Top-GBrief-2

28. Jahrgang, Nr. 19/93

Neue Form des allgemeinen Krieges

der Mörder und Kriminellen

 

Nachricht:  Im Balkan hat sich eine neue Form des gesetzlosen Krieges herausgebildet. In Bosnien-Herzegowina spielen bei den kämpfenden Verbänden Kriminelle aller Volksgruppen die entscheidende Rolle. Es gibt keine klaren Fronten mehr, Waffenstillstandsvereinbarungen werden gebrochen, Frauen geschändet, Zivilisten ermordet.

Hintergrund: Beobachter des Balkankrieges sprechen von Szenen aus einem Horror-Film. Söldner und Kriminelle geben den Ton an in einem Krieg, der alle Grenzen und Vorstellungen sprengt. Kriminelle wie reguläre serbische Truppen gehen grundsätzlich unter Alkohol und Drogen in den Kampf, wobei es inzwischen keine Rolle mehr spielt, wer wen bekämpft. In Sarajewo schlossen sich kroatische und moslemische Kriminelle mit der Polizei zusammen und traten gegen die serbischen Milizen und deren kriminelle Vereinigungen an. In der serbischen Armee sind einige Kriminelle inzwischen hochrangige Offiziere geworden.

Die Kriminellen bestimmen den Kriegsverlauf, sie erheben Steuern und Zölle, arrangieren sich mit dem Gegner, ohne das eigene Hauptquartier zu verständigen. Im Krieg selbst geht es ihnen nur um ihre eigenen Vorteile, nicht um die Ziele von Politikern und Offizieren. Kleine Kriminellen-Verbände führen Privatkriege, die sich bekämpfenden Verbände betreiben zwischendurch regen Handel miteinander, um sich kurz darauf wieder zu beschießen. Transporte werden geplündert, wenn nicht 50 Prozent der Ladung freiwillig rausgerückt wird. Neutrale Beobachter behaupten, daß große Mengen von UNO-Hilfsgütern bei den Serben gelandet sind.

Bemerkenswert: Einer der berüchtigten Kriminellen ist Zeljko Raznjatovic, genannt „Tiger“, dessen Milizen verantwortlich sind für zahlreiche Massaker in Bosnien. Im Raum Broko haben seine Banden 4.000 Zivilisten auf bestialische Weise ermordet. Der Mann wird von Interpol steckbrieflich gesucht, wie viele andere auch. In den Reihen der serbischen Tschetniks wimmelt es von Kriminellen, die nur an die Front kommen, um nach dem Angriff an Plünderungen teilzunehmen. Es hat sich auch der Typ eines „Wochenendkillers“ herausgebildet. Diese fahren mit Bussen und Lastwagen nach Bosnien, um sich einer kriminellen Bande anzuschließen. Nach dem Kampf wird die Beute geteilt (die auch aus Frauen besteht). Die serbischen Behörden unterstützen die „Wochenend-Tschetniks“, da sie die Folgen der Arbeitslosigkeit und der sozialen Not linderten. – (cpc)† -

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