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Der vorgetäuschte Niedergang der Sowjetunion

- März 2005 -

In seiner Publikation „Analyse der strategischen Bedrohung im laufenden Jahrzehnt“ befasst sich Skousen als einer der wenigen Publizisten mit den Büchern des sowjetischen Überläufers Anatolyn Golitsyn, der den geplanten „Untergang“ der SU aufgedeckt hatte. Skousen schreibt: „Dieser letzte Trick Russlands war eine sorgfältig geplante Strategie, nicht unähnlich den vergleichbaren Versuchen Lenins und Stalins, sich ein menschlicheres Antlitz zuzulegen, um den dringend benötigten Technologietransfer und die Finanzhilfe des Westens sicherzustellen. Die letzte und raffinierteste Version dieser Maskerade wird ihren Höhepunkt in dem von Moskau langfristig geplanten Angriff auf den Westen finden. Der sowjetische Überläufer Antolyn Golitsyn warnte 1984 in seinem Buch ‚New Lies for Old‘ vor dieser Täuschungsstrategie. Aber sein Buch fand keine weite Verbreitung ... Die westlichen Geheimdienste und die Presse zeigten kein Interesse an seiner Warnung ... In der Tat fiel die Berliner Mauer, die Sowjetarmeen verließen Europa im Jahre 1990. Aber die Freiheitsbewegungen und der Sturz der kommunistischen Regime durch die ‚Reformer‘ waren keine spontanen Ereignisse, wie man die Welt glauben ließ. Jeder, der im Brennpunkt der Ereignisse stand, konnte die großen Löcher in der Geschichte entdecken, Löcher, die eine wachsame Presse sehr schnell entdeckt haben würde, sich aber dazu entschloss, erst gar nicht nach diesen Löchern zu suchen. Das plötzliche Aufblühen der Freiheitsbewegung in Leipzig, völlig unbehelligt von der Stasi, tief im Herzen des ostdeutschen Polizeistaates, war völlig uncharakteristisch. ... Warum war es den Studenten, die noch Wochen zuvor nicht im Traum daran gedacht hätten, auf der Straße zu demonstrieren, dies plötzlich möglich, ohne Repressalien befürchten zu müssen. Offensichtlich war den Sicherheitsorganen der Befehl erteilt worden, den Studenten freie Hand zu lassen. ...“

Skousen stellt die entscheidende Frage, wie es zu den Demonstrationen kommen konnte, obwohl alle Bereiche - besonders aber die Studenten und die Kirchenmitglieder - von der Stasi ständig kontrolliert wurden. Vor kurzem war ich wieder in Leipzig und habe mich auf die Suche nach Spuren gemacht. Dabei fiel mir in den Akten die „Stern“-Ausgabe mit den Berichten über die Erstürmung der Stasi-Zentralen in Ost-Berlin und in Leipzig auf: „Die Volkspolizei schaute tatenlos zu, wenn sie nicht sogar bei der Durchsuchung der Stasi-Zentralen behilflich ist. In Ost-Berlin gingen Polizisten selbst auf die Straße um gegen Amtsmissbrauch und Korruption ihrer einstigen Führung zu demonstrieren.“ An einer anderen Stelle in der gleichen „Stern“-Ausgabe hieß es: „Am gleichen Tag um 18.27 Uhr in Leipzig: Während wieder einmal 150.000 Demonstranten auf der Straße sind, dürfen 32 Vertreter der Oppositionsgruppen das ‚Runde Eck‘, die gefürchtete Stasi-Zentrale am Dittrichring betreten. Ein Offizier führt die Besucher durch das Labyrinth der Gänge ..., vorbei an der Kantine, in der junge Wehrpflichtige sitzen ... Sonderlich erfolgreich sind die Besucher an diesem Abend nicht. Viele Zimmer sind offensichtlich präpariert. An den Wänden Playboy-Poster, sonst nichts als alter Krempel.“ Ein Mann sitzt an seinem Schreibtisch und hält drei Blätter in der Hand, datiert vom 26.9.1967. Wenn man die Zeit hatte, das wichtige Material verschwinden zu lassen und den Leuten Akten in die Hand zu drücken, die 20 Jahre alt sind, stellt sich die Frage, wie gut organisiert die „Erstürmung“ wirklich war.

