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So haben wir ganze Orden aufgelöst

Der amerikanische Psychologe Dr. William Coulson gestand in Zürich, wie er zusammen mit Carl Rogers mit Hilfe der gruppendynamischen Methode verschiedene kath. Orden an den Rand des Ruins brachte.

Dr. William Coulson (60) war lange Jahre Mitarbeiter von Carl Rogers, einem der wichtigsten Gründer der sogenannten „Humanistischen Psychologie“. Als Katholik war es ab Mitte der 60er Jahre Coulsons Aufgabe, mehrere Orden, unter ihnen die Jesuiten, die „Sisters of Mercy“ und die „Sisters of Providence“ mit gruppendynamischen Methoden zu unterwandern. Erst 1971 begann er sich von diesen Psychotechniken zu distanzieren, als ihm - vor allem auch durch die kritischen Einwände seiner Frau - die destruktiven Auswirkungen auf Kirche, Gesellschaft und Kultur bewusst geworden waren. Nachdem er seine einst lukrative Praxis aufgegeben hat, warnt er heute vor den Gefahren der Gruppendynamik. Dem „Arbeitskreis Mut zur Ethik“, der im vergangenen Herbst in Bregenz den großen Kongress gleichen Namens veranstaltet hatte, war es gelungen, Coulson nach Zürich zu holen, um über den zersetzenden Einfluss der Gruppendynamik auf Kirche und Kultur zu referieren.

Vor knapp 400 gespannten Zuhörern berichtete Coulson anschaulich und engagiert, wie er zusammen mit Carl Rogers in den USA mit Psychotechniken ganze Orden aufgelöst hatte. Im Sommer 1966 starteten beide ein Projekt mit 560 Nonnen des Ordens IHM („Immaculate Heart of Mary“). Ein Jahr später schrieben 300 von ihnen nach Rom und baten darum, aus dem Orden austreten zu dürfen. Sie wollten keiner Autorität mehr unterstellt sein außer derjenigen ihres eigenen Selbst. Der Orden hatte vor den gruppendynamischen Seminaren 60 Schulen in den USA. Seit der Bearbeitung mit Psychotechniken gibt es nur noch eine einzige. Frühere Nonnen sahen plötzlich ihre „Selbstverwirklichung“ durch sexuelle Zügellosigkeit gegeben. Ein lesbischer und promiskuitiver Lebensstil erschien vielen als „Erfüllung“ ihres Lebens. „Die Welt ist durch unsere Aktivitäten ärmer geworden“, kommentierte Coulson sichtlich bewegt seine damalige Tätigkeit.

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Bemerkenswert: Mitte der 60er Jahre suchten viele Ordensgemeinschaften von sich aus Kontakt mit Psychologen. In einer übersteigerten und falschen Interpretation des Vatikanum II. suchten sie Erneuerung und Modernisierung. Gruppendynamische Methoden versprachen, einfach und schnell an dieses Ziel zu gelangen. „Wir sagten, wir helfen ihnen, nach innen zu schauen. Ist nicht Gott in euren Herzen? Genügt es nicht, wenn ihr euch selbst seid und würde das nicht gute Katholiken aus euch machen? Und wenn dies nicht der Fall ist, solltet ihr vielleicht gar keine Katholiken sein.“ Mit solchen und ähnlichen „Versprechungen“ gewann man das Vertrauen der Christen - und begann das zerstörerische Werk.

Coulson beeindruckte durch seine klare und umfassende Analyse, wie diese Techniken heute in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen eingesetzt werden - z.B. neben der Seelsorgeausbildung auch in den Schulen, bei der Sexual-, Drogen- und Aidsaufklärung, an Lehrerseminaren, in der Managerweiterbildung usw. Hier droht auf gesamtkultureller Ebene das gleiche wie den katholischen Orden: eine Vernichtung der Kultur.

Die kulturelle Stabilität ist besonders durch den Abbau von Bildungsinhalten gefährdet. Hierfür lieferte der Referent ein nahezu unglaubliches Beispiel: Auf die Frage eines Lehrers, wer Amerika entdeckte, schrieb ein Schüler: „Polumpus, diskober; amerkas.“ (In richtigem Englisch hätte es lauten müssen: „Columbus discovered America.“). Für diese Antwort erhielt der Schüler ein „Sehr gut“! Der Lehrer gab an, der Schüler habe das Richtige gemeint, sei aber nicht in der Lage gewesen, es auszudrücken.

Die umfassende Gefährdung der Kultur geht besonders davon aus, dass eigene Erfahrung und subjektives Empfinden der Wissensvermittlung übergeordnet werden. Coulson schälte immer wieder diesen zentralen Punkt heraus. Wenn z.B. in der Schule oder in Jugendgruppen über Drogen oder Sexualität diskutiert wird, gibt der gruppendynamisch geschulte Lehrer bzw. Gruppenleiter prinzipiell keine Orientierung (das wäre nach der herrschenden Ideologie „autoritär“). Die Kinder und Jugendlichen sollen ihre eigenen Erfahrungen, Gefühle und Vorstellungen „einbringen“. Hierbei wird die Situation geschaffen, dass diejenigen, die schon sehr früh Erfahrungen in den oben erwähnten Bereichen gesammelt haben, im Mittelpunkt stehen und automatisch von den anderen bewundert und nachgeahmt werden.

Viele Kinder werden dadurch verleitet, ähnliche Erfahrungen zu machen bzw. ihre Kameraden noch zu übertrumpfen. Das führt dazu, dass die heutige Drogenaufklärung zu erhöhtem Drogenkonsum führt und die heutige Sexualaufklärung zu Promiskuität und Homosexualität, während gleichzeitig die Altersgrenze immer tiefer sinkt.

Coulson betonte immer wieder, dass die Vorherrschaft der subjektiven Empfindung ein Irrweg sei, dass kulturelle Errungenschaften nur über Unterricht und Lehren weitergegeben werden können. Andernfalls drohe kulturelle Rückentwicklung: Wenn z.B. die Medizin die Idee ernst nähme, dass alle Antworten auf Fragen der Medizin im Studenten selbst liegen würden, dann zerstörte dies die medizinische Praxis. Ebenso wie katholische Orden dadurch zerstört wurden, dass man den Mönchen bzw. Nonnen die Idee einimpfte, Antworten auf Fragen der Theologie seien nur in ihnen selbst zu finden.

Aufgrund dieser Theorie ist es folgerichtig, dass das Kind in allen Belangen vollständig gleichwertig neben dem Erwachsenen steht. Diese Auffassung hat ungeheuerliche Auswirkungen in der Sexualaufklärung. Coulson präsentierte eine amerikanische Aufklärungsbroschüre, in der Kleinkindern empfohlen wird, sich nicht auf Sexualität einzulassen, wenn sie sich unwohl fühlten. Gleichzeitig wird ihnen aber vermittelt, dass sie sich sehr wohl fühlen würden, wenn sie sich bewusst auf Sexualität einließen -  März 1994 -. (cpc) †

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