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Die Strafgerichte

in einer Heilsgeschichte mit vier Perioden

(…) „Und ich sah, und siehe, ein weißes Ross; und der auf ihm saß, hielt einen Bogen. Und ein Kranz ward ihm gegeben und wie ein Sieger zog er aus, um zu siegen“ Offb 6,2

Das ist folgendermaßen zu betrachten: Die erste Zeit, die mit Adam begann, war wie ein weißes Ross, denn der Mensch wurde durch Unkenntnis auf den krummen Weg gebracht. Und über diese Zeit setzte Gott den Zorn seiner Bestrafung, der auch die Ahndung in sich hatte. Und diesem gab Gott auch die Macht des Sieges und die Feinde zu überwinden, so dass er auch im Kampf der Kämpfe gegen den alten Drachen stritt. Und diese Ahndung legte er ins Abfallen vom Gesetz, das er Adam gegeben hatte, wie er auch beim Schwinden der Sintflut einen Bogen in die Wolken des Himmels baute.

Diese Zeit aber dauerte von der Vertreibung Adams bis zur Sintflut, in der Gott im Zorn seines Bogens das ganze Volk außer jenen, die in der Arche gerettet wurden, durch die zusammenlaufenden Wasser, die wie Donner erschallten, ertränkte. Und wie in der ersten Zeit Gott den Bogen seines Zornes in der Ahndung offenbarte, so gab er auch nach der Sintflut den Wolken des Himmels den Bogen zu diesem Zeichen, damit er nicht in einem fort durch den Donnerschall der Wasser die ganze Welt versenke, wo er auch im Vorausbild zeigte, dass die Gläubigen durch die Taufe gerettet werden. Und wiederum folgt darauf:

„Und es kam heraus ein anderes Ross, feuerrot und dem, der auf ihm saß, war es gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, und dass sie einander hinschlachten sollten, und es ward ihm ein mächtiges Schwert gegeben“ Offb 6,4.

Und das ist folgendermaßen zu betrachten: Dieses Ross ist jene Zeit, wo nach der Sintflut durch den Zorn Gottes in gerechtem Gericht der Frieden von jenen hinweg genommen ist, die sich Gott entgegen stellten. Denn sie erbaten von ihm nicht den Frieden, noch gaben sie jenen den Menschen. Und deshalb erlaubte auch der Urteilsspruch Gottes, dass sie einander grausam hinschlachteten. Und in zahlreichen Kriegsgefechten gingen sie zugrunde, weil sie durch Unglauben von ihm abgelassen hatten, wie ja auch die Seele sich selbst umbringt, wenn sie nicht Gott anzuhängen sucht. Danach steht wiederum geschrieben:

„Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Ross, und der auf ihm saß, hielt eine Waage in seiner Hand.“ Und es folgt darauf: „Ein Maß Weizen um einen Zehner, und drei Maß Gerste um einen Zehner; doch dem Öl und dem Wein sollst du nicht schaden“ Offb 6,5f.

Das ist folgendermaßen zu betrachten: Die Zeit, wo nach dem Leiden des Sohnes Gottes die Verfolger gegen die Kirche aufstanden, dieses Ross ist schwarz, offenbar durch den Unglauben, wo die Ungläubigen den Glauben verachteten und sich die Schwärze des Unglaubens zuzogen. Aber der Zorn Gottes wog mit richtigem Maß die Qualen der Märtyrer, für die Folterknechte wenigstens die gehörige Strafe, für die Märtyrer aber die ewige Herrlichkeit.

Denn der Sieg der Märtyrer war eine fruchtbare Wurzel aller Tugenden, die ihre ersten Früchte an jenen hervorbrachten (vgl. Offb 6,13 „Wie wenn ein Feigenbaum von starkem Sturm geschüttelt seine Frühfeigen abwirft“). Mit diesen trugen sie die Gastmähler des Eigenwillens und des Gesetzes gemäß dem Fleische hinweg. Und in diesen ist das Versagen des Willens des Fleisches in der Liebe zum ewigen Leben zustande gekommen, der Glaube, den jedwelcher Gläubige in sich behält, und diese sind auch entstanden im seligen Hunger, mit dem die Gläubigen hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit. So ist auch diese Waage jenes, dass eben der Mensch in geistlicher Enthaltsamkeit mit den Früchten der Erde sich nährt und dass er in der Jungfrau von Natur aus die himmlische Heimat liebt. Deswegen war jene Zeit die der Märtyrer, die mit der Schwärze des Nordwinds gemischt war, als die Märtyrer von den Ungerechten wie Lämmer von Wölfen gemordet wurden.

Deswegen wurde auch für das Urteil dieser Zeit eine Waage gegeben, damit sie mit dem Zweipfünder wägen würde, diese zwei wohlgemerkt: die Enthaltsamkeit und die Liebe zur himmlischen Heimat. Sie gehören den Märtyrern, wie es vorher gesagt worden ist. Die Blutzeugen beugen nämlich ihren Leib durch die Enthaltsamkeit und schauen auf die himmlische Sehnsucht, wie der Adler seine Augen auf die Sonne festlegt. Und das bezeichnet der Zweipfünder des Weizens, der den einzigen Denar des Lebens bereitet.

