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Die Weinenden werden getröstet werden.

Die weinen und Gott lieben, werden getröstet werden! „Selig, wenn ich hungere und dürste nach der Gerechtigkeit.“ Von der Geburt bis zum Tode verlangt der Mensch gierig nach Nahrung. Er öffnet nach der Geburt den Mund, um die Brust der Mutter zu ergreifen. Er öffnet im Sterben die Lippen, um in der Beklemmung des Todeskampfes Labung zu suchen. - Er arbeitet, um sich zu ernähren. Er macht aus der Erde ein riesiges Euter, an dem er unersättlich saugt und saugt von dem, was vergänglich ist.

Aber was ist der Mensch? Ein Tier? Nein, er ist ein Kind Gottes, das sich für wenige oder viele Jahre im Exil befindet. Aber sein Leben endet nicht mit dem Wechsel seines Aufenthaltes. Es gibt ein Leben im Leben, so wie in einer Nussschale der Kern enthalten ist. Nicht die Schale ist die Nuss, sondern der innere Kern. Wenn ihr eine Nussschale pflanzt, dann wächst nichts, wenn ihr aber die Schale mit dem Kern pflanzt, dann wächst ein großer Baum. So ist es auch beim Menschen. Nicht der Körper ist unsterblich, sondern die Seele, und sie muss genährt werden, um ihre Unsterblichkeit zu sichern, zu der sie dann aus Liebe den Körper bei der seligen Auferstehung führen wird.

Die Nahrung der Seele sind Weisheit und Gerechtigkeit. Wie Speise und Trank werden sie aufgenommen und stärken, und je mehr man davon kostet, umso mehr wächst das heilige Verlangen nach dem Besitz der Weisheit und dem Erkennen der Gerechtigkeit. Aber es wird auch ein Tag kommen, da dieser unersättliche heilige Hunger der Seele gestillt sein wird. Er wird kommen. Gott wird sich seinem Geschöpfe hingeben und es direkt an seine Brust legen, und der für das Paradies Geborene wird sich sättigen an der bewunderungswürdigen Mutter, die Gott selber ist. Nie mehr wird er Hunger leiden, sondern glücklich an der göttlichen Brust ruhen. Keine menschliche Wissenschaft kommt dieser göttlichen gleich. Die Wissbegier des Geistes kann durch die menschliche Wissenschaft gestillt werden, das Bedürfnis der Seele aber nicht.

In der Verschiedenheit des Geschmackes empfindet die Seele eher Ekel, und sie wendet den Mund ab von dieser bitteren Nahrung und zieht es vor, Hunger zu leiden, anstatt sich mit einer Speise zu sättigen, die nicht von Gott kommt. Habt keine Angst, ihr, die ihr nach Gott dürstet und hungert! Bleibt treu, und ihr werdet von dem gesättigt werden, der euch liebt.  – Jesus –

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Seid barmherzig mit den Weinenden!

Sie sind die Verwundeten des Lebens, die Kranken des verletzten Herzens. Schließt euch nicht in eure Selbstzufriedenheit wie in eine Festung ein. Weint mit den Weinenden! - Tröstet die Trauernden! Füllt die Leere aus, die durch den Tod eines Verwandten entstanden ist! Seid den Waisen Väter, den Eltern Kinder, und seid allen Brüder und Schwestern! - Liebt! -Warum nur die Glücklichen lieben? Sie haben schon ihren Anteil an der Sonne. Liebt die Weinenden! Sie sind am wenigsten liebenswert für die Welt, denn die Welt kennt den Wert der Tränen nicht. Ihr kennt ihn. Liebt daher die Weinenden! Liebt sie, wenn sie sich in ihr Schicksal ergeben. Liebt sie noch mehr, wenn sie sich gegen das Leid auflehnen.

Keine Vorwürfe, sondern Güte, um sie von der Wahrheit des Schmerzes zu überzeugen und sie über den Schmerz zu belehren. Sie können durch den Schleier der Tränen das Antlitz Gottes nur entstellt sehen und betrachten ihn als eine rächende Übermacht. - Nein! Nehmt keinen Anstoß an den falschen Vorstellungen, die das Fieber des Schmerzes erzeugt. Kommt ihnen zu Hilfe, um sie vom Fieber zu befreien.

Euer lebendiger Glaube soll wie das Eis sein, das man dem Fiebernden reicht. Ist das Fieber gesunken und die Niedergeschlagenheit und die Schwäche eines aus einem schrecklichen Traum Erwachten eingetreten, behandelt ihn wie ein Kind, das  durch eine Krankheit geistig zurückgeblieben ist, und sprecht ihm wieder sanft und geduldig von Gott wie von etwas Neuem...

Oh, welch ein schönes Märchen, um das ewige Kind, das der Mensch ist, zu zerstreuen! Dann schweigt! - Seid nicht aufdringlich... Die Seele arbeitet alleine weiter. Helft ihr mit Liebkosungen und Gebet. - Und wenn sie dann sagt: „Es ist also nicht Gott gewesen?“ dann erwidert: „Nein! Er wollte dir nicht wehtun, denn er liebt dich auch für den, der dich nicht mehr lieben kann, weil er tot ist oder dich aus einem anderen Grund verlassen hat.“ Und wenn die Seele sagt: „Aber ich habe ihn angeklagt“, dann antwortet: „Er hat es vergessen, denn es war im Fieber.“ Wenn er dann hinzufügt: „Ich verlange nach ihm“, dann erklärt – „Hier ist er! Er steht an der Türe deines Herzens und wartet nur darauf, dass du ihm öffnest.“  - Jesus –

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