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Testament unseres Heilandes am Kreuze

Jesus sprach zu seinem himmlischen Vater: „O mein Vater, ewiger Gott! Ich bekenne und preise dich von diesem Baume meines Kreuzes aus und lobe dich durch das Opfer meiner Schmerzen, meines Leidens und Sterbens, weil du meine Menschheit durch die hypostatische Vereinigung mit der göttlichen Natur zur höchsten Würde erhoben hast, so dass ich Christus, Gott und Mensch, und der durch deine Gottheit Gesalbte bin. Ich preise dich, weil du meiner Menschheit schon im Augenblicke ihrer Erschaffung die Fülle aller nur möglichen Gaben der Gnade und Glorie mitgeteilt hast. Du hast mir schon in jenem Augenblicke für alle Ewigkeit die ganze und volle Herrschaft über alle Geschöpfe in der Ordnung der Gnade und der Natur verliehen. Du hast mich zum Herrn der Himmel, der Sonne, des Mondes, der Sterne, des Feuers, der Luft, der Erde, der Meere und aller belebten und unbelebten Geschöpfe bestellt. Du hast mir die Anordnung der Zeiten, der Tage und Nächte anheim gegeben. Über alles hast du mir die Oberherrschaft und Gewalt verliehen, so dass ich nach meinem Willen darüber verfügen kann. Du hast mich zum Haupte, Könige und Herrn aller Engel und Menschen gemacht, auf dass ich sie regiere und ihnen befehle, die Guten belohne und die Bösen bestrafe (Eph 1,21). Für alles hast du mir die Schlüssel übergeben (Offb 20,1), vom höchsten Himmel an bis hinab in die Tiefen der höllischen Kerker. In meine Hände hast du die ewige Rechtfertigung der Menschen gelegt, mir hast du ihre Reiche übergeben, Fürstentümer und Herrschaften, die Großen und Kleinen, die Armen und Reichen. Für alle hast du mich zum Erlöser und Seligmacher bestellt (Kor 1,30), und mich gesetzt zum Herrn über Leben und Tod, zum Herrn über alle Menschenkinder, zum Herrn über die heilige Kirche und über ihre Gnadenschätze, über die Heiligen Schriften, Geheimnisse, Sakramente, Gesetze und Gaben der Gnade. Alles hast du in meine Hände gelegt, und für alles lobe, erhebe, bekenne und verherrliche ich dich.“

„Und nun, o ewiger Vater, da ich am Kreuze sterbend von dieser Welt scheide, um zu deiner Rechten zurückzukehren, nun, da ich das Werk der Erlösung durch mein Leiden und Sterben vollendet habe, ist es mein Wunsch, dass eben dieses Kreuz der Richterstuhl unserer Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sei. Ich will die Schätze, die ich durch mein Leiden und Sterben erworben habe, austeilen und darüber verfügen. Schon jetzt soll der Lohn festgesetzt sein, der einem jeden nach seinen Werken der Liebe oder des Hasses gebührt. Alle Menschen habe ich zu meiner Gnade und Freundschaft gerufen und mich ohne Unterlass für sie abgemüht. Ich habe Beschwerden, Anstrengungen, Kränkungen, Schmähungen, Spott, die Geißelung und Dornenkrönung ertragen und leide nun den bittersten Tod am Kreuze. Für alle habe ich das Gesetz der Gnade aufgestellt. Die Kirche, in der sie selig werden können, wird fest und unerschütterlich bestehen zu allen Zeiten.“

„In unserer weisesten Vorsehung wissen wir aber, o Gott, mein Vater, dass nicht alle Menschen das ewige Heil annehmen wollen. In ihrer Bosheit wollen viele den Weg, den ich ihnen gebahnt habe, nicht betreten. Sie wollen vielmehr ihren Sünden nachgehen bis zum Verderben. Du hast mich zum Richter über die Lebendigen und die Toten, über die Guten und Bösen gesetzt. Jene sollen mit mir Anteil an meinen Gütern haben, die andern aber meiner Erbschaft beraubt werden. Jetzt, mein Vater, verherrliche ich dich in deinem und meinem Namen und treffe die letzte Verfügung nach meinem menschlichen Willen, der deinem ewigen und göttlichen gleichförmig ist. Ich setze vor allen anderen Geschöpfen zur Universalerbin aller Güter der Natur, der Gnade und Glorie meine reinste Mutter ein. Sie sei die unumschränkte Herrin dieser Güter, und was sie als reine Kreatur an Gnade zu empfangen vermag, das verleihe ich ihr jetzt schon tatsächlich. Die Güter der Glorie aber verspreche ich ihr für die Zukunft. Auch ist es mein Wille, dass die Engel und Menschen ihr Eigentum seien, und sie eine vollkommene Herrschaft und Obergewalt über alle besitze, die ihr gehören und dienen sollen. Die Teufel aber sollen sie fürchten und ihr unterworfen sein. Auch alle vernunftlosen Geschöpfe sollen ihr dienen, die Himmel, die Gestirne, die Elemente und alle lebenden Wesen auf Erden. Über alles bestelle ich sie zur Herrin, damit alle Geschöpfe sie verherrlichen und lobpreisen. Sie sei die Schatzmeisterin und Spenderin aller Güter des Himmels und der Erde. Was sie in der Kirche anordnen und verfügen wird, das soll im Himmel durch die drei göttlichen Personen bestätigt sein. Was immer sie zugunsten der Menschen jetzt und künftig und zu allen Zeiten begehren wird, das werden wir ihr gewähren.“

