Top-GBrief-2

27. Jahrgang, Nr.  29/92

Mohammedaner herzlich in die CDU eingeladen

Nachricht: Der parlamentarische Staatssekretär und Vorsitzende der CDU-Grundsatzkommission, Dr. Reinhard Göhner, erklärte in Bonn bei der Vorlage eines Berichts über den Stand der Arbeit am neuen CDU-Grundsatzprogramm: „Mohammedaner sind herzlich eingeladen, in der CDU mitzuwirken, wenn sie sich zu ihren Werten bekennen.“ Diese Bemerkung löste in der CDU einen solchen Wirbel aus, daß Göhner sich in Erklärungen und Leserbriefen um eine Korrektur bemühte.

Hintergrund:  Mit Göhners Einladung an die Adresse der Mohammedaner begann die FAZ ihre Meldung vom 8. Juli. Erst danach erwähnte die Zeitung die Äußerungen Göhners, die Bedeutung des „C“ für die Programmatik der CDU solle in „allen Politbereichen“ deutlicher werden. Dies gelte für den Schutz des ungeborenen Lebens ebenso wie für die Bewahrung der Schöpfung. Nachdem auch die WELT am 8. Juli ihren Bericht mit dem Titel versah: „Auch Mohammedaner in der CDU willkommen“, trat der Staatssekretär den ungeordneten Rückzug an und teilte der Zeitung in einem Leserbrief mit: „Durch Ihren Artikel erwecken Sie den Anschein, als ob die CDU-Grundsatzprogramm-Kommission die Partei für Muslime öffnen wolle. Diese Aussage bedarf wegen ihrer Mißverständlichkeit der Klarstellung...“ Diese bestand dann darin, daß Göhner an die „Gleichheit aller Menschen vor Gott“ erinnert und an die Satzung von 1978: „Die CDU ist keine Glaubensgemeinschaft, die nur für Christen zugänglich ist, und wer sich mit unserem Verhältnis vom Menschen (?) identifizieren kann, der konnte immer Mitglied der CDU werden.“ Nur keine Panik, die Muslime, die strikt jede Abtreibung verbieten, werden ganz sicher nicht in die CDU strömen...

Bemerkenswert: Unter dem Titel „Multikulturelle Sackgasse“ berichtet die WELT am 8. Juli über eine wissenschaftliche Publikation der Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung. Ergebnis: Alle Versuche, Ausländer in die Gesellschaft des jeweiligen Gastlandes harmonisch einzugliedern, sind weltweit gescheitert. Hier haben sich nicht nur die „Klassiker“ der Soziologie wie  Karl Marx und Max Weber geirrt, sondern auch ihre späten Jünger wie  Heiner Geißler, der in einem seiner „multikulturellen“ Bücher verkündete, die Zeiten seien vorbei, wo das „Hänschen mit der Grete“ ins Bett gehe. Das mag zutreffen, doch das Ergebnis dieser Entwicklung ist auch im Einzelfall fast immer negativ. (Christel Bals, Räumliche Probleme der Ausländerintegration, Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung, 5300 Bonn 2, PF 20 01 30, Tel. 0228/82 61) - (cpc)† -

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