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Warum wir mit dem Herzen denken

Unser Herz ist mehr als nur ein Muskel. Neue Forschungen zeigen: Im Herzen finden sich Botenstoffe wie im Gehirn, Träume und Erinnerungen werden dort verarbeitet. Für Wissenschaftler wie Prof. Gary Schwartz ist das Herz sogar der Schlüssel zu unserer Persönlichkeit.

Der Labor-Test

Bei einem Versuch der INSCOM (Intelligence and Security Command er US-Army) wurden Teilnehmern weiße Blutkörperchen entnommen und in ein Reagenzglas gefüllt. In den Zellbrei steckte man eine sensible Sonde, die an einen Lügendetektor angeschlossen war. Dann wurden den Testpersonen in einem andern Raum Gewalt-Videos vorgeführt. Die Sensation: Der Detektor registrierte „erhöhte Erregungszustände“ bei den Zellen im Reagenzglas! Weitere Tests zeigten, dass die Wirkung bis auf eine Entfernung von 75 Metern unvermindert anhielt – und das sogar zwei Tage nach der Zellentnahme. Beide „Systeme“ waren offenbar weiterhin verbunden.

Malerische Landschaften und faszinierende Tierbilder – eine ausgefeilte Strichtechnik. Die kleinen Meisterwerke von William Sheridan (64) zeugen von großem Talent. Doch die Zeichnungen, die der frühere Gastronomie-Manager während seines New Yorker Klinikaufenthalts vor seiner Herztransplantation anfertigte, ähnelten Kritzeleien von Kindern. Heute besitzen seine Bilder eine unglaubliche Tiefe. William Sheridan ist überzeugt, dass er diese Fähigkeiten seinem neuen Herzen verdankt Er könnte recht haben. Denn die biologische Grundlagenforschung beweist: Unser Herz ist weit mehr als eine Pumpe. Fest steht, unser Herz stellt ein Hormon selbst her: das Hormon ANF. Es wirkt auf Blutgefäße, Nieren und Nebennieren sowie auf viele Gehirnbereiche. Und bestimmte Herzzellen können sogar wichtige chemische Botenstoffe wie Noradrenalin und Dopamin produzieren. Für Wissenschaftler ein Beweis dafür, dass es eine direkte Kommunikation zwischen Herz und Gehirn gibt, die weit über die bisher bekannte Verbindung hinausreicht. Entdeckt wurde außerdem eine Nervenbahn, über die das Herz direkt die Gehirnaktivitäten blockieren oder unterstützen kann. Und: Forscher vom HeartMath Institute stellten fest, dass unser Herz ein völlig eigenständiges Nervensystem besitzt - eine Art „Mini-Gehirn“. Sie konnten zeigen, dass das vom Herzen eines Menschen ausgestrahlte Energiefeld die Herzen und Gehirne andere Menschen, die sich z. B. im gleichen Raum befinden, harmonisch stimuliert. Jetzt wurde ein eigener neuer Forschungszweig eingerichtet, - die Psycho-Neuro-Kardio-Immunologie - der diese Zusammenhänge untersucht. So zeigen Labortests, dass sich Spenderzellen offenbar daran erinnern können, woher sie kommen. Forscher glauben, dass diese Verbindung auch dann weiter besteht, wenn Organe verpflanzt werden. Und noch etwas haben Kardioforscher entdeckt: das magnetische Feld des Herzens. Es ist 5000mal stärker als das des Gehirns und kann mit empfindlichen Magnetometern und EKGs an jeder Stelle des Körpers aufgespürt werden. Es lässt sich sogar noch in 30 bis 40 Metern Entfernung orten. „Diese Energie zirkuliert durch unser gesamtes System“, sagt Prof. Gary Schwartz von der University of Arizona. „Dabei könnten Informationen aufgenommen und an jedes Organ übermittelt werden.“

Neue Erkenntnisse aus der Psycho-Neuro-Kardio-Immunologie zeigen: Gedanken, Gefühle, Ängste und Träume finden nicht nur im Gehirn, sondern auch im Herzen statt. Sie werden dort codemäßig gespeichert und an alle Zellen weitergegeben. Dieses „zelluläre Erinnerungsvermögen“ gelangt dann bei einer Transplantation in den Körper des Empfängers. Schwartz vermutet, dass das Spenderherz auch nach seiner Verpflanzung Signale ausstrahlt, die Informationen enthalten, die dem früheren Besitzer „am Herzen lagen“. Tatsächlich existiert eine Art „Zell-Gedächtnis“: Durch die Transplantation werden Eigenschaften, Gewohnheiten und Vorlieben - sogar Erinnerungen des Spenders auf den Empfänger des Organs übertragen. Aber was steckt dahinter? Besonders intensiv hat sich der amerikanische Kardiologe Dr. Paul Pearsall mit Persönlichkeitsveränderungen nach Herztransplantationen beschäftigt. Er interviewte mehr als hundert Patienten, die glaubten, eine Verbindung zu dem verstorbenen Organspender zu spüren - und überprüfte deren Angaben. Mit erstaunlichen Ergebnissen: Bei mehr als zehn Prozent der Herz-Empfänger waren nach der OP zwei bis fünf verblüffende Parallelen zum Spender aufgetreten.

Können diese Erkenntnisse dazu beitragen, den Fall eines zehnjährigen Mädchens zu verstehen, dass das Herz einer Achtjährigen erhalten hatte? Seit der Transplantation wurde die Kleine regelmäßig von so schweren Albträumen gequält, dass ihre Eltern sie psychologisch betreuen ließen. Während der Therapiestunden erzählte das Kind in sämtlichen Einzelheiten, wie es angeblich umgebracht worden sei. Es machte so realistische Angaben, dass die Psychologin die Polizei einschaltete. Die Experten waren fassungslos: Die Träume enthielten so exakte und detaillierte Botschaften, dass der Mörder des achtjährigen Mädchens, von dem das Herz stammte, identifiziert und verurteilt werden konnte.

Dass es ein Zellgedächtnis gibt, bezweifelt inzwischen niemand mehr - doch ob Organspender dadurch im fremden Körper weiterleben, gilt unter Forschern weiterhin als umstritten. Erstaunlich sind jedoch die Unterschiede zwischen Empfängern von natürlichen und solchen von Kunstherzen, bei denen keinerlei Veränderungen beobachtet wurden. Für Prof. Schwartz steht jedenfalls fest: Wir denken auch mit dem Herzen - und bei einer Verpflanzung wandert ein Teil der Persönlichkeit mit. – CHRISTIANE S. SCHÖNEMANN 

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