Gefunden habe ich auch ein dpa-Foto vom 15. Januar 1990, das einen Blick in das verwüstete Amt für Nationale Sicherheit im Stadtteil Lichtenberg im Osten von Berlin zeigt. Der Text zu diesem Archivfoto lautet: „Bis heute halten sich Gerüchte, dass die wütende Menge in den Versorgungskomplex ‚abgelenkt‘ wurde - vielleicht sogar von unerkannten Stasi-Leuten.“ Schnell stellte sich heraus, dass die wichtigsten Akten nicht mehr vorhanden waren. Bei der späteren Aufarbeitung sah man die großen Lücken in den Aktenschränken. Die Ordner standen noch da, doch der Inhalt war schon lange in Moskau. So war es auch mit den Aktenordnern von Gerhard Löwenthal und anderen „Staatsfeinden“, die alle leer waren.

Zurück zu der Analyse von Joel Skousen, in der es weiter heißt, Erich Honecker und Nicolai Ceausescu hätten vor ihrem Tod gestanden, dass die sowjetische Führung ihren Rücktritt befohlen hätte, um die Übergabe der Macht „an bestimmte Gruppen“ zu sichern, die sich auffällig schnell unter der Maske der „Reformer“ etabliert hätten, aber dennoch „weiterhin uneingeschränkt unter sowjetischer Kontrolle standen“. Honecker führte den Befehl aus und blieb am Leben, Ceausescu weigerte sich und wurde erschossen. Überall gehörten die neuen „antikommunistischen“ Führer zur alten Garde. Bei der Untersuchung des gescheiterten „Staatsstreiches“ gegen Gorbatschow kommt Skousen zu der Auffassung, dass es sich um einen „offensichtlichen Betrug zur Täuschung des Westens“ gehandelt hat. Wer glaube, dass es normal gewesen sei, Gorbatschow in seiner ungesicherten Datscha festzunehmen, hätte sich nie mit den Methoden der sowjetischen Geheimdienste beschäftigt.

Die entscheidende Frage, die Golitsyn beantwortet hat, war, wie die Führer des geplanten „Untergangs“ in ihre Positionen gebracht wurden. Gorbatschow, „noch zwei Jahre zuvor Bürokrat der mittleren Ebene“, wurde zum Generalsekretär „gemacht“. Er und seine Frau wurden von dem geheimen Komitee für diese Rolle als „Staatsschauspieler“ ausgesucht. Raissa wurde mit Kollektionen der besten westlichen Mode zugeschüttet, er selbst nahm Nachhilfe im Versprühen von Charme. Seine Freunde in der Provinz haben sich halbtotgelacht, als sie die Mär von seinem „Charme“ hörten: „Er hat ein Gebiss aus Stahl!“ So wie Gorbatschow wurden auch Jelzin und andere ausgesucht, um die Rolle der „Reformer“ und „Demokraten“ zu spielen. Sogar Jelzins Trunkenheit war Teil des größten Schauspiels der Weltgeschichte, das sich nun dem Ende nähert. Der Vollstrecker wird Putin sein, einer der am besten geschulten KGB-Männer des Kreml, der nicht zufällig in der DDR die Szene kontrollierte, weil von der Entwicklung des Plans gerade an der Grenze zur freien Welt, im geteilten Deutschland, Erfolg oder Scheitern abhingen. Wie oft hat Putin in der DDR den „Aufstand“ am Schreibtisch geübt?