Diejenigen, die aber gemäß den Geboten des Gesetzes durch Enthaltsamkeit von den Sünden sich enthalten und die von der Schicksalsgemeinschaft mit einem Mann oder einer Ehefrau sich (losmachen) trennen und nach Zurücklassen ihres Reichtums sich arm machen, welche Dinge alle sehr hart und rau sind, sind durch dreimal zwei Pfund von diesen Härten in Liebe zum einzigen Denar, welcher die himmlische Heimat ist, miteinander verbunden worden. Und das tut die Weisheit, die alle Dinge durch die Barmherzigkeit gleichmäßig abgewogen hat, weil Gott über alle hinaus barmherzig ist. Auf diese Weise werden Wein und Öl nicht verletzt, wenn durch Busse und Barmherzigkeit der Mensch von seinen Sünden erlöst wird. Und wiederum folgt darauf:

„Und siehe, ein fahles Ross, und der, der auf ihm saß, dessen Name ist: der Tod, und die Hölle (das Totenreich) war sein Gefolge. Und Macht ward ihnen gegeben über das Viertel der Erde Tod zu bringen, mit Schwert und Hunger und Sterben und durch die wilden Tiere der Erde“ Offb 6,8.

Und das ist folgendermaßen zu betrachten: Das hier beschriebene Ross ist jene Zeit, in der alle gesetzlichen Dinge und die volle Gerechtigkeit Gottes gleichsam in Leichenblässe für nichts werden berechnet werden. Dann werden die Menschen sagen: Wir wissen nicht, was wir tun und diejenigen, die uns dies zu tun hießen, wussten nicht, was sie sagten. Und so werden sie alle diese Dinge ohne Furcht und Zittern vor Gottes Gericht verschmähen und das werden sie auch durch teuflische Überredung tun. Aber diese Werke wird der Zorn Gottes in seiner Ahndung beim Richten auseinander halten. Und er wird sie gänzlich zertreten, denn er wird den Tod über diese bringen, die nicht Busse tun, und sie an die höllischen Orte verdammen. Denn in jener Zeit werden auch durch alle Gebiete der Erde Streitigkeiten mit den Schwertern unter ihnen entstehen. Und die Früchte der Erde werden hinweg genommen werden und die Menschen werden durch plötzlichen Tod oder durch Bisse von wilden Tieren zugrunde gehen.

Wie der Teufel hinter dem Menschen gegen Gott streitet

Infolgedessen freut sich die alte Schlange über alle oben genannten Strafen, mit denen der Mensch an der Seele und am Leib gestraft wird, damit, weil ja er selber die himmlische Herrlichkeit verloren hat, auch der Mensch nicht zu ihr gelange. Wenn sie nämlich wahrnahm, dass der Mensch ihrem Rat zugestimmt hatte, dann bemühte sie sich, den Kampf gegen Gott zu führen, indem sie sagte: „Jetzt werde ich im Menschen meinen ganzen Willen erfüllen. Und dann setzte sie in ihrem Hass eine hässliche Übereinstimmung unter den Menschen fest, so dass sie sich gegenseitig umbrachten. Und sie sagte: „Ich will die Menschen sterben lassen und ich will sie mehr zugrunde richten, als ich verloren bin. Denn, während ich bin, sind sie selber nicht.“

In seiner Aufgeblasenheit nahm er sich auch vor, dass die Fortdauer der Söhne der Menschen untergehe, wo Männer für Männer erglühten, indem sie Schändliches wirkten. Daher war er auch sehr erfreut und schrie: „Größte Lästerung geschieht jenem, der den Menschen gebildet hat, weil der Mensch in (seinem Gebilde) seiner Formgeberin entschwindet, da ja der naturgemäße Umgang mit den Frauen verworfen wurde.“ Infolgedessen stehen die Ungläubigen und die Verführer unter teuflischer Beeinflussung; unter dem Hass aber und dem Menschenmord die Kidnapper und die gedungenen Mörder; unter der widernatürlichen Sünde aber stehen die schmutzigste Pfichtvergessenheit der Männer und alle Laster.

Und wenn diese Sünden bei den Völkern sich mit einander verbunden haben, dann wird die Einrichtung des Gesetzes Gottes aufgeteilt und die Kirche wird gewissermaßen als Witwe erschüttert und die Fürsten, die Adligen und die Reichen werden durch ihre unteren Stände von ihren Plätzen vertrieben werden und von Stadt zu Stadt werden sie (in die Verbannung) vertrieben werden. Und der Adel ihres Geschlechtes wird zu einem Nichts vermindert werden. Und vom Reichtum werden sie zur Armut hinab gezwungen werden.

Alle diese Dinge werden dann geschehen, wenn die alte Schlange die Vielfalt der Sitten und die Vielfalt der Bekleidungen im Volk auspfeifen wird. Und diese werden sie selber nur nachahmen, indem sie dies wegwerfen, jenes herbeiziehen, wenn sie in den zuvor genannten Werken sich immer erneuern und verändern werden. Aber derselbe alte Feind und die übrigen nichtsnutzigsten Geister haben zwar die Schönheit ihrer Gestalt verloren, nicht aber die Aufgeblasenheit der Vernünftigkeit niedergelegt. Und aus Furcht vor ihrem Schöpfer zeigen sie die Gestalt ihrer Verworfenheit keinem sterblichen Geschöpf, so wie sie ist. Vielmehr stellen sie durch ihre Einflüsterungen einem jeden Menschen gemäß seinen Sitten nach, wenn sie auch in der übrigen Schöpfung etwas ihrer Bosheit Ähnliches finden.

Gott aber hat gegen ihre Gottlosigkeit einen großen Streit eröffnet, wenn die Vernünftigkeit des Menschen der Vernünftigkeit jener widersteht und sie beschämt. Und dieser Streit wird bis zum Jüngsten Tage dauern, wo dann auch die Beschämung sie durch alles entstellen wird. Und wo der Mensch, der sie überwunden hat, den Lohn des Lebens empfangen wird. - Jesus -

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