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Verzicht auf die Ostgebiete

- Dezenber 1990 -

Nachricht:  In einem Artikel der „Washington Times“ vom 19. Februar, der in 250 amerikanischen und kanadischen Zeitungen erschien, kommentierte Patrick Buchanan die deutsch-polnische Grenzfrage in einer bemerkenswerten Form. Der Beitrag hat den folgenden Wortlaut:

Die Grenzfrage

Von der New York Times bis zum polnischen Außenministerium, von der Wochenzeitschrift The Economist bis zu Moskau werden gegenwärtig Forderungen laut, Deutschland solle vor der Wiedervereinigung auf alle Ansprüche auf die verlorenen Ostgebiete verzichten. Bei den Vier-Mächte-Gesprächen über die Zukunft Deutschlands wird dieses Thema als erstes behandelt werden. Wenigstens dieses Mal sollten sich die Vereinigten Staaten weder von neidischen oder ängstlichen Verbündeten noch von Russen mit einem schlechten Gewissen und einer blutbefleckten Geschichte missbrauchen lassen. Für ein besseres Verständnis dessen, um was es hier geht, sollte sich Präsident Bush einige Stunden lang mit dem Buch „Nemesis in Potsdam“' von Alfred de Zayas (University of Nebraska Press) beschäftigen, in dem die Ereignisse im Osten geschildert werden: Die Geschichte beginnt im Herbst 1944, in einem ostpreußischen Dorf namens Nemmersdorf, das von der Roten Armee bei ihrem ersten Vorstoß nach Deutschland überrannt wurde. Als die Wehrmacht die Roten 48 Stunden später wieder vertrieb, gab ihnen das Bild, das sich ihren Augen bot, einen Vorgeschmack von dem, was später noch folgen sollte.

Die Russen hatten in blinder Wut alles niedergemacht. Deutsche Frauen waren an Scheunenwänden gekreuzigt worden. Französische Kriegsgefangene waren ermordet worden. Flüchtlinge waren durch Panzer überrollt worden. Nicht ein einziger Bewohner des Dorfes hatte überlebt. Jedes deutsche Mädchen über acht Jahre und jede Frau war vergewaltigt worden. Was Katyn für die Polen bedeutet, bedeutet Nemmersdorf für die Deutschen. Der sowjetische Hauptmann Alexander Solchenizyn, dessen Einheit im Januar 1945 nach Ostpreußen gelangte, schrieb: „Wir wussten alle sehr gut, dass die Mädchen, wenn es Deutsche waren, vergewaltigt und dann erschossen werden konnten.“

Mit den blutrünstigen Parolen Ilja Ehrenburgs, einem Deutschenhasser, aus der Prawda noch in den Ohren, gingen die Truppen der Roten Armee in einem Ort nach dem anderen wie in Nemmersdorf vor. Als sich die Schreckenskunde verbreitete, flohen Millionen von Zivilisten in einer deutschen Wiederauflage von Dünkirchen in die Ostseehäfen. Zwischen 20.000 und 25.000 Menschen ertranken in der Ostsee, als die Schiffe, auf denen sie flüchteten, von sowjetischen Flugzeugen und U-Booten angegriffen wurden. Am 14. April 1945 sank die Goya in dem größten Schiffsunglück der Geschichte mit 7.000 Menschen an Bord.

Trotzdem befanden sich bei Kriegsende in Osteuropa in den deutschen Provinzen Ostpreußen, Ostpommern, Danzig, Ostbrandenburg und Schlesien sowie im Sudetenland immer noch mehr als 16 Millionen Deutsche. In Potsdam stimmten  Harry Truman und Winston Churchill,  die sich an die in Jalta getroffene schlimme Vereinbarung hielten, der Entfernung einiger Millionen Menschen aus den Stalin abgetretenen Gebieten zu. Moskau, sein Marionettenregime in Warschau und Prag begannen jedoch mit der Massendeportation aller Deutschen aus allen Gebieten östlich der durch die Flüsse Oder und Neiße gebildeten Linie.

Die Bewohner ganzer Städte und Dörfer mussten ihre Habseligkeiten in wenigen Stunden zusammenpacken. Dann wurden sie auf die Straße gesetzt und westwärts geschickt. Aus den Viehwaggons und Zügen, die in Berlin ankamen, wurden tote Kinder sowie Mädchen und Frauen ausgeladen, die ausgeraubt, geschlagen und vergewaltigt worden waren. Aus dem Sudetenland vertrieben die tschechischen Behörden gewaltsam drei Millionen Deutsche und stopften sie in die russische und amerikanische Zone. Im Lager Lamsdorf in Oberschlesien, starben von  8.064 deutschen Gefangenen 6.489,  darunter  628 Kinder.

