschaftlich bewegt, bald gottergeben und fromm und schließlich verzweifelt zusammengesunken unter dem Kreuz schlüpfte der Künstler in die Figur des Jüngers, der an Christus schuldig geworden war. Der Stoff des kühnen Projekts rührt an Kernfragen der biblischen Passionsgeschichte und zeigt mit psychologischer Einfühlung einen menschlich zerrissenen Judas, der unter der Last seiner Schuld leidet und seinen Verrat als höchsten Auftrag im Rahmen des göttlichen Heilsplans versteht.

Dieser Judas, der als Gottesbote der Finsternis den Verräter spielen muss und damit zum Mörder und Selbstmörder wird, ist überzeugt: „Ohne Judas kein Kreuz, ohne Kreuz keine Kirche, ohne mich, den Überlieferer, keine Überlieferung.“ Er habe, so argumentiert der Verworfene, im Gehorsam zu Gott gehandelt.

Und er beklagt in einem dramatischen Zeitsprung all das, was in seiner Nachfolge dem Volk der Juden 2000 Jahre später widerfahren ist: Pogrome, Lager, Gas. Zum Schluss theoretisiert der Bericht eine Welt des Friedens und der Eintracht, wenn Judas den Mut zum Nein für Gottes Auftrag aufgebracht hätte.

Nach den meditativen Klängen des „Miserere“ von Henryk Goretti aus dem Off verließen nachdenkliche Zuhörer das Gotteshaus. Einleitend waren sie durch Passionsgedanken von Dechant K. K. auf das verstörende Erlebnis der nachfolgenden Lektion vorbereitet worden. Ihr Dank bestand aus reichlichen Spenden, die den Aidswaisen in Tansania zugutekommen werden. - 143601.0415 -

Bemerkung: Jesus wäre auch ohne den Verrat von Judas gekreuzigt worden; denn der Hass der Juden, bzw. der Hölle, war unermesslich. Warum werden heute solch dreiste Lügen von Satans Helfern geglaubt? Weil die Protestanten ihrer Bibel nicht kennen! Denn in der Bibel steht, dass Judas ein Lügner und ein Dieb (z. Bsp. Spenden) war. 

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