Top-GBrief-2

Papst Paul VI hat die alte Liturgie bewusst geopfert

Neue Untersuchungen zur Liturgiereform haben ergeben, dass die Beseitigung des Opfermahl-Charakters, des Römischen Kanon und der lateinischen Sprache von der Kurie in Rom bewusst vorgenommen wurde, um den Protestanten einen Gefallen zu tun. Zu diesem Ergebnis kommt Heinz-Lothar Barth in seinem 1999 veröffentlichten Buch „Die Mär vom Kanon des Hippolytos“ (Editiones Una Voce). Barth widerlegt alle frommen Versuche, Paul VI. als Opfer von Intrigen darzustellen. Kardinal Montini hatte in einem Fastenhirtenbrief von 1958 geschrieben: „Das Hindernis ist nicht allein die lateinische Sprache, die die Kirche aus gewichtigen Gründen beibehalten will.“

 

Hintergrund: Barths Recherchen lassen keinen Zweifel mehr daran, dass die römischen Liturgiereformer und speziell ihre deutschen Mitarbeiter einen genauen Plan verfolgten, der in weiten Teilen mit den Auffassungen von Martin Luther übereinstimmte. Der Titel des Buches bezieht sich auf ein Täuschungsmanöver, mit dem die Reformer den Eindruck zu erwecken versuchten, sie wären - vermeintlich ganz im Sinne der Konservativen - zu den Anfängen der Kirche zurückgekehrt. Die Behauptung, man habe sich am „Kanon des Hippolytos“ orientiert, ist eine Täuschung. Aus dem alten Text wurden nur Fragmente nach eigenem Gutdünken herausgenommen, wichtige Glaubensaussagen jedoch gestrichen.

 

Beispiel: In der heutigen Präfation heißt es: „Um deinen Ratschluss zu erfüllen und dir ein heiliges Volk zu erwerben, hat er sterbend die Arme ausgebreitet am Holz des Kreuzes.“ Ein schöner Satz, findet Barth, doch die Modernisten haben unterschlagen, wie er wirklich lautet: „Der deinen Willen erfüllen und dir ein heiliges Volk erwerben wollte, hat in seinem Leiden die Hände ausgebreitet, um die vom Leiden zu befreien, die an dich glauben.“

Die Tilgung von Christi Sühne-Tod für die Erlösung des erbsündlich schuldigen Menschen zieht sich durch das ganze Reformwerk wie ein roter Faden. Nach dem Sanctus betet der Priester heute: „Denn am Abend, an dem er ausgeliefert wurde...“ Bei Hippolytus aber heißt es: „Als er sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf, um den Tod aufzuheben, die Fesseln des Teufels zu zerreißen, die Hölle niederzutreten, die Gerechten zu erleuchten, die Grenze zu setzen und die Auferstehung kundzutun, nahm er das Brot...“ Aber Teufel und Hölle durften auf keinen Fall in einer neuen Messe vorkommen, die den Protestanten und allen Menschen gefallen sollte. Im zweiten Hochgebet heißt es heute: „Gedenke deiner Kirche auf der ganzen Erde, und vollende dein Volk in der Liebe...“ Abgesehen davon, dass man den so beliebten Begriff vom „Gottesvolk“ unterbringen wollte, unterschlug man wiederum einen „störenden“ Begriff, denn der Originaltext lautet: „Gedenke, Herr, deiner Kirche, dass du sie von allem Bösen befreist und sie in deiner Liebe vollendest.“ Befreit hat man den Text von der Erwähnung des Bösen, das es in den Augen der Reformer eben nicht mehr gibt.

Barth erinnert an die Verfluchungen Luthers, der die „Gräuel der Stillmesse“ beseitigen wollte, weil hier der Priester im Namen Christi spricht „und den Opfercharakter der Messe zum Ausdruck bringt“. Die gesamte Geschichte der Liturgie ist geprägt vom hl. Opfer auf dem Opferaltar. Darum musste beides beseitigt werden.

An der katholischen Opfertheologie hat Luther, so schreibt der Autor, von Anfang an Anstoß genommen „und seine modernistischen Epigonen der Konzilsära ahmen es ihm nach“. Denn Luther war es, der zuerst sowohl den „großen“ als auch den „kleinen“ Kanon, d.h. die Gebete zur Opferung und das Hochgebet ganz abgeschafft hatte. Hier und da haben sich die Reformer auch offen zu dem bekannt, was sie angerichtet haben. So stand in der vatikanischen Zeitschrift „Notitiae“ aus dem Jahre 1972 in einem Beitrag von Pater Dirks OP über die Gabenbereitungsgebete: „Sie führen nicht mehr, wie vorher, den Aspekt einer Opferung (Nimm diese makellose Opfergabe an) vor Augen.“

Von da bis zum Geistlichen, der nur der Gemeinschaft vorsteht und keine priesterlichen Funktionen erfüllt, ist ein kurzer Weg. Für Luther ist die Eucharistie „gestiftet als Gemeinschaftsmahl, nicht als Opfer“. Kardinal Ratzinger sagte dazu einmal: „Das letzte Abendmahl begründet zwar den dogmatischen Gehalt der christlichen Eucharistie, aber nicht ihre liturgische Gestalt.“ Noch düsterer wird das Bild, wenn Barth belegt, wie man mit dem Offertorium umgegangen ist: „Betet Brüder, dass mein und euer Opfer Gott, dem allmächtigen Vater wohlgefällig werde...“ Das Gebet wurde ebenso gänzlich gestrichen wie das Gebet des Priesters am Ende der Messe: „Placeat tibi, sancta Trinitas...“