Der mutige britische Journalist  Victor Gollancz (dem Zayas sein Buch widmet), selbst ein Jude, protestierte dagegen, dass die Alliierten die deutschen Zivilisten genauso behandelten wie Heinrich Himmler die Juden.  Bertrand Russell sprach von Ausrottung und beschrieb die Szenen am Berliner Bahnhof als ein weiteres Belsen. „Niemand, der diese Schrecken mit eigenen Augen sieht“, schrieb Anne O'Hare  McCormick in der New York Times, „kann bezweifeln, dass es sich hier um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit handelt.“

F.W. Voigt vom Manchester Guardian beschrieb den Vorfall im Juli 1945, als eine Explosion in einer Fabrik ein tschechisches Progrom auslöste, bei dem deutsche Frauen und Kinder von Brücken heruntergestürzt und 2.000 bis 3.000 Menschen umgebracht wurden. Am Ende all dieser Gräueltaten waren 2 Millionen Menschen gestorben und in dem größten Exodus der Geschichte 14 Millionen Deutsche aus den Gebieten vertrieben worden, die ihre Vorfahren jahrhundertelang bewohnt hatten.

Vor dem Hintergrund hilfloser Proteste aus Washington und London wurde Deutschland eines Viertels seines Territoriums beraubt. Die Alliierten, die den Krieg unter dem Banner der Atlantik-Charta gekämpft hatten, mussten erleben, wie diese genauso missachtet wurde wie die 14 Punkte  Woodrow Wilsons von den rachesüchtigen Siegern in Versailles.

Womit wir zu den Vier-Mächte-Gesprächen über Deutschland kommen. Versailles 1919 führte unmittelbar nach München. Teheran 1943 und Jalta und Potsdam 1945 führten zu einem Kalten Krieg, der 45 Jahre dauerte. Dieses Mal dürfen die Vereinigten Staaten den Frieden nicht verlieren. Dieses Mal dürfen wir nicht auf die Deutschenhasser hören. Dieses Mal muss der Frieden vor allem unsere Werte und unsere Interessen widerspiegeln. Schließlich haben wir den Kalten Krieg gewonnen.

Wie sollten wir uns also bei den Vier-Mächte-Gesprächen verhalten?

Wir sollten dabei eine von den erschrockenen Briten und Franzosen, die  Deutschland nicht wieder hochkommen lassen möchten, unabhängige Position beziehen, und unsere Position sollte auch unabhängig von Moskau sein, das ein eigensüchtiges Interesse daran hat, seine Verbrechen vor der Welt weiter zu verschleiern.

Die Welt weiß alles darüber, was die Deutschen getan haben, aber sie weiß nichts darüber, was den Deutschen angetan wurde. Und doch sind diese Verbrechen in den Herzen dieser Menschen genauso lebendig wie für uns Pearl Harbor und Bataan. Wenn die Grenzfrage zur Sprache kommt, sollten sich die Vereinigten Staaten für eine friedliche Lösung der Frage einsetzen und dem deutschen Volk für sein Anliegen internationales Gehör verschaffen. Unserer Sache ist in keinem Fall damit gedient, wenn die im Osten begangenen Verbrechen um Mitternacht heimlich ein Begräbnis im KGB-Stil erhalten. Wir können weder die Geschichte noch die Verbrechen von 1945 und 1946 ungeschehen machen, aber wir können dafür sorgen, dass sie nicht für immer aus dem menschlichen Gedächtnis getilgt werden.

Ein  starkes, geeintes, freies Deutschland im Herzen Europas wird für Amerika ein ebenso großer Triumph  sein, wie ein starkes, freies Japan im Fernen Osten. Es wird uns in die Lage versetzen, unseren Sieg im Kalten Krieg zu erklären und nach Hause zurückzukehren. Lassen wir uns von Großherzigkeit leiten, nicht von Rachsucht.  Wenn wir uns bei diesen Vier-Mächte-Gesprächen für die legitimen Interessen Deutschlands einsetzen, so setzen wir uns in Wahrheit für unsere  eigenen Interessen ein. – (cpc)† 

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