Auch Skousen ist den Spuren Putins nach dessen Aufstieg zur Macht gefolgt, um herauszufinden, ob er nun der Täter ist oder nur wieder der Strohmann der Drahtzieher des „Untergangs“. Dabei stieß er auf eine Quelle in Spanien. Dort veröffentlichte der Geheimdienst im vergangenen Jahr einen Bericht über fünf Besuche Putins in der spanischen Villa von Boris Berezowsky, und zwar in der Zeit kurz vor der „Absetzung“ Jelzins und der „Wahl“ von Putin. Nach den Tonbandaufzeichnungen des spanischen Geheimdienstes ging es bei den Gesprächen um die Entfernung Jelzins, um die Wende zurück einzuleiten. Daraus geht hervor, dass erstens Berezowsky einer der Herrscher im Hintergrund ist, und zweitens, dass Putin die Rolle desjenigen übernehmen musste, der die Wiederkehr der Sowjetunion durchführt und dabei gleichzeitig den Plan der „Zweiten Oktober-Revolution“ erfüllt. Skousen schreibt: „Als würde er einem Drehbuch folgen, hat sich Putin plötzlich zum Champion des russischen Nationalismus gewandelt. Er ‚bekämpft das Verbrechen‘ und muss sich angeblich gegen den Widerstand sowohl der Liberalen als auch der Kommunisten durchsetzen. Wiederum handelt es sich um einen Trick.“

Was im Westen - schon gar nicht in den gleichgeschalteten Medien Deutschlands - nicht veröffentlicht wird, ist die Tatsache, dass die meisten Länder des früheren Warschauer Paktes nach wie vor unter der Kontrolle Moskaus stehen. „Selbst der Abzug der russischen Waffen war zum Teil eine Lüge. Nach den Verhandlungen über den Abzug der US-Raketen und Nuklearwaffen aus Europa (INF-Vertrag) gestatteten die Sowjets den US-Inspektoren, die Zerstörung der Mittelstreckenraketen SS-20 zu überwachen. Aber 1986 haben die Sowjets kurz vor der Unterzeichnung des Abkommens heimlich moderne Kurzstrecken-Raketen des Typs SS-23 in unterirdischen Bunkern der DDR, der CSSR und Bulgariens stationiert, die nie deklariert und nie zerstört wurden. Auch nach dem vermeintlichen Untergang der Sowjetunion wurden diese Waffen nicht abgezogen. Nur in der Slowakei wurden sie entdeckt, schreibt Skousen.

Schon Lenin beschäftigte sich ständig mit der Frage, in welchem Umfange man den Westen täuschen kann, um das Scheitern des Weltkommunismus zu verhindern. Er kam zu der Erkenntnis, dass die „Kapitalisten“, die er als dumm und blind charakterisierte, alles unternehmen würden, um Russland wieder auf die Beine zu bringen, wenn die Kremlführer nur erklärten: Tut uns leid, wir sind mit unserem System gescheitert. Bitte, helft uns mit Krediten, damit das Volk nicht krepiert. Genau das läuft derzeit ab. In einem weiteren Artikel werde ich die Ursprünge dieser Planung in den Dokumenten über Lenin nachzuweisen versuchen. Oft muss ich daran denken, dass Gerhard Löwenthal immer wieder seinen Kontrahenten und den Demokraten vorgeworfen hat, sie hätten Lenin nicht gelesen. Immerhin sind es 22 Bände, was ja für sich genommen schon ein Beweis dafür ist, dass Lenin nichts dem Zufall überlassen hat, schon gar nicht die Revolution.

Geradezu grotesk demonstrierte die sowjetische Geheimführung den angeblichen Niedergang der Roten Armee. Es wurde nichts ausgelassen, die militärische Schwäche vorzutäuschen, wobei die Bilder von den unerfahrenen Soldaten im Kampf gegen die Zivilbevölkerung in Tschetschenien um die ganze Welt gingen. Die Wahrheit ist, dass die Sowjetunion die 15 Jahre ihres „Untergangs“ zur Hochrüstung genutzt hat, dass sie ununterbrochen neue Panzer, Kanonen, Raketen, Kampfschiffe und Flugzeuge produzierte. Wofür? Gegen welchen Feind rüstet die Sowjetunion, nachdem der totale Frieden ausgebrochen ist?

Wir sind in Deutschland die einzigen, die sich mit den Büchern von Golitsyn beschäftigen. Nun kommt ein Amerikaner dazu, der in „World Affairs Brief“ die Behauptung vom geplanten Untergang der Sowjetunion aufgreift. Gerade wurde uns mitgeteilt, dass der erste Band „New Lies for Old“ ausverkauft ist. – (cpc)†

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