Die Liquidierung des Latein aus der hl. Messe ist ein weiteres Indiz für die Erfüllung der Forderungen Luthers und zusätzlich für die vermeintliche „Stärkung der Landeskirchen“ gegenüber Rom, dem Zug zur Demokratisierung und zur Inkulturation. Dass auch der erhabene gregorianische Choral bei diesem Unternehmen geopfert wurde, schien Paul VI. und seine Mitarbeiter nicht zu stören. Paul VI. bezeichnete zweimal die Preisgabe des Latein als ein „Opfer“. Einmal sogar als „Opfer von unschätzbarem Preis“. Barth vermerkt an dieser Stelle, dass es sich hier nicht um „Machenschaften“ von irgendwelchen ultraprogressiven Kreisen gehandelt habe, sondern dass es der Papst selber war, der den Umsturz anführte: „Müsste der Verfasser dieser Zeilen (Barth) nicht auch gegenüber derartigen Hirten seiner Kirche den geschuldeten Respekt wahren und könnte gleichsam als Außenstehender urteilen, so würde er nicht zögern, hier von Barbarei zu sprechen.“

Doch Montini hatte diese „Barbarei“ schon als Erzbischof von Mailand als Leitlinie, wie der Inhalt seines Fastenhirtenbriefes vom Jahre 1958 zeigt. So konnten alle Kardinäle erkennen, wo Montini stand. Auf dem Konzil verließ der inzwischen zum Kardinal erhobene Montini seine versteckten Andeutungen und sagte: „Wenn wir wünschen, dass diese Gemeinschaft (der Katholiken) nicht unsere Gotteshäuser verlässt, sondern gerne dorthin geht, dort die Prägung für ein inneres Seelenleben erhält und seinen Glauben in würdiger Form ausdrückt, dann muss man auf kluge Weise, aber ohne Aufschub und Zögern das Hindernis der Sprache beseitigen, die nicht verstanden wird oder für nur ganz wenige angemessen ist...“ (Heinz-Lothar Barth, Die Mär vom antiken Kanon des Hippolytos, Untersuchungen zur Liturgiereform, 1999, 266 Seiten, Editiones Una Voce)

 

Kommentar: Barth befasst sich nirgendwo mit Spekulationen. Für jeden Text gibt er die Quelle an. Hier gibt es kein Ausweichen mehr. Ross und Reiter werden Seite für Seite genannt, durch Fußnoten und einem Anhang von fast 100 Seiten festgemacht. Man hält es einfach nicht für möglich, was in diesen Jahren von einer immer größer werdenden Gruppe von Bischöfen und Theologen unter der Leitung von Paul VI. angerichtet worden ist. …

Barth beweist mit seinem Buch, dass die neue Liturgie an den Schreibtischen einer Fälscherwerkstatt erfunden worden ist. An der Wand hing als Motto: „Nichts gegen Luther!“ Ratzinger hat einmal zugegeben, dass diese Liturgie nicht gewachsen sei, sondern konstruiert wurde. Die katholische Kirche gleicht in unseren Breiten einem großen Trümmerhaufen. Wenn das Konzil so gut gewesen wäre, wie vielfach behauptet, hätte es diesen Niedergang nicht geben dürfen. Der einfache Katholik hat doch die Schwächen der neuen Messe gar nicht erkannt, sondern sich über die Landessprache und seine aktive Beteiligung an der Messe gefreut. Aber die Priester und Theologen erkannten, dass hinter dieser schönen Fassade nichts mehr an seinem Platz stand. Beim Lesen des Buches erinnerte ich mich sofort der Bemerkung des Leipziger Taxifahrers, der eine ev. Pfarrerin zu ihrer Kirche bringen sollte: „Sind das die Kirchen, die immer wie ausgeraubt aussehen?“

Ausgeraubt und verschleudert. Doch die Rechnung ging nicht auf. Statt der aufblühenden Kirche kam der Zusammenbruch, erst in Holland, dann in Frankreich, später in den anderen Ländern. Die neue hl. Messe zeigte keine guten Früchte. Da ihr das Mysterium fehlt, konnte sie nur zur Volksbelustigung werden. Ratzinger traf es auf den Punkt: Sie feiern sich selbst, der umgedrehte Priester und sein „Volk“. Da das Opfer beseitigt wurde, kann der Priester so tun, als ob, er kann es aber nicht herbeizaubern. Es existiert vielleicht noch in seinem Glauben. Die übrigen furchtbaren Folgen dieses Unternehmens kennen wird: Als nächstes folgte der Verlust der Beichte..-  Januar 2000 - (cpc)†

- 151000101.0916 -

Seite noch oben

Index: Vatikan 

Mystik

AKE-Visionen

       Bitterlich   

Exorzismus

GB-Visionen

 

Zeitung

Mystik

SB