„Ich erkläre ferner, dass den Engeln, die deinem heiligen und gerechten Willen gehorchten, der oberste Himmel als ihr eigentlicher und ewiger Wohnort zugehöre mit der Wonne der klaren Anschauung und dem Genuss unserer Gottheit. Ich befehle ihnen, dass sie meine Mutter als ihre rechtmäßige Königin und Gebieterin anerkennen, ihr dienen, sie begleiten, umgeben und überall und allezeit auf ihren Händen tragen. Sie sollen ihr gehorchen und alles vollbringen, was sie ihnen auftragen wird. Die Teufel aber verbanne und verstoße ich von unserem Angesichte. Ich erkläre sie aufs Neue als den Gegenstand unseres Abscheus und verurteile sie zum ewigen Verluste unserer Freundschaft und des Anblickes meiner Mutter und meiner Freunde, der Heiligen und Gerechten. Als ewige Wohnung weise ich ihnen die Hölle an, wo sie des Lichtes beraubt sind und den Schrecken schauerlicher Finsternis empfinden. Dies sei ihr Anteil und ihre Erbschaft für ihren Stolz und ihre Verhärtung. Sie sollen gepeinigt werden mit ewigem und unauslöschlichem Feuer.“

„Aus dem ganzen Menschengeschlechte berufe, erwähle und sondere ich mit meinem ganzen und vollen Willen aus alle Gerechten und Vorherbestimmten, die durch meine Gnade und Nachfolge selig werden sollen, indem sie meinen Willen erfüllen und meinem heiligen Gesetze gehorchen. Diese ernenne ich an erster Stelle nach meiner Mutter zu Erben aller meiner Verheißungen, Geheimnisse und Segnungen, der Schätze meiner Sakramente und der Geheimnisse meiner Heiligen Schriften. Ich ernenne sie zu Erben meiner Herzensdemut und Sanftmut. Ich ernenne sie zu Erben aller Tugenden, zu Erben meiner göttlichen Gaben und Gnadenauszeichnungen, zu Erben meines Kreuzes, meiner Mühseligkeiten, meiner Verdemütigungen, meiner Armut und Entblößung. Das sei ihr Anteil und ihre Erbschaft im gegenwärtigen sterblichen Leben. Weil sie diese Erbschaft durch Ausübung des Guten für sich erwählen müssen, so bezeichne ich, damit sie dies mit Freuden tun, diese Erbschaft als das Unterpfand meiner Freundschaft, weil auch ich sie für mich erwählt habe. Auch biete ich ihnen meinen Schutz und meine Verteidigung an, meine heiligen Einsprechungen, meine Gnadenerweise und meine mächtige Hilfe, meine Gaben und meine Rechtfertigung nach dem Grade ihrer Vorbereitung und Liebe. Ich werde ihnen Vater, Bruder und Freund sein; sie aber werden meine Kinder, meine Auserwählten und Lieblinge sein. Als meine Kinder ernenne ich sie zu Erben aller meiner Verdienste und Schätze, und zwar, soweit es von mir abhängt, ohne Einschränkung. Ich will, dass sie an meiner heiligen Kirche und den Sakramenten Anteil haben und daraus schöpfen, wie sie nach dem Maße ihrer Vorbereitung dazu fähig sind; und dass sie die Gnade und die Güter, wenn sie dieselben verloren haben, wiederzuerlangen und zu meiner Freundschaft zurückzukehren vermögen, indem sie in meinem Blute erneuert und mehr und mehr reingewaschen werden. Ich will, dass ihnen in allen Anliegen die Fürbitte meiner Mutter und meiner Heiligen zugutekomme. Meine Mutter wird sie als ihre Kinder anerkennen, sie beschützen und als ihr Eigentum betrachten. Meine Engel aber sollen sie verteidigen, führen, beschützen und auf ihren Händen tragen, damit sie nicht anstoßen; wenn sie aber fallen sollten, so werden sie ihnen zum Wiederaufstehen verhelfen“ (Ps 90,11,12).

