Top-GBrief-2

Sowjetunion zahlungsunfähig

Gerüchte über einen neuen Putsch

- November 1991 -

Die Sowjetunion ist nach Angaben des Präsidenten der Deutschen Bank in dieser Woche zahlungsunfähig geworden. Hauptschuldner Moskaus ist Deutschland. Kredite in Milliardenhöhe sind von der Bundesregierung über den Hermesfond gesichert. Während der Zusammenbruch der sowjetischen Zentralmacht immer dramatischere Formen annimmt, berichten die Medien von der Gefahr eines neuen Putsches durch die Kommunisten und die Armee.

Hintergrund: Der russische Präsident Boris Jelzin warnte erneut vor einer Hungersnot im Winter und warnte den Westen vor einer unkontrollierbar werdenden Entwicklung. Die Neue Zürcher Zeitung zieht Vergleiche zum Revolutionsjahr 1917, als Millionen passiv verharrten, während zwischen Moskau und Petersburg der Machtkampf tobte. Aber: „Eine wie ein Flächenbrand um sich greifende Brotrevolte der Provinz - ein Spiegelbild des von Roten und Weißen ausgetragenen Bürgerkriegs - könnte indessen noch folgen. Zeigen müsste sich dann, wie intakt und einheitlich die Armee ist, das letzte zentrale Ordnungsinstrument, und wer über sie verfügt. Wozu auf Vorrechte und staatserhaltende Stellung versessene Generäle fähig sind, dafür liefert zur Zeit Jugoslawien ein grauenhaftes Beispiel.“ (11.11.1991)

Dudajew, Präsident der autonomen Republik der Tschetschenen rief das Kriegsrecht aus und mobilisiert 60.000 Soldaten gegen den Versuch Boris Jelzins, dieses Land seiner Macht zu unterwerfen. Der russische Präsident erlitt eine schwere Niederlage im Parlament, das sein Dekret über den Ausnahmezustand fast einstimmig aufhob. Was die Delegierten nicht ernst nehmen: General Dudajew droht, die russischen Atomkraftwerke durch Terrorkommandos in die Luft zu sprengen. Der Konflikt weitet sich aus; Dudajew hetzt die moslemischen Völker des Kaukasus zum Aufstand gegen Russland.

Während Gorbatschow als Gescheiterter noch den roten Teppich in Madrid und das Händeschütteln mit Präsident Bush genießt und später Präsident Mitterand wahrheitswidrig versichert, in seinem Lande zeichne sich eine gute Lösung ab, steht Jelzin vor der größten Belastungsprobe. Die harte Umwandlung der Wirtschaft kann ihn schnell seine Popularität kosten. Ausgerechnet zum 74. Jahrestag der Oktoberrevolution wurden in Moskau und St. Petersburg, wo Lenins Leiche ausgestellt ist, Verbot und Auflösung der KP verkündet. Jelzin wollte, so ein amerikanisches Magazin, noch weitergehen und die UdSSR für tot erklären und Russland zu ihrem Rechtsnachfolger. Davon soll Bush dem Russen entschieden abgeraten haben, unter Hinweis auf außen- und innenpolitische Konsequenzen.

Gemeint ist offensichtlich, was die deutsche Ausgabe der „Moskau News“ im November auf der Titelseite behauptet: „Der nächste Putsch kommt im Frühjahr“. Die Redakteure dieses Blattes tun so, als ob sie das „mögliche Drehbuch einer Katastrophe“ schon kennen. Auch die Neue Zürcher Zeitung greift das Stichwort auf: „Gerüchte in Moskau gehen um, offene Vermutungen werden in der russischen Presse und in Voraussagen von Leitern der Sicherheitsorgane laut: ein zweiter Staatsstreich stehe bevor. Man prophezeit ein Aufbäumen der entmachteten Funktionärsklasse, die sich die Erbitterung hungernder und frierender Massen zunutze machen wolle...“ (11.11.1991)

In welchem Zustand sich die SU befindet, beweist die Aussage eines Sozialdemokraten in Murmansk, der Provinzhauptstadt der Halbinsel Kola, auf der sich nach einer deutschen Geheimstudie das größte Waffenarsenal der Welt befindet. Von einem Soldaten erfuhr der Politiker, dass man vor der Meeresküste ein herrenlos treibendes Atom-U-Boot entdeckt habe. „Die Militärs behindern unsere Aktionen nicht, aber sie helfen auch nicht bei Bergungsarbeiten“, erklärte ein Abgeordneter. Auf einer Militärkarte der USA sind allein auf der westlichen Hälfte der Halbinsel 20 Flugplätze verzeichnet.

Kola geriet vor vielen Jahren in die Schlagzeilen, als bei einer Explosionskatastrophe eine unbekannte Zahl von Soldaten umkam und fast zwei Drittel aller Militäranlagen durch explodierende Raketen und Munition zerstört wurden. Damals meinten Militärexperten, durch die Explosion sei die SU lange Zeit nicht in der Lage gewesen, einen Krieg zu führen.

Ein herrenloses Atom-U-Boot, bedrohte Atomkraftwerke, unkontrollierte Atombomben. Das sind nur die bekannten Fakten. Die westlichen Geheimdienste werden noch über andere Informationen verfügen.  - (cpc)†

- 151091146.1031 - 

Seite noch oben

Index: Kommunismus

Mystik

AKE-Visionen

       Bitterlich   

Exorzismus

GB-Visionen

 

Zeitung

Mystik

SB

 

Externe Links

Top-GB-Engelwelt