„Ferner ist es mein Wille, dass diese meine Gerechten und Auserwählten hoch über den Verworfenen und Teufeln stehen. Meine Feinde sollen sie fürchten und ihnen unterworfen sein. Alle vernünftigen und vernunftlosen Geschöpfe sollen ihnen dienen. Alle Kreaturen, die mir dienen, sollen auch ihnen als meinen Kindern und Freunden gehören und dienen. Ihr Segen sei im Tau des Himmels und im Fett der Erde (1 Kor 3,22). An ihnen will ich meine Wonne haben (Sprichw 8,31). Ich will ihnen meine Geheimnisse mitteilen, mit ihnen vertraulich verkehren. Solange sie in der streitenden Kirche leben, will ich unter den Gestalten von Brot und Wein bei ihnen bleiben zum sichersten Unterpfande ihrer ewigen Seligkeit. Hernach werde ich ihnen ihr Erbe, die ewige Seligkeit, mitteilen, damit sie mit mir dieselbe genießen im Himmel, wo ihr Besitz ewig und ihre Freude unvergänglich sein wird.“

„Den Vorhergesehenen und den nach unserem gerechten Willen Verworfenen aber, die jedoch zu einem anderen, höheren Endziel erschaffen sind, bestimme ich in zulassender Weise, dass ihr Anteil und Erbe in diesem sterblichen Leben die Begierlichkeit des Fleisches und der Augen und die Hoffart mit all ihren Wirkungen sei (1 Joh 2,16), dass sie essen und sich sättigen vom Staube der Erde, d.h. von ihren Reichtümern, von dem Dunst und der Fäulnis des Fleisches und ihren Genüssen und von der Eitelkeit und der Aufgeblasenheit der Welt. Denn für den Besitz dieser Dinge haben sie sich abgemüht und auf die Sorge für dieselben ihre Willenskraft und ihre Sinne gerichtet. Darauf haben sie die ihnen von uns verliehenen Fähigkeiten, Gaben und Wohltaten verwendet und freiwillig und nach eigener Wahl sich selbst betrügen lassen, indem sie die in meinem heiligen Gesetze ihnen vorgelegte Wahrheit verschmähten. Sie haben jener Wahrheit entsagt, die ich ihrem eigenen Herzen eingeschrieben habe, sowie auch jener, die meine Gnade ihnen zeigte. Sie haben meine Lehre und meine Wohltaten verachtet, dagegen auf meine und ihre Feinde gehört und auf deren Lügenwerke geachtet. Sie haben die Eitelkeit geliebt, Ungerechtigkeiten begangen, dem Ehrgeiz gehuldigt, sich an der Befriedigung ihrer Rachsucht ergötzt, die Armen verfolgt, die Gerechten gedemütigt und die Einfältigen und Unschuldigen beschimpft. Sie haben sich selbst zu erhöhen gesucht und nach den Grundsätzen der Ungerechtigkeit sich über die Zedern des Libanon zu erheben gestrebt“(Ps 36,35).

„Da sie all dies zur Beleidigung unserer göttlichen Güte getan, in ihrer Hartnäckigkeit verharrt und auf das von mir erworbene Anrecht der Kinder verzichtet haben, so schließe ich sie vom Erbe meiner Freundschaft und Glorie aus. Wie Abraham die Kinder der Sklavinnen mit einigen Geschenken von sich entließ und seine Haupterbschaft dem Isaak, dem Sohne der freien Sara vorbehielt (Eph 4, 15), so schließe auch ich die Verworfenen von meiner Erbschaft aus und lasse ihnen bloß die vergänglichen und irdischen Güter, die sie selbst erwählt haben. Ich scheide sie aus von unserer Gesellschaft, von der Gesellschaft meiner Mutter und der Engel und Heiligen und verurteile sie zum ewigen Gefängnis und Feuer der Hölle in der Gesellschaft des Luzifer und seiner Teufel, denen sie freiwillig gedient haben, und beraube sie der Hoffnung auf Erlösung. Das, mein Vater, ist das Urteil, das ich als Richter und Haupt der Menschen und der Engel ausspreche; das ist die Wirkung des Erlösungswerkes, indem ich einem jeden vergelte, wie es ihm nach Gerechtigkeit gebührt, gemäß seinen Werken und gemäß dem Ratschluss deiner unfasslichen Weisheit und der Billigkeit deiner vollkommensten Gerechtigkeit.“

So sprach Jesus am Kreuze zu seinem ewigen Vater. Dieses verborgene Geheimnis wurde versiegelt und in dem Herzen der seligsten Jungfrau Maria als ein geheimes und verschlossenes Testament aufbewahrt, damit es durch ihre Vermittlung und Anordnung zur geeigneten Zeit, und zwar schon von jenem Augenblicke an, vollstreckt werde. Tatsächlich begann schon in jener Stunde seine Ausführung und Vollstreckung gemäß der Erkenntnis und Voraussicht Gottes, in der alles, das Vergangene und das Zukünftige, zugleich gegenwärtig sind.  - Maria Voltarta

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